Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Do 12. Jan 2012, 15:54

Harald Maurer hat geschrieben: Lieber Hannes, selbst wenn ich schizophren wäre, könnte das nur eine psychische Eigenschaft sein und ich würde niemals aus zwei Körpern bestehen!

Diese Körperverdopplung könnte auch andere Ursachen haben, wie unkorrigierten Silberblick oder weit häufiger noch übertriebenen Genuß hochprozentigen Getränks. ;)

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » Do 12. Jan 2012, 16:05

Chief hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
...
Wir suchen einen Körper, welcher eine Kraft radial vom Zentrum aus Richtung Gondel ausübt. Denn so ist die Zentrifugalkraft definiert...


Nein, die Zentrifugalkraft ist nicht so definiert.


Nicht?
Wiki: Die Zentrifugalkraft, auch Fliehkraft genannt, ist eine Trägheitskraft, die ein Beobachter wahrnimmt, der sich in einem rotierenden Bezugssystem befindet.
In einem solchen Bezugssystem wirkt auf alle beobachteten Objekte – auch auf den Beobachter selbst – eine Zentrifugalkraft, die senkrecht auf der Rotationsachse des Systems steht und nach außen zeigt.
Wiki lügt schon wieder. Und die Zeichnung von Herrn Greiner gehört auch auf den Müll.
Wie ist sie denn definiert, diese seltsame Kraft?
Ernst hat geschrieben:Kann natürlich auch sein, daß der gesuchte Körper von außen radial an dem Körper zieht. Ein Magnet an einem mitrotierenden Ausleger vielleicht?

Oder wir übergeben das Problem an die Esoteriker. Die sind nämlich auf Kräfte, die man auf sich selbst ausübt, spezialisiert. Da kann man sich sogar selbst finden und noch viele andere tolle Dinge tun. Eins sein mit dem Universum z.B. Die definieren uns die Zentrifugalkraft schon so, dass es eine Freude ist 8-)

Grüße
Harald Maurer
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Gerhard Kemme » Do 12. Jan 2012, 17:37

Hannes hat geschrieben:
Wenn ich bloß wüsste, wo diese ominöse Kraft eigentlich herkommt! Die ist da einfach so mir nix dir nix hingezeichnet und erscheint mir richtig rätselhaft.

Wenn du das wusstest, wärest du reif für einen Nobelpreis. Denn kein Mensch weiß bis heute. was Masse und Masseträgheit eigentlich sind. Vielleicht können die Herrn vom Cern das in einiger Zeit erklären. Versprochen haben sie es bereits.


Wenn Du hin und wieder meine Einlassungen zu dieser Thematik studieren würdest, dann wüßtest Du es. :mrgreen: Trotzdem gibt das keinen Nobelpreis. :(
Man muß, wenn man Erklärungen fordert, eine Ebene runter gehen - das ist wie bei den alphanumerischen Zeichen und der Frage, wie das kommt, dass da plötzlich ein "k" im Schreibfeld des Beitrages steht.
Inhaltlich: Wenn Zug- oder Druckkraft ausgeübt werden, dann ist solche Kraftübertragung nicht instantan, d.h. die Kraftwirkung solcher Verschiebungen überträgt sich mit Schallgeschwindigkeit des Mediums

http://de.theoriefinder.wikia.com/wiki/Verschiebung_eines_Gegenstandes

das ist wie bei einem störrischen Esel, der nur widerstrebend hinter seinem Besitzer her geht - der Strick spannt sich - obwohl das Tier nur etwas verzögert. Im Falle der Trägheitskraft haben sich in der Materie die am Zugpunkt befindlichen Moleküle bereits bewegt, während die Moleküle am Ende des Gegenstandes sich noch an derselben Stelle befinden - d.h. der Gegenstand wird wie eine Zugfeder in die Länge gezogen - und da haben wir dann die Zentrifugalkraft - oder allgemein die Trägheitskraft.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Kurt » Do 12. Jan 2012, 18:10

Gerhard Kemme hat geschrieben:d.h. der Gegenstand wird wie eine Zugfeder in die Länge gezogen - und da haben wir dann die Zentrifugalkraft - oder allgemein die Trägheitskraft.


