Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Gerhard Kemme » Do 19. Mär 2009, 22:57

Faber hat geschrieben:Konsultieren Sie Einstein, Zur Elektrodynamik bewegter Körper, §3 Theorie der Koordinaten und Zeittransformation von dem ruhenden auf ein relativ zu diesem in gleichmäßiger Translationsbewegung befindlichen System, Seite 897ff = Seite 7ff des PDF-Dokuments. Dort leitet Einstein die (Lorentz-) Transformationsgleichungen als Konsequenz daraus her, dass Lichtstrahlen sich mit endlicher, konstanter Geschwindigkeit fortbewegen und dementsprechend Lichtlaufzeiten bestimmte Effekte zur Folge haben. Es ist unmittelbar einleuchtend, dass Lichtlaufzeiten durch Transformation simuliert oder aber auch herausgerechnet werden können.


Nach meinem gegenwärtigen Verständnis geht Albert Einstein von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in dem Sinne aus, dass der Wert der LG in unterschiedlichen Inertialsystemen gleichbleibend ist und auf die Annahme eines Lichtäthers verzichtet werden kann. Hierbei kann ich keine Laufzeiteffekte erkennen. Insbesondere kommt man auf den Gammafaktor 1/sqrt(1-v²/c²) rechnerisch sehr klar unter Annahme eines Lichtstrahls, für den einfach angenommen wird, dass er sowohl im Ruhesystem als auch im Bewegten System die gleiche Geschwindigkeit V(=c) hat. Wenn jemand meint, dass der Gammafaktor hergeleitet wird über Entfernungsmessungen mit Licht, wobei die Lichtlaufzeiten berücksichtigt werden müssen, dann möge er es hier eventuell einmal explizit notieren. So werden ständig Begriffe nur flüchtig angetippt aber als Argumentation nicht durchgezogen - zumindest ist dies meine Wahrnehmung.
Fazit: Gemäß dem angegebenen Link zur "Elektrodynamik bewegter Körper" ist von einer konstanten LG auch nach Transformation in ein anderes Koordinatensystem mit einem anderen Bewegungszustand die Rede, was in der Physik nicht möglich zu sein scheint, d.h. soetwas gibt es nur in der Mathematik. Mit Hilfe der Transformationsgleichungen kann man nun einmal für ein und denselben Lichtstrahl die gleiche Geschwindigkeit c berechnen, obwohl die Koordinatensystem unterschiedliche Geschwindigkeiten haben.

mfg
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Faber » Fr 20. Mär 2009, 00:26

@Bruno

Ich warte immer noch auf eine Antwort auf meinen Beitrag auf Seite 95, der sauber nachweist, dass die Corioliskraft eine reale, mechanische Kraft ist.

Können Sie etwa nur Copy&Paste und andere beleidigen? Oder können Sie auch erklären und argumentieren?

Gruß
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Corioliskraft

Beitragvon Faber » Fr 20. Mär 2009, 04:56

Bruno hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:7.) Es gibt eine mechanische Kraft in tangentialer Richtung auf die Kugel, die auch bei konstanter Winkelgeschwindigkeit wirkt. Es ist die Corioliskraft. Gäbe es diese Kraft nicht, dann könnten wir die Schiene auch entfernen, ohne dass sich dadurch die Trajektorie der Kugel ändert.

Das habe ich schon zweimal erklärt: Die Tangentialkraft die über die Schiene auf die Kugel wirkt, wirkt in Drehrichtung der Scheibe, die Corioliskraft wirkt aber entgegengesetzt zur Drehrichtung. Die Corioliskraft berechnet man - 2m*w x vr, die Tangentialkraft +2m*w x vr. Die Corioliskraft - 2m*w x vr ist eine Scheinkraft, die gleich große Tangentialkraft +2m*w x vr ist eine reale äußere Kraft, leider wird sie auch häufig falsch als Corioliskraft bezeichnet.

Vielen Dank, dass Sie anerkennen, dass es eine reale, mechanische Kraft gibt, die der Formel nach (bis auf das Vorzeichen) formal coriolismäßig aussieht.

