Ernst hat geschrieben:Die Funktion eines MMI kann man jederzeit an einem Nachbau zeigen. Und es funktioniert. Das Prinzip ist einfach:
Zu einfach! Wenn sich am Endpunkt des MMI eine verschobene Phase ergibt, bedeutet das, dass sich irgendwo im MMI eine Änderung der Periodendauer eingeschlichen hat. Die Periode ist aber an jedem Punkt des MMI konstant. Konstante Periodendauer bei jedem der beiden Teilstrahlen bedeutet auch, dass zu jedem Zeitpunkt die Wellenzüge denselben Zustand (Phasenwinkel) haben (konstante Kreisfrequenz). Diese Konstanz ergibt sich aus dem Umstand, dass mit der Veränderung der Geschwindigkeit auch eine Veränderung der Wellenlänge um denselben Faktor einhergeht. Treffen die beiden Teilstrahlen wieder am Strahlteiler ein, um von dort mit gleicher Wellenlänge zum Endpunkt zu ziehen, haben sie dieselbe Kreisfrequenz. Es ist nicht möglich,
dass am gleichen Punkt zur gleichen Zeit einer der Wellenzüge einen anderen Phasenwinkel hat, weil sich dann die Kreisfrequenz geändert hätte. Und das ist eben nicht der Fall.
Der Ansatz mit den Laufzeiten ist daher ein Irrweg.
Der nächste verbreitete Irrtum ist die Annahme, dass auf einer bestimmten Strecke sich aufgrund der unterschiedlichen Wellenlängen auch unterschiedliche Anzahlen der Wellen ergeben müssten, die innerhalb einer Zeiteinheit diese Strecke durchlaufen. Auch das ist eine falsche Annahme, wie man an der
Konstanz der Frequenz sofort erkennen kann. Während kurze, langsame Wellenzüge über die Strecke ziehen, laufen in der Gegenrichtung längere,
aber auch schnellere Wellenzüge dahin. Innerhalb z.B. einer Sekunde durchlaufen daher gleich viele Wellenzüge die Strecke. Wäre es nicht so,
dann bliebe die Frequenz nicht konstant. Das ist leicht zu verstehen, wenn man daran denkt, dass ein Sender innerhalb einer Sekunde z.B. tausend Wellenzüge zu einem Spiegel schickt, der innerhalb einer Sekunde diese tausend Wellenzüge empfängt und reflektiert und beim Sender daher innerhalb einer Sekunde tausend Wellenzüge zurückkommen und von Sekunde zu Sekunde die Frequenz daher konstant bleibt - auch bei einem "Ätherwind"! Da müsste wohl endlich begriffen werden, dass die handelsübliche Interpretation des MMI-Ergebnisses aus einer Ansammlung von falschen Annahmen besteht!
Norbert Feist hat mit einem analogen Experiment, aber mit Schall, bewiesen, dass sich auch mit Schall ein Nullresultat ergibt. Weiters hat er mit einem Experiment in Zusammenarbeit mit S.Kerber in der AG Technische Akustik, MMK, TU München bewiesen, dass in einem offenen akustischen Resonator auch dann eine stehende Welle entsteht, wenn der Resonator mit Luft durchströmt wird, wobei Windkanalgeschwindigkeiten bis 60 m/s (216 km/h) eingesetzt wurden. Es ist daher zu erwarten, dass dasselbe Phänomen auch mit Licht im optischen Resonator auftritt, wenn Licht im Medium sich gleich verhält wie Schall in Luft.
Ernst hat geschrieben:Du hast dich da total verbissen, indem du alles mögliche aus Dopplereffekten konstruierst, welche hier nun wirklich überhaupt keine Rolle spielen.
Die Dopplereffekte spielen die Hauptrolle für das Nullresultat im MMI trotz bewegten Mediums. Die Argumente mit den Laufzeiten und Wellenzahlen sind naiv. Wenn v in den Doppler-Gleichungen verschwindet, dann bedeutet das eben von vornherein, dass es keinen Unterschied zwischen bewegtem und ruhendem Zustand des MMI im Medium geben kann. Engelhardt hat's in seiner Arbeit auch vorgerechnet und noch immer hat mir keiner einen Fehler in Engelhardts Argumenten und Rechnungen aufgezeigt. Um das Spiel der Doppler-Effekte im MMI zu durchschauen und zu verstehen braucht man halt ein wenig Vorstellungskraft, die man eben nicht von jemanden erwarten kann, der seinen Justament-Standpunkt verteidigt.
Ernst hat geschrieben:Daß Michelson eine Einwegmessung bevorzugte, bedeutet nicht, daß er Zweifel am Ergebnis seiner Zweiwegmessung hatte, sondern lediglich, daß die Genauigkeit um Größenordnungen genauer wäre.
Michelson ist ein Äther-Anhänger geblieben. Das sagt genug aus über seinen Zweifel. Wenn er eine genauere Messung für nötig hielt, heißt das, dass sein Experiment zu wenig genau war, um einen Äther aufzuzeigen oder zu widerlegen.
Für mich ist der Fall klar. Wer mir anderes vorführen will, soll mir in Engelhardts Paper den Fehler zeigen!
Grüße
Harald Maurer