Anfangs der Debatte hatte ich angeregt eine kleine Kugel in einen Käfig zu sperren, quasie als Messgerät.
Rund herum im Käfig sind Druckaufnehmer, sie dienen als Kraftmessgeräte, und zwar für "drückende" Kräfte. So wie es die Gravitation auch macht.

Wenn so ein Kugelkäfig, mit einer Prüfmasse (Kugel) darin, im Karussell umläuft dann ist ganz klar und einfach die Kraftwirkung und die Wirkrichtung zu messen.
Nämlich an den innen im Kugelkäfig angebrachten Sensoren.

Wenn das Karussell sich nicht dreht dann ist nur eine Kraft messbar.
Die Kraft die die Materie der Kugel selber ausübt, die Gravitation.

Wenn das Karussell sich dreht ist, unabhängig des Bezuges den man gewählt hat, eine Kraft messbar die nach aussen zeigt.
Je schneller desto grösser.

Eine Kraft die nach innen zeigt ist weder bei Stillstand noch bei Drehung des Karussells vorhanden.

Es wird also eine Kraft die nach aussen zeigt als Scheinkraft bezeichnet, eine Kraft die nicht vorhanden ist als Kraft (Zentripedalkraft).

Schon etwas seltsam.

Diese nicht vorhanden Kraft ist es dann auch die das Seil reissen lässt wenn sie die vorhandene "Scheinkraft"! immer grösser wird.

Wiederum etwas seltsam:

Die Erklärung der auftretenden Kräfte, der dynamischen Kräfte, ist dann ganz einfach wenn man sich die Vorgänge in der Natur anschaut.

Und da ist zu sehen dass alles schwingt, die Materie selber aus Schwingung besteht.
Und da jede Schwingung etwas "Zeit" braucht ist es auch verständlich wieso Trägheit vorhanden ist.
Die Trägheit an sich, quasi als -Ding-, existiert nicht.
Sondern es ist einfach die Verzögerung der Anpassung an den neuen Zustand.
Und der ist die Ursache der Trägheit, damit der aufretenden Kräfte.

Gruss Kurt
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Do 12. Jan 2012, 18:55

Kurt hat geschrieben:Eine Kraft die nach innen zeigt ist weder bei Stillstand noch bei Drehung des Karussells vorhanden.

Ja Kurt, wenn Du es sagst. Dann sind es eben Elfen, die die Bahn der Gondel nach innen ablenken.

Die Lernschwäche einiger Teilnehmer zu dieser Problematik scheint so ungewöhnlich nicht zu sein, wie die Erfahrung der Pädagogen mit Gymnasiasten zeigt. Die haben oftmals die gleichen Hemmnisse, diese Dinge richtig zu erfassen, wie die hiesigen "Experten":

HÄUFIG AUFTRETENDE SCHÜLERVORSTELLUNGEN IN DER MECHANIK

Genau die Fehlschlüsse, welche die Strategen hier verzapfen.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Do 12. Jan 2012, 19:43

Gerhard Kemme
das ist wie bei einem störrischen Esel, der nur widerstrebend hinter seinem Besitzer her geht - der Strick spannt sich - obwohl das Tier nur etwas verzögert. Im Falle der Trägheitskraft haben sich in der Materie die am Zugpunkt befindlichen Moleküle bereits bewegt, während die Moleküle am Ende des Gegenstandes sich noch an derselben Stelle befinden - d.h. der Gegenstand wird wie eine Zugfeder in die Länge gezogen - und da haben wir dann die Zentrifugalkraft - oder allgemein die Trägheitskraft.

