Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Harald Maurer » So 16. Mai 2010, 23:26

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Es gilt der Strahlensatz. D.h., dass wenn das Photon (der Lichtstrahl) beim Kopf vorbei kommt, die Figur ja nicht stehen bleibt, wie du es dargestellt hast, sondern sie bewegt sich mit v weiter, was zur Folge hat, dass sich das Photon (der Lichtstrahl) parallel zum bewegten Körper nach unten bewegt. Die Figur wirft also den Schatten auf ihre Füße, so als wäre die Lichtquelle bei einer unbewegten Figur senkrecht über dem Kopf. Ergo, keine Ätheraberration.

Irreführende Darstellung :!:
richtiger_schatten.JPG
richtiger_schatten.JPG (14.35 KiB) 4778-mal betrachtet


Der Schatten wird ja nicht von einem einzigen Photon verursacht! Sondern da kommt ja eine Wellenfront daher. Der Schatten fällt deshalb genau so aus, wie ich dargestellt habe. Das Männchen ist ja nichts anderes als ein schräg angeleuchtetes Objekt - und wie so ein Schatten dann aussieht, kann doch jeder mit einer Lampe und einem bewegten Objekt ausprobieren. Ob sich das Objekt bewegt oder nicht, spielt gar keine Rolle.
Gar keine Frage, die Galilei-Transformation erzeugt unterschiedliche Schatten. Aber eine Transformation darf am Ereignis gar nichts ändern. Kurt hat es ganz richtig erkannt: nur wenn das Männchen sich schräg legt, wirft es keinen langen Schatten!
Ergo, Deine Widerlegung der Ätheraberration betrachte ich als gescheitert!

Zwischen den beiden Darstellungen besteht kein Unterschied. Auch mein Männchen bewegt sich, aber nur der Schatten ist maßgeblich, welcher im Augenblick der Messung existiert! Du kannst doch nicht behaupten, weil ein einziges Photon über den Kopf kommt, wirft der restliche Körper keinen Schatten mehr! Da kommt doch ein Lichtkegel vom Abstrahlpunkt, der aus unzähligen hintereinander folgenden und schräg gestellten Wellenfronten besteht. Die Wellenfront, die den Boden im Augenblick der Messung erreichen soll, käme jedenfalls nicht durch das Männchen hindurch.
schatten3.JPG
schatten3.JPG (14.68 KiB) 4776-mal betrachtet

Das Männchen läuft dem Licht ja nicht davon. Es ist doch wesentlich langsamer unterwegs als das Licht! Deine Darstellung stimmt nur, wenn das Männchen fast Lichtgeschwindigkeit hat...
Grüße
Harald Maurer
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schatten2.JPG
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Harald Maurer » Mo 17. Mai 2010, 00:16

@ fb557ec2107eb1d6
Im Bezugssystem des Männchens ergibt die Galilei-Trafo Deiner Darstellung nach, dass das Licht von oben kommt. Wie erklärst Du denn im Äthersystem den Schatten der linken Hand des Männchens?
schatten4.JPG
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Grüße
Harald Maurer
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Mo 17. Mai 2010, 07:08

Hallo Harald,
Dein Bezug auf den Äther war hilfreich, um die Situation klarzustellen.
In beiden Bildern ist das Bezugssystem der Äther. Im linken Bild steht Jupiter fest und die Sphäre breitet sich konzentrisch um ihn aus. Die Erde/Basis ist demgegenüber mit v bewegt. Was ich da eingezeichnet habe, ist der ganz gewöhnliche Aberrationseffekt. Diese "normale" Aberration ist der Beweis, daß eben nicht die Sehrichtung der Wellennormalen entspricht. sonst gäbe es gar keine Aberration.
Im rechten Bild erzeugt Jupiter die Sphäre und bewegt sich danach gemeinsam mit der Erde/Basis mit v in die neue dargestellte Position. Auf der Erde erscheint wieder ein Aberrationswinkel gegenüber der ursprünglichen Position. Die Sichtachse ist wieder gegnüber der ursprünglichen Position geneigt. Aber jetzt hat sich ja der Jupiter tatsächlich in diese Position entsprechend dem Aberrationswinkel bewegt.
Ich denke, nun ist alles klar.

Gruß
Ernst

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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Sebastian Hauk » Mo 17. Mai 2010, 17:30

Hallo,

300 km/s in der Sekunde ergeben bei einer Strecke von 1 m eine Abweichung von einem 1 mm. Wenn ein Laser also eine Wand anleuchtet dann müsste laut Lorentz-Äther der Lichtstrahl 1 mm neben der gedachten senkrechen Linie auftreffen.

