Kurt hat geschrieben:so daß tatsächlich allein die Gravitation beide Flutberge verursacht.
Ernst, nein.
Es stimmt einfach nicht.
Doch, es stimmt schon. Wie gesagt, kann man die Gezeiten mittels Gravitation + Fliehkraft beschreiben oder alternativ ausschließlich durch Gravitation. Danach werden die Gezeiten mit ihren gegenüberliegenden Flutbergen allein durch Gravitation beschrieben. Ich hatte das doch anhand des "freien Falls" (das ist ein physikalischer Begriff) beschrieben. Genauer beschrieben ist das in dem von Harld angegeben Link. Auszugsweise:
Auf der Seite der Erde, die sich dem Mond zuwendet, ist die Gravitationskraft, die er auf die Erde ausübt, etwas größer als im Erdmittelpunkt. Die Erdkruste gibt diesem Kräfteunterschied kaum nach, aber das Wasser der Ozeane folgt dem Zerren der Mondgravitation - das Wasser bewegt sich zum Mond hin und bildet einen Flutberg.
Auf der entgegengesetzten Seite der Erde aber verhält es sich gerade umgekehrt. Dort ist die Anziehung des Mondes etwas geringer als im Erdmittelpunkt. Darum verliert dort das Wasser sozusagen den Boden unter sich und der Meeresspiegel hebt sich an - das Wasser bewegt sich also vom Mond weg und bildet einen zweiten Flutberg.
....
Spielt für Ebbe und Flut nicht auch die Fliehkraft der Erde bezüglich des Erde-Mond-Systems eine Rolle? Immer noch wird sie häufig zur Erklärung des zweiten Flutbergs auf der mondabgewandten Seite herangezogen. Doch die Berücksichtigung der Fliehkraft macht die Erklärung nur umständlicher, ohne dass die Fliehkraft für das Zustandekommen der Gezeiten von Bedeutung wäre .
Wie ich es versucht habe, Dir zu erläutern, ist die Fliehkraft zur Erklärung nicht notwendig.
Gruß
Ernst
