julian apostata hat geschrieben:Dieses "3,55 s früher" kommt aber nur dadurch zustande, dass du es genau an der Stelle einzeichnest.
Ich zeichne überhaupt nichts - und im Akku-Szenario gibt es weder blaue noch rote Striche.
Die RdG, also jene 3,55 s Zeitunterschied hängen auch von x' ab, die ZD aber nur von der Relativgeschwindigkeit. Wer versteht, was die LT bezweckt und dies interpretieren kann, wird das ganz verständlich finden.
julian apostata hat geschrieben:Doch egal wo du sie einzeichnest. Die 2 s Unterschied in System blau und 3,33 s in System rot bleiben.
Klar bleiben die. Die entscheidenden Terme sind ja konstant. t'=t* sqrt(1-v²/c²). Solange sich v nicht ändert, bleibt das Ausmaß der ZD unabhängig von der Richtung gleich.
julian apostata hat geschrieben:Und um das Myonenphänomen zu erklären, brauch wir also keine Physik, sondern nur einfache Raumzeitgeometrie.
Papier und bunte Linien sind geduldig. Nur ist ein Minkovski Diagramm ja keine Begründung für relativistische Phänomene, und die Werte sind auch nicht ganz genau herauszulesen, aber dass das grundsätzlich funktioniert liegt eben daran, dass der Lorentzfaktor aus der Geometrie kommt.
Und wer durch dieses "früher" und "später" der RdG irritiert ist, hat noch einen gesunden Verstand. Denn es ist schon etwas seltsam, dass ein und dasselbe Ereignis zwar nur einmal eintritt, dies aber bezugssystemabhängig "früher" oder "später" gegenüber dem anderen BS sein sollte - obwohl die Zeit am gemeinsamen Koordinatenursprung dieselbe ist.
Die RdG kommt auch im ZP vor, auch da sind die Zeitpunkte der Ereignisse unterschiedlich und wenn man dann moniert, dass ein Ereignis schließlich nicht früher oder später zu sich selbst geschehen kann, weil es ja nur dieses eine Ereignis gibt, sagt der Relativist, man dürfe die Zeiten nicht vergleichen. Stehen sich die Zwillinge letztlich mit unterschiedlicher Lebenszeit gegenüber, dann soll man diese Zeiten selbstverständlich vergleichen, denn das relativistische Wunder bliebe sonst ja aus.
Und ist die SRT nur ein Uhrensynchronisations-Spektakel, weil es unsinnig ist, eine bewegte Uhr mit einer ruhenden Uhr nach Poincaré-Einstein zu synchronisieren, dann ist sie von vornherein physikalisch bedeutungslos.
julian apostata hat geschrieben:Aber welche Sekunde nehmen wir denn nun? Natürlich die Raumschiffsekunde. Neben dem Elektronenzähler steht nämlich auch eine Uhr. Von der Raumschiffuhr lesen wir also die Zeit ab und nicht von unserer Eigenen.
Es ist egal, welche Uhr Du nimmst, aber wenn ich wisssen will, wie spät es ist, gucke ich ja nicht in ein vorbei rasendes Raumschiff! Du hast jedenfalls ein Problem, wenn Du auf das Amperemeter schaust und eben nicht siehst, was zu erwarten wäre. Weil Du dann eine Ursache siehst, die mit der Wirkung in Deinem System kausal nicht übereinstimmt. Und da ist die ZD-Frequenzverschiebung eine besonders harte Nuss, denn die wird uns ja als Realeffekt verkauft. Die Energiestromdichte zur Lampe kann man aber nicht durch reine Beobachtung modifizieren! Da wird Maxwell böse! Da muss Physik kausal begründet dahinter stehen.
julian apostata hat geschrieben:Wenn wir die Lichtgeschwindigkeit im Raumschiff messen, dann schauen wir doch auch nicht auf unsere eigenen Uhren sondern auf die Raumschiffuhren und vertrauen darauf, dass diese in ihrem System synchronisiert sind (auch wenn's für uns nicht so ausschaut).
Die Lichtgeschwindigkeit im Raumschiff ist identisch mit jener in Deinem System. Du brauchst also die LG "im Raumschiff" gar nicht andernorts messen - die ist ohnehin c. Laut Postulat. Und damit sich das Raumschiff vor Dir vorbei bewegen kann und die Lichtgeschwindigkeit mit Deiner Uhr gemessen darin für Dich konstant bleibt, wurde die LK erfunden! In der Physik misst man schließlich prinzipiell mit eigenen Uhren.
julian apostata hat geschrieben:Sollen wir also Harald zuliebe jetzt von diesem Prinzip ablassen?
Jaaa bitte, jetzt kommen ohnehin die Weihnachten

Grüße
Harald Maurer