Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Was Du sagst ist Unfug.
Wenn Hunderttausende von Unschuldigen Menschen getötet wurden ist es ein Grund zu trauen, egal ob Verwandte darunter waren oder nicht.
Es werden jeden Tag unschuldige Menschen getötet. Ob in Afghanistan, im Irak, in Somalia, im Sudan, im Jemen... Dazu verhungern immer noch jeden Tag eine Menge Menschen, auch viele Kinder.
Wo ist da euer Einsatz, wo eure Beteiligung an Demonstrationen? Eure Trauer? Da hab ich von euch noch nie ein Wort dazu gehört.
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ein Land hat eine kollektive Geschichte und eine kollektives Gedächtnis, also auch eine kollektive Fähigkeit zum trauen. Die Menschen haben eine kollektive Fähigkeit zu trauen. Wir trauen um die Opfer des Holocausts, wir trauen um die Millionen von Soldaten, die in den Kriegen ihr Leben verloren haben, wir trauen um die zerbombten Zivilbevölkerungen, wir trauen um Hiroshima und Nagasaki, wir trauen um die Massaker, um die Gräueltaten und um die Genoziden überall auf der Welt, wir haben die Fähigkeit zu trauen, auch wenn keine Verwandte unter den Opfern waren, wir trauen über mehrere Generationen.
Was Du sagst ist grober Unfug.
Jocelyne Lopez
Ich brauche auch nicht kollektiv trauern. Das tut jeder so für sich alleine und jeder hat seinen eigenen Weg. Man kann sich im Kollektiv vielleicht gegenseitig trösten, aber kollektiv trauern geht nicht bei echter Trauer. Auch das kollektive Gedächtnis geht nicht, denn jeder hat seine eigene Erinnerung.
und irgendwann findet jede Trauer ihr Ende. Ich kann nicht immer an Vergangenem festhalten. Das Leben geht weiter und es gibt so viele schöne Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann.
Immer nur in der Vergangenheit rumwühlen statt in die Zukunft zu schauen - das sind ewig Gestrige. Kein Wunder, dass die die Welt so negativ sehen. Wenn du weiter dein Leben mit trauern verbringen willst - denn jeder Tag ist dann Gedenktag, auch wenn du die Menschen nicht persönlich gekannt hast und nicht mit ihnen verwandt bist - stelle ich dir gerne eine Liste zusammen. Darf's auch eine aktuelle sein? So für dein Selbstmitleid?
Und von denen die Dresden bombardierten oder die Befehle dazu gaben, lebt bestimmt auch keiner mehr. Und wo sind die Angehörigen der Verstorbenen? Wollten die auch demonstrieren oder gingen die lieber auf den Friedhof, um zum Gedenktag Blumen niederzulegen? Hatten die Demonstranten überhaupt Blumen dabei, für ihr 'Gedenken'?