Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon fallili » Fr 6. Mär 2015, 04:00

Harald Maurer hat geschrieben:Natürlich bewegt sich die Bombe mit 0,5 c gegen das Lichtsignal, das im IS' c hat! Dadurch wird die Lichtlaufstrecke verkürzt. Das hat mit der Invarianz der LG gar nichts zu tun. Wenn Deiner Meinung nach keine Bewegung gegen ein Lichtsignal möglich ist, könnte eine Geschwindigkeits-Radarmessung nicht funktionieren. Auch da bewegt sich das zu messende Objekt gegen das Radarsignal oder von diesem weg. Dementsprechend verändern sich die Signallaufzeiten. Dein Einwand ist daher unrichtig!
..........
Es ist also sehr wohl möglich, einem Lichtsignal davon zu laufen oder ihm entgegen zu kommen!
Diese "missglückte Uhrensynchronisation" ist die Ursache für die RdG. Denk mal darüber nach. Aber seitdem du an die SRT glaubst, hast Du wohl aufgehört zu denken!

Grüße
Harald Maurer

Ich sag nicht, das keine Bewegung gegen ein Lichtsignal möglich ist, ich sag nur dass die Relativgeschwindigkeit des Lichtes zu einem Objekt niemals 0,5 c ist sondern immer 1 c ( wo bleibt denn sonst die Invarianz?)
Und wozu Du für eine Radarmessung eine andere Geschwindigkeit zwischen Licht und Auto als c brauchst ist mir auch unklar.
Entweder wird einfach der Dopplereffekt beim "Rückstrahl" ausgenutzt, oder man kümmert sich gar nicht um Frequenzverschiebungen und macht einfach zwei Entfernungsmessungen. Entfernung bei t1 dann Entfernung bei t2 und schon kommst problemlos auf die Geschwindigkeit.

Natürlich kann ich einem Lichtsignal davonlaufen oder drauf zu laufen. Und natürlich hat das zeitliche Auswirkungen. Aber ich muss diese zeitlichen Auswirkungen immer nur in einem System betrachten. Zeiten von einem System einfach so ins andere übernehmen geht nicht - da kommt logischerweise dann was unbrauchbares heraus.

Und daher kann ich nur sagen (und ich bleibe dabei):
Sind im IS' 0,57735 Sekunden vergangen dann ist im IS 1 Sekunde vergangen - und genauso stehen auch beide Uhren wenn die Bombe explodiert.

Und um das auch mal wieder zu sagen:
Wenn in einem System eine Bombe die sich in 1ls Entfernung befindet daher per Lichtsignal auch nach 1 s gezündet wird, kümmert es diese Bombe (und eine Uhr) einen Dreck ob aus X verschieden bewegten Systemen die Zeit bis zur Zündung der Bombe anders ist.
An der Sekunde wird sich nie was ändern!
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Yukterez » Fr 6. Mär 2015, 05:06

Harald Maurer hat geschrieben:Natürlich bewegt sich die Bombe mit 0,5 c gegen das Lichtsignal, das im IS' c hat!
fallili hat geschrieben:ich sag nur dass die Relativgeschwindigkeit des Lichtes zu einem Objekt niemals 0,5 c ist sondern immer 1 c ( wo bleibt denn sonst die Invarianz?)

Ich glaube ihr redet aneinander vorbei. Harald meint anscheinend die Differenzgeschwindigkeit, und Fallili die Relativgeschwindigkeit!

search.php?author=yukterez&keywords=differenzgeschwindigkeit,

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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 09:51

Harald Maurer hat geschrieben:Nein, denn nach Galilei sind nur die Raumkoordinaten unterschiedlich, nicht aber die Zeiten! Auch diese Bemerkung geht daher ins Leere...

Unterschiedliche Raumkoordinaten sind also in Ordnung, unterschiedliche Zeitkoordinaten aber nicht. Wieso?
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 10:08

contravariant hat geschrieben:Falls zwischen den beiden Vorgängen in Ernst Beispiel ein kausaler Zusammenhang besteht, dann sind diese raumartig verbunden. Da die LT den Raumzeitabstand zwischen Ereignissen erhalten, bleiben diese auch in jedem anderen IS raumartig verbunden. Also bleibt die zeitliche Ordnung E2 vor E3 vor E5 vor E6 in jedem IS erhalten. Keine Verletzung des Kausalität.


Die Kausalität ist hier dadurch verletzt, weil in einem IS die Ursache für einen Folgevorgang verschwunden ist.

In S: Erster Blitz bei t1; Zweiter Blitz bei t2
In S': Erster Blitz bei t1'; zweiter Blitz bei t2' mit t1'=t2'

In Worten:
Wenn der erste Blitz einschlägt stehen alle Uhren in S auf t1 und alle Uhren in S' auf t1'
Wenn der zweite Blitz einschlägt, stehen alle Uhren in S auf t2 und alle Uhren in S' immer noch auf t2'=t1'

Das bedeutet, während in S die Zeitspanne t2-t1 vergangen ist, stand die Zeit in S' still t2'=t1'. Daher kann in dieser Zeit in S eine Ursache entstehen, die in S' nicht entstehen kann.

