Peter Knöpfheinz hat geschrieben:Mikesch hat geschrieben: Die Lichtuhr ist ein Modell, um sich die Zeitdilatation vorstellbar zu machen.Mike
Ok, damit kann ich leben! Die Lichtuhr samt der Diagonalen ist lediglich ein Modell zur Vorstellung und kann nicht zur Erklärung oder Herleitung der SRT dienen. Das Gleiche gilt für das Beispiel von Ernst. Wie wird die SRT dann hergeleitet?
Aus diversen Beobachtungen.
Die verschiedenen Messungen und Modelle der elektro-magnetischen Feldern wurden von Maxwell zu einer einheitlichen Modell zusammengefasst. Dabei ergab sich, dass die Lichtgeschwindigkeit nur von der elektrischen und der magnetischen Feldkonstanten abhängig ist. Damit ist die Lichtgeschwindigkeit auch eine Konstante, und zwar gleich für jeden Beobachter, egal wie schnell sich die Beobachter zueinander bewegten: Die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit. Das ist natürlich irritierend, da das den alltäglichen Erfahrungen widerspricht. Allerdings ist der relativistische Effekt bei niedrigen Geschwindigkeiten extrem klein.
Dieses Verhalten wurde durch diverse Versuche bestätigt. Es gab jetzt viele Unternehmungen, z.B. die Äthertheorie zu retten, der letzte große Versuch kam von Lorentz mit seiner LET. Als einfachste und vollständige Erklärung blieb dann schlussendlich die SRT übrig, die auf jeden Schnickschnack verzichtet und Raumzeit diese Eigenschaften zuschreibt.
Die mathematische Beschreibung der SRT wird direkt aus der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit hergeleitet. Dabei wird ein Ereignispunkt von zwei beliebig zueinander bewegten und positionierten Inertialsystem beschrieben. Daraus lässt sich einfach die Transformationsgleichung gewinnen, die überraschungsfrei exakt der Transformationsgleichung der LET entspricht. (Lorentz versuchte ja die selben Beobachtungen mathematisch zu beschrieben). Der Unterschied ist nur, das Lorentz das auf ein Äther der Erde bezieht und Einstein das auf beliebige Inertialsysteme. Der mathematische Ansatz der speziellen Relativitätstheorie lautet:
Für ein Interialsystem S:

und für ein Inertialsystem S':

. Bedeutet in beiden Fällen: Der Abstand eines Ereignisse P zum Ursprung ist der Betrag des Ortsvektors p = x(x,y,z). Die Strecke legt das Licht c in t Sekunden zurück. Das gleiche gilt für den selben Punkt aus Sicht von S', nur mit seinen Koordinaten: p = x'(x',y',z'), c und t'.
Da sich die Inertialsystem im linearen Raum bewegen, gilt auch ein lineare Gleichungssystem. (Bei nichtlinear ist es die ART).
Daraus ergibt sich der Lösungansatz:

mit

Durchgerechnet mit den obigen Rahmenbedingungen erhält man als Lösung die Lorentztransformation

. Das ist alles.
Mike