Das müsste messbar sein.

Gruß

Sebastian
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Mo 17. Mai 2010, 17:50

Hallo Sebastian,
Sebastian Hauk hat geschrieben:300 km/s in der Sekunde ergeben bei einer Strecke von 1 m eine Abweichung von einem 1 mm. Wenn ein Laser also eine Wand anleuchtet dann müsste laut Lorentz-Äther der Lichtstrahl 1 mm neben der gedachten senkrechen Linie auftreffen.
Das müsste messbar sein.

Ich habe doch gerade gezeigt, daß das nicht so ist. Es ist die Situation im rechten Bild.
Der Laserstrahl wird durch Ätherwind nicht abgelenkt.

Gruß
Ernst
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Sebastian Hauk » Mo 17. Mai 2010, 18:06

Hallo Ernst,

bin ja jetzt kein Physiker und schreibe hier aus diesem Grund ja auch nur spaßeshalber. Müsstest mir aus diesem Grund das ganze noch ein bisschen genauer erläutern. Die Erde bewegt sich mit 300 km/s durch den Äther. Das Licht bezieht sich immer auf den Äther und macht aus diesem Grund die Geschwindigkeit der Erde durch den Äther nicht mit. Die Erde entfernt sich also mit 300 km/s von dem Lichtstrahl und zwar senkrecht.

Wenn ich also eine Taschenlampe einschalte, dann bewege ich mich mit 300 km/s von dem Lichtstrahl weg. Es ist wird zwar immer ein neuer Lichtstrahl erzeugt und die Lichtgeschwindigkeit beträgt auch 300.000 km/s, aber das Licht wird nicht genau senkrecht auftreffen.

Könntest Du mir jetzt noch mal etwas anders erläutern warum das jetzt nicht so ist? Oder auch welchem Grund das jetzt nicht messbar ist?

Gruß

Sebastian
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Mo 17. Mai 2010, 19:25

Hallo Sebastian
Sebastian Hauk hat geschrieben:Müsstest mir aus diesem Grund das ganze noch ein bisschen genauer erläutern.

Finde ich prima, daß Du Dich abseits von Deiner eigentlichen Fachsphäre so für diese Thmen interessiert. Es ist allerdings etwas schwierig, solche Sachverhalte wie diese zu verdeutlichen, ohne daß etwas Grundlagen vorhanden sind. Ich versuche es mal.
Kein Wind. Regen fällt senkrecht von oben. Du stehst still. Regen fällt Dir senkrecht auf den Kopf. Über dir steht still die Regenwolke. Jetzt rennst Du in eine beliebige Richtung. Du wirst nun vorne am Körper naß. Der Regen kommt jetzt auf Dich bezogen schräge von vorne. Das nennt man Aberration. Die Wolke ist zwar gegenständlich nach wie vor über Dir, aber entsprechend der schrägen Regenrichtung, meinst Du, sie sei schräge oben vor Dir. Da ist sie nicht, aber du ortest sie da. Wenn nun aber die Wolke in die gleiche Richtung treibt genauso wie Du rennst, ; dann fällt der Regen wieder senkrecht auf Dich, also aus der Position, wo sie tatsächlich ist.
Grundsätzlich mag ich solche Analogien nicht, weil sie nur über Umwege und nicht 1:1 aussagen, was die Physik hergibt.
Solche Beispiele hinken immer, aber eventuell hilft es Dir, das Bild besser zu verstehen.

Gruß
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Mo 17. Mai 2010, 20:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Mo 17. Mai 2010, 20:34

Chief hat geschrieben: Gibt es auch ein Experiment dazu?

Die Aberration im linken Bild wird täglich hundertfach von Astronomen beobachtet. Damit ist bereits bewiesen, daß dabei die Sichtachse von der Wellennormalen abweicht. Gilt daher das linke Bild, dann gilt auch das rechte Bild. Es handelt sich um den identischen Mechanismus. Die Sichtachse ist zur Wellennormalen geneigt.
Ich meine schon, daß damit des Problem geklärt ist.

Gruß
Ernst
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Kurt » Mo 17. Mai 2010, 22:12

Hallo Leute, ihr macht einen groben Fehler.

Die Ursache der Aberration ist nicht geklärt.
Es reicht nicht, einfach den Sender an einem anderen Ort zu schieben(Sichtlinie) als er gerade ist,
das dann Aberration zu nennen, dann einen geraden Strich zum Ziel zu ziehen, daraus Schlüsse zu ziehen.

