Ernst hat geschrieben:Nach erstem Überdenken meine ich, bei Aberration ist tatsächlich die Sichtachse gegenüber den parallelen Wellenfronten geneigt.
Das ist nicht möglich, weil das Licht vom Emissionsort sich sphärisch mit c ausbreitet! Nicht die Sichtachse neigt sich, sondern die Wellenfront ist geneigt.

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Jede Wellenfront befindet sich stets dort, wo das Licht dieselbe Strecke mit derselben Geschwindigkeit hinter sich gebracht hat. Eine Wellenfront kann daher nicht dort entstehen, wie im Bild mit ( 1 - 2 ) angedeutet, weil das Licht zu 1 und 2 unterschiedliche Strecken bzw. unterschiedliche Geschwindigkeiten haben müsste (rote Linien). Man wird jede Wellenfront daher dort finden, wo das Licht gleichzeitig ankommt ( 3 - 4 )! In Bezug zur Erdoberfläche neigt sich deshalb die Wellenfront und nicht die Sichtachse. Die bleibt stets senkrecht zur Wellenfront und zeigt im Aberrationsfall nicht direkt auf den wahren Ort des Jupiter, sondern auf den Punkt, wo er zum Zeitpunkt der Emission der Kugelwelle war. Denn während sich die Sphäre ausgebreitet hat, ist der Planet weitergezogen!
Die Galileitransformation funktioniert deshalb in diesem Fall nicht, weil wir eine konstante Grenzgeschwindigkeit c in Bezug zum Medium haben! Die GT funktioniert nur in der Emissionsthese; da würde sich die Geschwindigkeit des Jupiter zur Lichtgeschwindigkeit addieren und je nach Richtung tatsächlich unterschiedliche Lichtgeschwindigkeiten verursachen. Nur hier würde sich die Sichtachse neigen! Die Emissionsthese als allerschönste Lösung aller Probleme ist aber vermutlich zu schön um wahr zu sein
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Wir befinden uns in einem zum Äthersystem bewegten System. Zumindest ist das wahrscheinlich und wird durch die Messungen von Smoot nahegelegt.
Smoot konnte das messen, weil der Satellit Cobe sich gegen das Licht bewegte. Der Michelon Morley Versuch hingegen suggeriert, dass so etwas nicht möglich ist. Es ist aber nicht einzusehen, wieso sich Licht gegenüber dem Satelliten anders verhalten sollte als im MM-Versuch, bloß weil es 900 km höher vorbei zieht. Auch da wäre frelich die Emissionsthese die Lösung des Problems. Das Argument, Licht sei als Wellenerscheinung unabhängig von der Quelle ist übrigens gar nicht so schwerwiegend, wie man meinen könnte. Von Versuchen mit Solitonen weiß man, dass Wellen mit der Geschwindigkeit weiterziehen, mit welcher sie in die Wellenmaschine eingebracht werden. Das letzte Wort wird daher noch lange nicht gesprochen sein...
Grüße
Harald Maurer