Ich weiß gar nicht, was da zu kritteln ist. Alles reine Formsache nach SRT. Oder was ist daran falsch: :?: :?: :?: :?:

t2'-t1'=0
(t2-v*x2/c²)gamma - (t1-v*x1/c²)gamma = 0
t2 - v*x2/c² - t1 + v*x1/c² = 0
t2-t1=v*x2/c²- v*x1/c²
t2-t1=(x2-x1)v/c²
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 10:25

contravariant hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:Nein, denn nach Galilei sind nur die Raumkoordinaten unterschiedlich, nicht aber die Zeiten! Auch diese Bemerkung geht daher ins Leere...

Unterschiedliche Raumkoordinaten sind also in Ordnung, unterschiedliche Zeitkoordinaten aber nicht. Wieso?


Es gibt ja gar keine Zeitkoordinaten entsprechend den Raumkoordinaten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigen alle Uhren in S eine gleiche Zeit t und alle Uhren in S' eine (andere) gleiche Zeit t'.
Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Da die SRT immer c erhalten muß, muß sie aber die Verhältnisse t/t' für jedes einzelne Ereignis variieren. Und zwar abhängig davon, an welchem Ort das Ereignis auftritt. Ein Ereignis am Ort x1 wird im anderen t/t' transformiert als das sonst ganz gleichartige Ereignis in x2. Es werden also mehrere Zeitebenen übereinandergelegt und und als eine Ebene verkauft. Sehr fragwürdig.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 6. Mär 2015, 10:44

Chief hat geschrieben:Nö, Harald meint die Relativgeschwindigkeit.

SO ist es!
:) H.M.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 6. Mär 2015, 11:37

contravariant hat geschrieben:Falls zwischen den beiden Vorgängen in Ernst Beispiel ein kausaler Zusammenhang besteht, dann sind diese raumartig verbunden. Da die LT den Raumzeitabstand zwischen Ereignissen erhalten, bleiben diese auch in jedem anderen IS raumartig verbunden. Also bleibt die zeitliche Ordnung E2 vor E3 vor E5 vor E6 in jedem IS erhalten. Keine Verletzung des Kausalität.

Das hat im vorgebrachten "Rasenbeispiel" nichts zu tun, denn die wachsenden Halme sind ja zueinander nicht kausal verbunden. Sondern es geht darum, dass es, wenn im IS die Blitze die Szene erhellen, kein Rasen zu sehen ist, wogegen im IS' , wenn der zweite Blitz die Szene erhellt, das IS ergrünt sein müsste. Wenn der Blitz A einem dort wartenden Gärtner mit Rasenmäher das Signal gibt, dass jetzt zu mähen sei, wird das nur aus Sicht vom IS' auch einen Sinn haben, denn im IS ist bei diesem Signal noch kein Rasen da! (Ernst bezeichnet das gestrichene System umgekehrt als ich, sollte aber nicht zur Verwirrung führen, da klar sei müsste, worum es geht).

Nun ist das zwar von mir bildhaft übertrieben, aber es ist nun mal so, dass im IS die Blitze gleichzeitig erfolgen, im IS' jedoch hintereinander, währenddessen hier eine Uhr läuft und zwischen den Blitzen eine Zeitspanne anzeigt, die im IS eben nicht existiert! Kann man ja mit der LT "mathematisch" vorführen. Kausalität hin oder her, in der nur im IS' existierenden Zeitspanne kann allerlei geschehen, was im IS eben nicht geschehen kann.

Also ist das Ganze ist nur eine Spielerei mit falsch synchronisierten Uhren, deren jede dennoch eine gültige "Zeit" anzeigen soll. Deswegen halte ich mich am liebsten in meinem Wohnzimmer auf, weil die Wanduhr dort ständig nachläuft. Auf die Weise habe ich schon etliche Lebensjahre eingespart! ;)

Seitdem die SRT existiert, haben die Debatten und Kritiken nicht mehr aufgehört. Und nicht, weil die Menschen zu dumm sind, die Theorie zu "verstehen", sondern weil sie schlicht und einfach Humbug ist, der sich auf eine ungeschickte Synchronisationsmethode stützt. Es geht aber auch anders, wie die rund um den Erdball verteilten gleichlaufenden Atomuhren beweisen, obwohl sie - auf unterschiedlichen Breitengraden stationiert - alle unterschiedliche Relativgeschwindigkeiten zueinander haben. Aber man synchonisiert sie eben auf geeignetere Weise, und die SRT bleibt ohnehin überall außen vor, weil sie lt. ART nur in infinitiv kleinen Räumen gültig sein könnte.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon fallili » Fr 6. Mär 2015, 12:23

