Längenkontrahierter Zug

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » So 31. Okt 2010, 22:00

Ernst hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Wieso willst du überhaupt ständig die Uhren neu synchronisieren? Das ist jenseits des Zwillingsparadoxon.

Bitte? Wieso ich das will? Das neue Synchronisieren hast du doch ins Spiel gebracht (s.u.) Und jetzt widersprichst Du Dir selbst. Jetzt meinst Du, die Neusynchronisation ändert nichts am Altersunterschied. Genau das Gegenteil hattest Du früher argumentiert:
Trigemina hat geschrieben:Es ändert jedoch nichts daran, dass zu Beginn in ihrem gemeinsamen Ruhesystem synchronisierte Uhren nach der asymmetrischen Beschleunigungsphase nicht mehr synchron und somit nicht mehr gleichberechtigt sind, es sei denn man synchronisiert sie von neuem.


Dazu stehe ich auch jetzt noch. Wenn die Uhren der Zwillinge neu synchronisiert werden (und die Uhren symmetrisch zueinander sind), hat das nichts mit dem biologischen Alter der Zwillinge selber zu tun.

Das meine ich mit dem Äpfel/Birnen-Vergleich.

Damit sich überhaupt ein Altersunterschied feststellen lassen kann, dürfen die Uhren natürlich nachträglich nicht mehr verstellt werden.

Meine Herleitung der LT nahmst du zum Anlass, daraus eine Gleichberechtigung für die Zwillinge im ZP heraufzubeschwören. Ich musste dann ellenlang auf deine immer wunderlicher werdenden Fragen antworten und erklären, weshalb asymmetrisch beschleunigte Zwillinge eben nicht gleichberechtigt sind.

Wegen galactic32 in deinem Killfile: Finde ich schade. Er schreibt in einer Fremdsprache. Da sollte man nicht so streng sein. Lieber interessante und anregende Aspekte in nicht so gutem deutsch als perfekt formulierte Sinnlosigkeiten.

Gruss
Trigemina
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon galactic32 » So 31. Okt 2010, 23:20

Trigemina hat geschrieben:Sie sehen aber auch das Ei des jeweils anderen in 1'42" fertig gekocht.
Das klingt so äußerst unzutreffend formuliert.

Gegenüber einem Dritten System versagt dieses Rechnen.
Ich verstehe worauf du hinaus willst. Es kann ja jeder in seinem Ruhesystem die Raumachsen beliebig festsetzen. In einem Absolutsystem stehen sie allgemeingültig da.
Genau das ist mein HinterGrundRechnen.Allerdings...
Trigemina hat geschrieben:Mit anderen Worten: egal in welchen Masseinheiten wir rechnen, der Gammafaktor ist immer derselbe!
Ja, mit deinem Kurs auf der Y-Achse.

Allerdings der springende Punkt:
Das Mannöver im Absolutsystem O ist so:
Unsere Schiffe sollen sich nach Deinem bisherigen Verständnis gegeneinader mit der Geschwindigkeit bewegen so daß Gamma=10 beträgt.
Also statt in 1'42'' in ''18 seien solche Kochdauerzeiten des jeweils anderen „gesehen“.

Auf der X-Achse des O-System's bewegt sich Raumschiff S mit v_gamma(10).
Raumschiff S' ruht.
Jetzt wäre dieser „Zustand“ Z_0 erreicht.

Alternativ kann ich jetzt Raumschiff S' auf der X-Achse auch bewegt halten, so daß Lösung 2 wäre: v_O(S') > v_O(S)
Zustand Z_1

Ahnst Du, daß im Zustand Z_1 die Situation zersplittet.
Wir hätten auch den inversen Gammafaktor, oder?

Aus Sicht O läuft die Zeit relativ zu S mit v_O_Z1_S um den Gammafaktor gamma=10.
Du würdest sagen jetzt würden die 3 Minutenkochdauern um so und soviel (''18) gegenseitig gesehen.

Allerdings ist gamma =1 im Zustand Z_0 für S' und O.
Und gamma>10 im Zustand Z_1 für S und O.

Der eine Reisende S wird langsamer altern gegenüber S' aus Sicht von O wenn Zustand Z_1 vorliegt.Oder?

Gruß
galactic32
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon galactic32 » So 31. Okt 2010, 23:39

Chief hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:...
Jeder sieht im eigenen Raumschiff (Ruhesystem) sein Ei in 3 Minuten fertig gekocht. Sie sehen aber auch das Ei des jeweils anderen in 1'42" fertig gekocht.