Der Vergleich ist gut.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Do 12. Jan 2012, 19:52

Chief hat geschrieben:


Sagt der Oberlehrer! :mrgreen:


Auszug:

(b) Kraft und Reaktionskraft greifen am gleichen Körper an.
Die leicht fehlinterpretierbare Reaktionskraft bietet sich als am gleichen Körper angreifende Gegenkraft geradezu an. Im engen Zusammenhang dazu steht die Fehlvorstellung:#

(c) Die Fliehkraft ist die Gegenkraft zur Zentripetalkraft.
Bei Kreisbewegungen wirkt nach durchgängig vorhandener Auffassung von Schülern und Studenten immer eine nach außen gerichtete Zentrifugalkraft. Insbesondere leistungsstarke Schüler argumentieren, daß eine Zentrifugalkraft vorhanden sein müsse, die die Zentripetalkraft kompensiere, weil sich sonst der Körper radial nach innen bewegen würde.


Immerhin entspricht Deine Fehlvorstellung jener einiger leistungsstarker Schüler. Aber die lernen es schon noch.

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Newton

Beitragvon rmw » Do 12. Jan 2012, 19:53

Harald Maurer hat geschrieben:Der Verursacher dieser Kraft müsste daher stets ein anderer Körper sein.

Das steht weder bei Newton noch sonst irgendwo.

Harald Maurer hat geschrieben:Eine Kraft der Gondel zieht die Gondel ... das geht eben nicht.

Warum sollte das nicht gehen, es steht nirgendwo dass eine Kraft nur eine äußere Kraft sein kann.

Harald Maurer hat geschrieben:Die Zentrifugalkraft kann auch keine Reaktionskraft auf die Zentripetalkraft sein, denn da haben wir wieder das Einkörperproblem.

Das steht nirgendwo das dass nicht sein darf.

Harald Maurer hat geschrieben:Also was ist die Zentrifugalkraft?

Eine Massenträgheitskraft eben.

Harald Maurer hat geschrieben:Es ist überhaupt keine Kraft, sondern eine mathematische Hilfsmaßnahme,

Eine mathematische Hilfsmaßnahme ist es nur dann wenn man ein drehendes System so quasi als IS ansieht, was aber ohnehin keinen Sinn macht.

Harald Maurer hat geschrieben:Es sei denn, man kann mir endlich jenen anderen Körper zeigen, von dem aus die Zentrifugalkraft radial auf die Gondel wirkt.

Es steht nirgendwo dass eine Kraft nur eine äußere Kraft sein kann.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Do 12. Jan 2012, 20:05

Hannes hat geschrieben: Setz dich bitte in eine Gondel des Karussels und du wirst spüren, dass DU SELBST der gesuchte Körper bist.

Diese merkwürdige Verdopplung des eigenen Körpers durch die Vorstellung, die Zentrifugalkraft auf den eigenen Körper sei die Reaktion auf die Zentripetalkraft auf den eigenen Körper ist den Pädagogen bei lernschwachen Schülern auch bestens bekannt:

HÄUFIG AUFTRETENDE SCHÜLERVORSTELLUNGEN IN DER MECHANIK

Auszug:

Ein Schüler sagt: "Die Zentrifugalkraft ist eine auf sich selbst ausgeübte Kraft, die das Auto nach außen schleudert."


Muß Dir bekannt vorkommen. Der Schüler aber lernt es irgendwann.

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Re: Newton

Beitragvon Ernst » Do 12. Jan 2012, 20:11

rmw hat geschrieben: Das steht nirgendwo das dass nicht sein darf.

Das was Harald sagt, steht überall. Und es ist richtig, daß das Schülern mitunter schwer zu vermitteln ist. Dir auch. Lies das mal aufmerksan durch:

HÄUFIG AUFTRETENDE SCHÜLERVORSTELLUNGEN IN DER MECHANIK

Paßt für Dich und einige hier wie die Faust aufs Auge. Aber da es die Schüler irgendwann richtig lernen, sehe ich auch bei Euch einen Silberstreif am Horizont.

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