Harald Maurer hat geschrieben:Das hat im vorgebrachten "Rasenbeispiel" nichts zu tun, denn die wachsenden Halme sind ja zueinander nicht kausal verbunden. Sondern es geht darum, dass es, wenn im IS die Blitze die Szene erhellen, kein Rasen zu sehen ist, wogegen im IS' , wenn der zweite Blitz die Szene erhellt, das IS ergrünt sein müsste. Wenn der Blitz A einem dort wartenden Gärtner mit Rasenmäher das Signal gibt, dass jetzt zu mähen sei, wird das nur aus Sicht vom IS' auch einen Sinn haben, denn im IS ist bei diesem Signal noch kein Rasen da! (Ernst bezeichnet das gestrichene System umgekehrt als ich, sollte aber nicht zur Verwirrung führen, da klar sei müsste, worum es geht).

Gar nicht so schlecht verständlich gemacht das Argument - Respekt, ist wirklich simpel und unmissverständlich!

Wenn ich das richtig sehe läuft das also so ab (vielleicht vertausche ich IS und IS ', wär aber egal) :

Erster Blitz in IS - kein Rasen weit und breit.
Zweiter Blitz in IS irgendwo anders nach 1 s - alles grün ( der Rasen wächst wirklich schnell - eindeutig Gentechnik ;) )
In IS' ist erster und zweiter Blitz gleichzeitig zu sehen - ist nun Rasen da oder nicht?

Meine Antwort:
Die Blitze schlagen ja an unterschiedlichen Orten ein (am selben Ort wär's trivial, weil sie da niemals aus irgendeinem IS' gleichzeitig zu sehen wären).
Also wird der Beobachter aus IS' sehen, dass am Ort wo der erste Blitz einschlägt nur die Erde da ist und am Ort wo der zweite Blitz einschlägt der Rasen da ist - dazwischen sieht er Rasen in stetig steigenden Halmlängen.

Ich bin eigentlich 100 %ig davon überzeugt, dass es so sein wird ( na ja - sicherheitshalber sag ich lieber 99,9999% - man kann sich ja immer irren) - falls ich auch noch einen unwiderlegbaren Beweis dafür finde, kommt der später, nun muss ich einkaufen gehen.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 12:38

fallili hat geschrieben:Die Blitze schlagen ja an unterschiedlichen Orten ein (am selben Ort wär's trivial, weil sie da niemals aus irgendeinem IS' gleichzeitig zu sehen wären).
Also wird der Beobachter aus IS' sehen, dass am Ort wo der erste Blitz einschlägt nur die Erde da ist und am Ort wo der zweite Blitz einschlägt der Rasen da ist - dazwischen sieht er Rasen in stetig steigenden Halmlängen.

Geht nicht.
In S ist Zeit zum Wachsen und die Grashalme wachsen natürlich gleichschnell, weil überall die gleiche Zeit vergeht.
Wenn die Halme in S' irgendwie (eventuell unterschiedlich hoch) sichtbar entständen, dann müßten sie zauberhaft in unendlich kurzer Zeit gewachsen sein. Denn Zeit zum Wachsen ist ja nicht da. Tischlein (Rasen) deck dich.

Zudem kann die SRT grundsätzlich keine Realitäten verändern. Einmal gleichhoher Rasen und andermal gestufter Rasen ist daher ohnehin Unsinn.

Die RdG fußt wie gesagt darauf, daß unterschiedliche Zeittransformationen übereinandergelegt werden. Physikalisch ganz unakzeptabel. Logisch sowieso.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Yukterez » Fr 6. Mär 2015, 13:16

Chief hat geschrieben:Nö, Harald meint die Relativgeschwindigkeit.
Harald Maurer hat geschrieben:SO ist es!

Das solltest du lieber nochmal überdenken, immerhin hieß es gerade eben noch:

Harald Maurer hat geschrieben:Natürlich bewegt sich die Bombe mit 0,5 c gegen das Lichtsignal, das im IS' c hat!

Wie jeder weiß ist die Relativgeschwindigkeit zu einem Lichtsignal immer c. Nur die Differenzgeschwindigkeit darf c±v betragen, die Relativgeschwindigkeit ist mit dem Additionstheorem zu ermitteln:

de.wikipedia.org/wiki/Relativgeschwindigkeit hat geschrieben:Die Differenzgeschwindigkeit zwischen A und B ist nicht gleich ihrer Relativgeschwindigkeit und hat insbesondere einen größeren Betrag. Während die maximale Differenzgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten relativ zu einem dritten Bezugssystem den Grenzwert 2c hat, liegt dieser für die maximale Relativgeschwindigkeit gegenüber jedem System bei c.

Wem willst du also glauben, Chief oder mir?

Recht habend,

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