Julian Apostata hat wieder mal was gerechnet was längst gerechnet wurde und Regeln aufgestellt die nicht mal Einstein eingefallen sind. Aber seine Erklärungen nützen leider gar nichts!
Machen wir ein Experiment zur ZD: Wir stellen zwei Uhren nebeneinander hin, stellen beide auf Null und setzen eine davon in Bewegung. Wir lassen die bewegte Uhr mit 0,5 c solange dahin sausen, bis die ruhende Uhr 0,577 s anzeigt, dann lesen wir beide Uhren ab. Was wird die bewegte Uhr anzeigen? Sie ist langsamer gelaufen und wird 0,5 s anzeigen! Nämlich nach bekannter Formel zur ZD um 0,077 s zurück geblieben sein. Lassen wir sie lt. ruhender Uhr 1,1547 s lang laufen, wird die Anzeige der bewegten Uhr 1 s sein! Auf keinen Fall werden die Uhren eine Zeitdifferenz von einer halben Sekunde haben und völlig aus der Luft gegriffen wäre die Behauptung, 1 s auf der einen Uhr entspräche 0,577 s auf der anderen.
Genauso entsprechen die unterschiedlichen Zeitangaben der Uhren im Zwillingsparadoxon beim Vergleich nach Rückkehr des Reisenden einander nicht, sondern zeigen einen ganz konkreten Zeitunterschied an, um welchen der reisende Bruder tatsächlich langsamer gealtert ist!
In meinem Szenario ergibt sich ein Zeitunterschied mit der LT (die bereits alle Effekte berücksichtigt) zwischen 1 s in S und 0,577 s in S' - und das entspricht einander eben so wenig wie der Zeitunterschied und Altersunterschied bei den Zwillingen!
Dieser Unterschied kommt - wie Julian selbst bestätigt - dadurch zustande, dass das Licht in S 1 LS mit c durchmisst und in S' 0,577 LS mit c durchmisst. Die LG ist eine Konstante und an dem Zeitunterschied kann nicht gerüttelt werden, denn das Licht braucht eben nun mal für 1 LS 1 s und für 0,577 LS 0,577 s, und diese beiden Laufzeiten können selbstverständlich einander nicht entsprechen! Das heißt aber auch, dass die Uhr im IS S erst 0,5 s anzeigt, wenn die Uhr in S' auf 0,577 s steht! Explodiert nun die Bombe, weil sie von Licht in S' getroffen wird, kann sie in S nicht mehr explodieren, weil hier das Licht erst die halbe Strecke der 1 LS durchmessen hat. Denn in S kommt die Uhr dem Licht nicht entgegen, aber in S' tut sie es und reduziert daher die Laufstrecke für das Licht auf die Hälfte, die hier mit c durchmessen wird. Kommt das Licht in S' daher nach 0,577 s an, ist es in S erst die halbe Strecke gelaufen und müsste noch 0,5 s lang weiter zur Bombe laufen, um nach 1 s da anzukommen. Explodiert die Bombe erst jetzt, dann wurde diese Explosion in S' eine halbe Sekunde früher registriert. Egal, wie man es dreht und wendet, das Resultat das LT ist absurd!
Die Nebelgranate mit der RdG greift hier nicht, denn der Unterschied in den Zeitpunkten der Bombenexplosion abhängig vom Bezugssystem IST bereits die Wurzel der RdG, denn diese unterschiedlichen Zeitpunkte könnten nicht nur eine Bombenexplosion bezeichnen, sondern auch die Synchronisation einer Uhr, die eben abhängig vom Bezugssystem wegen unterschiedlicher Laufzeiten des Lichts unterschiedlich ausfällt. Mein Bombenszenario demonstriert, dass das aber niemals funktionieren kann!
julian apostata hat geschrieben:“Regel 1”: gegenüberliegende Uhren ticken um den Faktor k verlangsamt
“Regel 2”: gegenüberliegende Maßstäbe erscheinen um den Faktor k verkürzt
“Regel 3”: gegenüberliegende Uhren “müssen” derart zeitversetzt ticken, so dass in beiden Systemen ein konstantes c gemessen wird.
Die Uhren "müssen" gar nichts. Die Zeitdifferenz zwischen S und S' kommt schlicht und einfach durch die unterschiedlichen Laufzeiten des Lichts zustande, das bei x=x'=0 und t=t'=0 emittiert wurde. Sie können daher aufgrund dieses gleichen räumlichen und zeitlichen Bezugspunktes am Koordinatenursprung nicht so zeitversetzt laufen, damit die LG in jedem IS mit c gemessen werden kann, denn dies wird vom Postulat
vorausgesetzt, und genau aufgrund dieses Postulats ergeben sich diese Zeiten und jeder Beobachter sollte feststellen, dass die in seinem System durchmessene Laufstrecke mit c durchmessen wurde, denn in S' trifft das Licht eben über die Strecke von 0,577 LS nach 0,577 s ein und in S durchläuft es eben 1 LS in 1 s. Die LT ergibt genau das und die Uhren in den Systemen sollten das anzeigen. Aber bedeutet das unterschiedliche Ankommen des Lichts am Ziel auch das Ereignis einer Bombenexplosion, dann ergibt das eben einen Widerspruch, von dem die Maus kein Haar abbeißen kann! Mit dieser Bombe fliegt die ganze SRT in die Luft!
Zu behaupten, die Dauer eines Lichtlaufs über eine Strecke von 0,577 LS mit 0,577 s und eine Dauer des Lichtlaufs über eine Strecke von 1 LS in 1 s würden einander entsprechen, zeigt, dass Julian trotz aller Jongliererei mit den Formeln der LT den physikalischen Hintergrund nicht nachvollziehen kann und daher nicht in der Lage ist zu erkennen, ob ein Ergebnis aus der LT absurd ist oder nicht. Das Licht hat nun mal aufgrund des absurden Postulats unterschiedliche Laufzeiten zur Bombe, weil es in S' nicht zu c-v transformieren darf, wie es klassisch mit Äther der Fall wäre und sich das Problem daher nicht ergäbe. In meinem Szenario stolpert dieses Postulat über die eigenen Beine, weil es eben nicht sein kann, dass eine Bombenexplosion vorher registriert wird, ehe sie geschieht oder in S nicht nach 1 s explodieren kann, weil sie in S' vorher explodiert und in S die Uhr dann erst auf 0,5 s steht - womit in S dann eine LG von c+v gemessen wäre!
Der liebe (oder nicht liebe) Gott (oder was immer auch) hat das Universum nicht samt Julians 3 Regeln zur LT erschaffen, denn diese Regeln sind nicht naturgegeben vorausgesetzt, sondern eine Folge der Uhrensynchronisation mit Licht in zueinander bewegten Inertialsystemen. Genau diese Synchronisation steckt in meinem Szenario drin. Solche Regeln im Nachhinein aufzustellen können die Absurdität des Transformationsergebnisses aber nicht ursächlich erklären. Auch nicht, wenn man das Pferd von hinten aufzäumt, und diese aus der Synchronisation erwachsenen Regeln einfach quasi als Naturgesetz schon vor die LT setzt. Julians Argumentation ist daher logisch unhaltbar.
Grüße
Harald Maurer