Chief hat geschrieben:Wenn die SRT gemeint ist, da passt mathematisch gar nichts zusammen.
Siehe z.B. http://www.mrelativity.net/Papers/18/ASFARTIrev.pdf
Da finde ich ganz gleich gelagerte Missverständnisse, wie sie auch aus dem Posting von Jocelyne deutlich werden:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wenn ich zum Beispiel sage, Peter ist 10 cm größer als Paul, dann darf ich nur folgern, dass Paul 10 cm kleiner ist als Peter, und kein bisschen kleiner. Wenn ich nachmesse und feststelle, dass Paul 9,9999 cm kleiner ist, muss ich zwingend davon ausgehen, dass eine der Messungen falsch ist, und auf gar keinen Fall annehmen, dass Peter 10 cm größer als Paul ist und Paul 9,999 cm kleiner als Peter. Das ist ungültig und unzulässig.
Wenn also ein ruhender Beobachter mit Hilfe einer konstant vorausgesetzten Lichtgeschwindigkeit die materielle Länge eines Stabes mit 10 cm misst, muss ein bewegter Beobachter mit Hilfe der selben konstant vorausgesetzten Lichtgeschwindigkeit die materielle Länge des selben Stabes mit 10 cm messen, und kein bisschen anders. Wenn er 9,999 cm misst, dann muss ich doch annehmen, dass die LG bei der Messung nicht konstant war, da die Länge des Stabes sich in Wirklichkeit nicht geändert hat. Oder?
In einer Debatte hat ein Kritiker mal bemängelt, die LT sowie die Formeln für ZD und LK seien alle mathematisch falsch, weil sie nicht kompatibel seien (die reversen Formen könnten nicht voneinander abgeleitet werden). Er fragte:
Darf ich aus a = a0 / n mathematisch folgern a0 = a x n, oder gilt jetzt a0 = a / n? Was ist richtig?
Ich antwortete:
Richtig ist a0 = a x n; Falsch ist a0= a / n !
Aber wo gibt es einen derartigen Fehler in der SRT?
Wonach er mir die Formeln für die ZD nannte:


Ich klärte ihn auf:
Die beiden Gleichungen gehören nicht zu ein und demselben Beobachter bzw. BS
eine gilt für den Beobachter beider Systeme im ruhenden System-
die andere gilt für den Beobachter beider Systeme im bewegten System!
Es liegt hier kein Rechenfehler vor. Denn die beiden Gleichungen werden nicht voneinander abgeleitet.
Wenn man beide Zeiten aus einem Bezugssystem betrachtet. stimmt nämlich die Relation:
Wenn im Ruhesystem die Zeit t vergangen ist, ist im bewegten System erst die kleinere Zeit t/γ vergangen. Und es ergibt sich
τ = t/γ
Umgekehrt gilt
t = γτ.
Wenn im bewegten System die Zeit τ vergangen ist, so im Ruhesystem die größere Zeit γτ vergangen.
Im gleichen Sinne passen LT und LK-Formeln nicht zusammen, wenn man übersieht, dass sie für unterschiedliche BS gelten.
Der Kritiker hat das allerdings nicht verstanden.
Ich versuchte es mit einer Analogie:
Zwei Personen gleicher Körpergröße stehen einander in einiger Entfernung gegenüber. Jeder nimmt den anderen aufgrund der Entfernung kleiner wahr (daran wird hoffentlich kein Zweifel bestehen!). Diese optische Verkleinerung ergibt sich aus dem Blickwinkel und der Entfernung, und wir können aus beiden Werten einen Faktor konstruieren, welcher für beide Personen gültig ist und den wir "x" nennen wollen. Die Körpergröße im Eigensystem sei "y" und jene im entfernten System y'.
Die wahrgenommene Größe des Anderen ergibt sich daher mit
y' = y/x ;
Wie sieht das für den Anderen aus, der ja ebenfalls eine verkleinerte Größe wahrnimmt. Natürlich so:
y = y'/x !
Und nun kommt ein Kritiker und sagt, das könne nicht sein, denn die beiden Gleichungen seien nicht kompatibel. Seiner Meinung nach sollte wohl einer der beiden Personen den anderen erheblich vergrößert sehen, nach
y = y' * x. Aber das wäre wohl falsch, wie jeder zugeben wird.
Mit der gegenseitigen Wahrnehmung "verkleinerter" Zeit oder Länge ist es ebenso. Auch hier geht die eine Gleichung nicht aus der anderen durch Umwandlung hervor, sondern es handelt sich um zwei Gleichungen, wovon eine für das Eigensystem und die andere für das bewegte System gilt.
Hat das was genützt? Nein, der Kritiker hat es wieder nicht verstanden.
Dann gab ich es auf
Grüße
Harald Maurer