Was meinst du mit dt'/dt=3'/1'42''? Du hast sicher dt/dt’=gamma=3'/1'42'' gemeint (mit t=3’ und t’=t/gamma).
...
Dann ist auch dt'/dt=gamma.
==> gamma=1.
ich hatte schon dt'/dt=gamma=1'42'' / 3'' gemeint.
Dann ist auch dt'/dt=gamma.

Nein Chief:Daraus folgt nicht gamma = 1, in welchem System denn? Für S oder für S'?

In dem absolutSystem z.B. ruht S, die LichtUhr von S geht maximal.
In dem absolutSystem bewegt sich S' mit v, die LichtUhr von S' geht mit t'=t*Gamma langsamer.

Wenn S' und S mit v/2 jeweils sich vom NullPunkt in genau entgegengestzter Richtung entfernt, argumentiert Trigemina mit Symmetrie (bei Drillingen), bei Einführung eines dritten System's.

Jetzt weiß RT (scheinbar!) nichts von dem Absolut-System.
RT kennt nur v, S, S', und dieses Gamma.

Informationstechnisch muß Trigemina bei Einführung eines dritten System's wieder nach abs. Äther vorgehen.

Gucken wo Symmetrien vorliegen etc. .

Sie geht softwaretechnisch andersherum an die Lösung.

Gruß
galactic32
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 1. Nov 2010, 09:13

Hannes hat geschrieben:Hallo Jocelyne !

Einstein ordnet ohne jegliche Messungen auch diesen Wert allen auf der Erdoberfläche bewegten Beobachtern und allen relativ zueinander bewegten Beobachtern per Postulat zu.


Mit welchem Recht kann er solche Annahmen treffen ?
Das war vielleicht vor 100 Jahren denkbar, als man noch nicht so genau
messen konnte wie heute.
Ausserdem ist die LG in jedem dichteren optischen System ungleich c.
Der offizielle Wert der LG 299 792 458 m/s ist sonst nichts als die
Lichtleitfähigkeit des Vacuums. Oder ist das nichts ?

Die LG wurde nie durch einen bewegten Beobachter gemessen (das ist lediglich ein Postulat) und nie wurden die gleichen Meßergebnisse bei den durchgeführten Messungen der LG durch einen ruhenden Beobachter erzielt. Siehe zum Beispiel hier eine kleine historische Zusammensetzung der offiziell anerkannten Versuche (durch einen ruhenden Beobachter, auf Laborstrecken von ein paar Metern): http://www.ekkehard-friebe.de/friebefor ... hreadid=77

Auch Harald hat auf diesen wichtigen und am liebsten verschwiegenen Umstand hingewiesen, siehe:

Zitat von Harald Maurer: viewtopic.php?f=6&t=324&start=30#p18056

Die LG wurde immer wieder so unterschiedlich gemessen, dass man sich dazu entschlossen hat, sie per Beschluss auf einen bestimmten, allgemein gültigen Wert festzulegen.

Man hat noch nie c=const gemessen. Wäre dem so, wäre das Postulat kein Postulat! c=const IST das Postulat. Und man hat - abhängig von der Methode -immer wieder unterschiedliche LG gemessen. Einstein hat sein Postulat formuliert, da war die Lichtgeschwindigkeit mit 299792,458 km/s noch gar nicht bekannt. Das wurde erst 1983 festgelegt.
[…]
Nachdem man die LG als Konstante festgelegt hat, wird sie auch nicht mehr gemessen. Um diese Konstante gegen Messungen zu immunisieren, hat man auch die Maßeinheit per Licht definiert (Ein Meter ist das 1.650.763,73-fache der Wellenlänge der von Atomen des Nuklids 86Kr beim Übergang vom Zustand 5d5 zum Zustand 2p10 ausgesandten, sich im Vakuum ausbreitenden Strahlung). Jede Messung, die nicht nach diesen Definitionen ausfällt, ist praktisch eine Fehlmessung. Die LT benutzt man, um Koordinatensysteme so zu verknüpfen, dass sich in jedem IS die Konstante c ergibt. Schließlich ist diese ja so postuliert.
[…]
c=299792,458 km/s. Guck mal da: http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtgeschwindigkeit und beachte die Tabelle nach der Überschrift: "Messung der Lichtgeschwindigkeit" und besonders die letzte Zeile: 1983 (Definition der CGPM), Neudefinition des Meters, 299 792,458 (exakt) Keine Messung . Alles klar? Siehst Du die vielen unterschiedlichen Egebnisse - und was schließt Du daraus?