Bedenket, es sind mehrere Ziele die berdet/beobachtet/bewertet werden.
Sie befinden sich mehrere Kilometer auseinander.
Wenn jemand vom Ziel1 zur Quelle(Jupiter) schaut, dann sieht er diesen an einer anderen Stelle als der der von Stelle2 hochschaut.
Somit sind alle aus der Betrachtung nur eines Zieles erbrachten Annahmen unbrauchbar.

Solange ihr gerade Linien zeichnet ist es einfach nur falsch/unvollständig was ihr schlussfolgert.
Denn die Linie zu Ziel1 ist eine andere als zu Ziel2.

Erst wenn die Aberration besprochen ist kanns richtigerweise weiterhehen.


Gruss Kurt
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Harald Maurer » Mo 17. Mai 2010, 22:47

Hallo Ernst!

Deine Abbildung links ist dann fast richtig, wenn man annimmt, dass Jupiter im Äther ruht. Dann kann man die Aberration nach Newtonscher Emanationstheorie berechnen, da ja die Photonen in Bezug zum Jupiter alle dieselbe Geschwindigkeit haben. Man nimmt die resultierende Geschwindigkeit aus Licht- und Erdbewegung und kommt dann zu jenem Ergebnis, wie Du es auch darstellst (rot 1)
aether.JPG
aether.JPG (33.35 KiB) 5005-mal betrachtet

Deine Zeichnung (links) stellt aber die Situation dar, wenn sich die Erde dem Planeten Jupiter nähert. Die Erde, die sich dem Planeten nähert, sieht den Planeten tatsächlich nach vorne versetzt, denn er wird in der Verlängerung der (additiven) Resultierenden gesehen (siehe Parallelogramm). Wenn die Erde sich aber vom Jupiter entfernt, zeigt die Resultierende aber nach hinten (grün 3)!

Das linke Bild gilt nur für die Emanationstheorie oder den im Äther ruhenden Jupiter und nicht für das Wellenmodell oder den Fall, dass Jupiter sich selbst im Äther bewegt. Planeten, die im Äther ruhen, wird es kaum geben. Meistens gibt es einen "Ätherwind" und die Photonen haben in Bezug zum Jupiter nicht mehr alle dieselbe Geschwindigkeit und man muss bei der Berechnung der Aberration Erd- Jupiter und Photonengeschwindigkeit berücksichtigen - oder eben Erd-Jupiter und Ätherwindgeschwindigkeit. Im Wellenmodell wird die Rechnung dann richtig haarig. Da liefert dann die SRT ein angenehm einfaches Modell mit Anwendung der RdG, aber das Modell ist falsch, wie man leicht beweisen kann. Die beobachtete Aberration, die sich aus der Bewegung der Erde gegen den Fixsternhimmel ergibt, entspricht Deinem linken Bild!

Du übertrugst nun diese Situation (rot 1)einfach auf die rechte Abbildung, ohne zu bedenken, dass hier nun beide Planeten im Äther bewegt sind und auf alle Fälle ein Ätherwind weht. Und wir haben sogar den Vorteil, Richtung und Geschwindigkeit dieses Ätherwindes zu kennen, weil dies von Smoot und anderen übereinstimmend gemessen wurde.
Deine Darstellung rechts kann daher der Situation nicht entsprechen! Die Sphäre des Jupiter wird vom Äther weitergetragen und die Resultierende kann, da sich die Erde von dieser Sphäre entfernt, nur nach hinten zeigen, also entspricht die Situation etwa der Situation 3 im linken Bild (grün) ! Es ist völlig unmöglich, dass man den Jupiter vor dem virtuellen Ort, womöglich am wahren Ort, sieht, denn die Erde entfernt sich ja von der vom Ätherwind verschobenen Sphäre. Die Resultierende ergibt sich deshalb nun subtraktiv aus v=Ätherwind und c - und heraus kommt nichts anderes als der Aberrationswinkel v/c.

Man sieht den Jupiter also nicht vor oder am wahren Ort, sondern am virtuellen Ort. So wie ich es geschildert habe. Ob nun der Äther ruht, und sich die Planeten bewegen oder die Planeten ruhen, und der Äther vorbeistreicht, bleibt sich egal.

Deine Annahme im linken Bild, also mit im Äther ruhendem Jupiter und bewegter, sich nähernder Erde, war wie gesagt fast richtig. Der 1:1 Übertrag auf das im Äther bewegte Jupiter-Erde-System ist aber falsch. In meinem Team waren 2 Physiker und 1 Astronom beteiligt. Ich denke nicht, dass die sich irrten!

Grüße
Harald Maurer
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