Bisher hatten Sie scharo geraten, sich nicht von mir (und Ernst) beirren zu lassen, und Sie hatten mir mehrfach vorgeworfen, ich könne "wie Einstein und die meisten Physiker" nicht zwischen Absolut- und Relativbewegung unterscheiden.

Daher nochmals danke.

(Ihr) Prof. K.-A. Reckling sagt, die Corioliskraft (mit Minuszeichen), von der er in dem Text spricht, den Sie zitieren, ist "keine wirkliche Kraft im Sinne der Mechanik". Da hat er völlig recht. Denn sie bewirkt scheinbar eine scheinbare Ablenkung einer in Wahrheit inertialen Bewegung, die beschleunigten Beobachtern gekrümmt erscheint mag, wenn sie vergessen, dass sie selbst beschleunigt sind.

Nun habe ich folgende Fragen/Bitten:

1.) Wie lautet denn der richtige Name der realen, mechanischen, minuszeichenlosen, ihrer Meinung nach fälschlicherweise Corioliskraft genannten Kraft?

2.) Erwähnt Prof. K.-A. Reckling in seinem Lehrbuch, dass es diese Kraft gibt, oder nicht?

3.) Wie nennt Prof. K.-A. Reckling ggf. diese Kraft?

4.) Könnten Sie ggf. bitte zitieren, was er zu dieser Kraft sagt?


Gruß
Faber
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Trigemina » Fr 20. Mär 2009, 06:59

Chief hat geschrieben:Es gibt keine Lorentzkraft. Das sind nur magnetische und elektrische Kräfte, die auf el. Ladungen und el. Ströme (Magnetismus) wirken.


Im Ruhesystem des Ladungsträgers gibt es die Lorentz-Kraft nicht, im Ruhesystem des Magnetfeldes jedoch bildet die relativ dazu bewegte elektrische Ladung einen elektrischen Strom. Nach der ersten Maxwellschen Gleichung entsteht daher ein zusätzliches magnetisches Feld, das sich mit dem H-Feld des Magnetpols überlagert und als Lorentz-Kraft identifiziert werden kann.

Gruss
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Hannes » Fr 20. Mär 2009, 09:33

Hallo Joachim !

    Die Geschwindigkeit des Lichtes im Vakuum hängt ausschließlich von den Eigenschaften des Vakuums ab
.....und nicht von irgendeinem Beobachter !

    Im Ernst: Spekulationen sind ganz nützlich, um sich über Möglichkeiten klar zu werden. Aber ich betreibe Physik gerne hier auf der Erde oder in nächster Umgebung.
Bin ich auch der Meinung, dass Spekulationen und „Gedankenexperimente“ nichts bringen.
Wir werden ja sehen, was Haralds echtes Experiment bringt, wenn man es überhaupt zur Veröffentlichung zulässt.

Ich danke dir für deine sachliche Diskussion.

Mit Gruß Hannes
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Fr 20. Mär 2009, 11:11

Lieber Bruno,

das Problem mancher ist, daß sie manche Beiträge nicht richtig lesen oder richtig verstehen und dennoch sich bemüßigt fühlen, andere Teilnehmer zu beleidigen.

Bruno hat geschrieben:Diese Zusatzkräfte, nämlich die Führungskraft Kf =- mbf und die Coriolis­kraft KC =-mbC = - 2mw x vr greifen für den Beobachter „scheinbar" noch an der Masse m an. Sie sind keine wirklichen Kräfte im Sinne der Mechanik, da sie ja von der Beschleunigungsseite des Schwerpunktsatzes herrühren. Sie kompensieren den Fehler, den der Beobachter begehen würde, wenn er im Schwerpunktsatz die absolute Beschleunigung b durch die relative br ersetzte.

Das von Reckling (war auch eins meiner Bücher) ist doch unbestritten die Aussage der Technischen Mechanik. Diese "scheinbaren" Kräfte werden als Trägheitskräfte bezeichnet. Und will der Beobachter keinen Fehler machen, muß er deren reale Wirkung in die Rechnung einbeziehen.