Das Erkenntnisgewinn, das man aus diesen konkreten Messungen der LG relativ zur Erdoberfläche im Ruhesystem eines Beobachters erzielen kann ist sehr dünn, die Aussagekraft von solchen Messungen ist erkenntnistheoretisch sehr schwach bzw. sehr begrenzt.

Die Konstellation ist so, als ob Du zum Beispiel auf der Autobahn die Geschwindigkeit eines Autos vom unbekannten Typ auf einer Teststrecke von ein paar Metern misst und immer ein Ergebnis von meinetwegen ungefähr 70 km/h erzielt, wobei Du daraus schließt, dass die Höchstgeschwindigkeit dieses unbekannten Autos 70 km/h auf allen unterschiedlichen Strecken der Welt und unter allen Bedingungen beträgt und wobei Du vor allem auch daraus schließt, dass dieses Auto immer eine konstante Geschwindigkeit von 70 km/h nicht nur relativ zu allen Strecken, sondern auch relativ zu allen bewegten Objekten im Universum hat.

Man kann mit dieser Analogie erkennen, glaube ich, was für haarsträubende Schlussfolgerungen Einstein und seine
Anhänger aus den konkret durchgeführten Messungen der Lichtgeschwindigkeit gezogen haben! :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Mo 1. Nov 2010, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 1. Nov 2010, 09:29

Zitate von Trigemina:
[...]
Du willst die Uhrzeit vom ihrer Weltlinie abkoppeln und isolieren: das geht aber nicht, genausowenig wie man Weltlinien nach Lust und Laune tauschen kann, indem ihre relative Konfiguration darauf ermittelt wird ohne z.B. Energie- und Impulserhaltung zu berücksichtigen, obwohl dies ein dynamisches Argument und kein kinematisches mehr ist.
[...]
Erst durch die Beschleunigung eines von beiden wird die Verlangsamung des einen manifest (Knick in der Weltlinie).
[...]
Im Minkowski-Diagramm dargestellt ergäbe sich statt eines Knicks der Weltlinie des Reisenden eine sanft ansteigende Kurve bei konstanter Beschleunigung.
[…]
dabei werden unterschiedliche Längen der beiden Weltlinien allein durch asymmetrische Beschleunigung erreicht, weil jede Änderung einer geodätischen Weltlinie mit Beschleunigung (oder Kraft-/ Energieaufwand im dynamischen Sinne) verbunden ist
[...]
Die Weltlinie des gereisten Zwillings ist länger und folgedessen seine Eigenzeit geringer.
[…]
Man kann nach ihrer Wiedervereinigung definitiv sagen, dass der Raumfahrer mit der längeren Weltlinie (Raumzeit, im Minkowski-Diagramm auf eine Raumdimension reduziert) jünger ist.

Weiter zum Mitdenken und Nachdenken mit der Analyse der "Minkowski-Welt" ab Seite 93 des Fehlerkatalogs aus der GOM-Dokumentation:

G: Minkowski-Welt / Fehler Nr. 6

Minkowskis "Weltlinien" werden von den Relativisten als reale Wege im Raum Interpretiert


Von den Relativisten werden zur Erklärung des "Zwillings-Paradoxons" - wie auch in anderen Zusammenhängen der Relativistik - die "Weltlinien" der beiden Zwillinge als reale Wege interpretiert. Diese Interpretation ist unzulässig, weil die vierdimensionale "Welt" (Raumzeit) Minkowskis kein Raum ist, vgl. Fehler G 5; und weil Minkowski selbst zwischen Raumpunkt und Weltpunkt unterscheidet und sie nicht gleichsetzt, ist diese Interpretation deshalb auch noch vorsätzlich verfälschend.

Die Haltlosigkeit der Interpretation der "Weltlinien" als Wege im Raum ergibt sich aus folgender Überlegung: wenn man anstelle der Raumkoordinate (wie in Minkowskis Raumzeit) z.B. einen anderen Wert gegen die Zeit aufträgt, z.B. die Fieberwerte eines Patienten, dann entsteht anstatt der "Weltlinie" eine "Fieberkurve", und niemand würde einen Abschnitt auf der Fieberkurve selbst wiederum als "Fieber" interpretieren; ebenso könnte man Druckwerte oder Geschwindigkeitswerte gegen die Zeit auftragen, und es würden die entstehenden Kurvenabschnitte nicht wiederum einen Druck oder eine Geschwindigkeit bedeuten.