Die daraus folgenden Formeln zur Berechnung diese Effekte habe ich mehrmals angegeben. Willst Du die in Frage stellen? Oder was willst Du?

Eine verbale Reaktion auf Deine Frechheit erspare ich mir.

Ernst
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Fr 20. Mär 2009, 16:42

Lieber Bruno,

Bruno hat geschrieben:Besonders, wenn er mir auch noch völlig grundlos unterstellt, dass ich nicht zwischen Vektor v und Betrag eines Vektors /v/unterscheiden könne.

Ich habe nicht geschrieben, daß Du das nicht kannst, sondern daß du das in Deiner mißverständlichen Darstellung getan hast.

Bisher war ich der Meinung, dass ds/dt = v die Momentangeschwindigkeit zum Zeitpunkt t mit den Geschwindigkeitskomponenten in x-,y-, und z-Richtung sei.

Bild

Im Text beschreibst Du klar einen Vektor ds/dt=v und in Deiner Formel bezeichnest Du mit ds/dt lediglich den Betrag des Vektors. Es muß daher in der Formel heißen │ds/dt │

Im übrigen habe ich Dir wiederholt bestätigt, daß Deine Zitate alle richtig sind. Sie stammen ja aus fachlich kompetenter Quelle.

Und es geht hier auch gar nicht um diesen Punkt. Bestritten wird der gängige physikalische Inhalt des Begriffes und des Wesens einer Relativgeschwindigkeit. Und da sagt die Mechanik eben, die Relativgeschwindigkeit zweier Punkte ist die Vektordifferenz ihrer beiden Geschwindigkeitsvektoren. Dem kannst Du zustimmen?

Liebe Grüße
Ernst
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Fr 20. Mär 2009, 16:56

Hallo Hannes,

Hannes hat geschrieben:
Hallo Joachim !
Die Geschwindigkeit des Lichtes im Vakuum hängt ausschließlich von den Eigenschaften des Vakuums ab

.....und nicht von irgendeinem Beobachter !
Selbstverständlich. Davon war auch nie die Rede.


da bist Du ja nun endlich auch bei der SRT gelandet :)
Wenn Du nun dem 2.Postulat zustimmst, mußt du ja die SRT nicht mehr "weiterentwickeln". ;)

Mein Beobachter bleibt stur. Seine VakuumLG wächst, wenn er sich auf den "Strahler" zubewegt. Entweder haust er im Äther (was ich kaum annehme) oder er fliegt einfach den Photonen entgegen.

Gruß
Ernst
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Re: Corioliskraft

Beitragvon Sebastian Hauk » Fr 20. Mär 2009, 16:57

Faber hat geschrieben:7.) Es gibt eine mechanische Kraft in tangentialer Richtung auf die Kugel, die auch bei konstanter Winkelgeschwindigkeit wirkt. Es ist die Corioliskraft. Gäbe es diese Kraft nicht, dann könnten wir die Schiene auch entfernen, ohne dass sich dadurch die Trajektorie der Kugel ändert.


Bruno hat geschrieben
Das habe ich schon zweimal erklärt: Die Tangentialkraft die über die Schiene auf die Kugel wirkt, wirkt in Drehrichtung der Scheibe, die Corioliskraft wirkt aber entgegengesetzt zur Drehrichtung. Die Corioliskraft berechnet man - 2m*w x vr, die Tangentialkraft +2m*w x vr. Die Corioliskraft - 2m*w x vr ist eine Scheinkraft, die gleich große Tangentialkraft +2m*w x vr ist eine reale äußere Kraft, leider wird sie auch häufig falsch als Corioliskraft bezeichnet.



Und diese Kraft ist die Zentripetalkraft.


http://de.wikipedia.org/wiki/Zentripetalkraft
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Fr 20. Mär 2009, 17:03

Sebastian Hauk hat geschrieben:Und diese Kraft ist die Zentripetalkraft.

Und der Mond ist ein Klappstuhl.
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