Die Relativisten nutzen nur die mangelnden analytischen Fähigkeiten ihres Fachpublikums und die Ahnungslosigkeit des allgemeinen Publikums zur Täuschung über die wahre Sachlage in Minkowskis vierdimensionaler Raumzeit aus, wobei sie von naheliegenden Assoziationen begünstigt werden.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Ernst » Mo 1. Nov 2010, 17:54

Trigemina hat geschrieben: Ich musste dann ellenlang auf deine immer wunderlicher werdenden Fragen antworten und erklären, weshalb asymmetrisch beschleunigte Zwillinge eben nicht gleichberechtigt sind.

Ich stelle dann keine Fragen mehr, sondern stelle fest. Basis ist deine Aussage:
Trigemina hat geschrieben:Es ändert jedoch nichts daran, dass zu Beginn in ihrem gemeinsamen Ruhesystem synchronisierte Uhren nach der asymmetrischen Beschleunigungsphase nicht mehr synchron und somit nicht mehr gleichberechtigt sind, es sei denn man synchronisiert sie von neuem.

Anders ausgedrückt bedeutet das ja:
- Werden die Uhren vor der Beschleunigung synchronisiert, dann laufen sie nach der Beschleunigung asynchron und sind daher nicht gleichberechtigt.
- Werden sie nach der Beschleunigung neu synchronisiert, dann laufen sie danach synchron und sind gleichberechtigt..
- Außerdem hattest Du gesagt, daß unmittelbar nach der instantanen Beschleunigung beide Uhren keine Zeitdifferenz haben. Das unterschiedliche Altern beginnt folglich erst im Anschluß an die instantane Beschleunigung.

Es ergibt sich doch daraus die Aussage, daß die Alterung der Zwillinge davon abhängt, wann sie ihre Uhren synchronisieren. Tun sie es vor dem Eintreten des Reisenden in die Rakete, dann altern sie unterschiedlich. Tun sie es ganz kurz nach der Raketenbeschleunigung (der Reisende verständigt sich mit dem Stubenhocker durchs Bullauge der abfliegenden Rakete), dann altern sie konform. Was für eine blödsinnige Story.

Und da Du die fermdsprachlichen Unschärfen galactics so gut entziffern und sinngebend synthetisieren kannst, wirst du keine Schwierigkeit damit haben, diese Aussage zu verinnerlichen. Ich denke, die ganze Widersprüchlichkeit der Realisation einer ZD wird Dir hiermit klar.
ZD und LK sind Rechenwerte bzw. Meßwerte (im Falle der Gültigkeit der Postulate), welche in die Realität transformiert werden müssen. Was ist da so entsetzlich unverständlich. Ein Gegenstand kann nicht gleichzeitig unverändert und verkürzt sein. Zwei Uhren können nicht allein deshalb real unterschiedlich laufen, weil sie relativ bewegt oder beschleunigt sind.

Wir müssen das nicht endlos fortsetzen. Die reale LK ist schon mit dem einfachen Panzerbeispiel gestorben. Damit auch schon die reale ZD.

Gruß
Ernst
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Mo 1. Nov 2010, 20:04

Ernst hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben: Ich musste dann ellenlang auf deine immer wunderlicher werdenden Fragen antworten und erklären, weshalb asymmetrisch beschleunigte Zwillinge eben nicht gleichberechtigt sind.

Ich stelle dann keine Fragen mehr, sondern stelle fest. Basis ist deine Aussage:
Trigemina hat geschrieben:Es ändert jedoch nichts daran, dass zu Beginn in ihrem gemeinsamen Ruhesystem synchronisierte Uhren nach der asymmetrischen Beschleunigungsphase nicht mehr synchron und somit nicht mehr gleichberechtigt sind, es sei denn man synchronisiert sie von neuem.

Anders ausgedrückt bedeutet das ja:
- Werden die Uhren vor der Beschleunigung synchronisiert, dann laufen sie nach der Beschleunigung asynchron und sind daher nicht gleichberechtigt.
- Werden sie nach der Beschleunigung neu synchronisiert, dann laufen sie danach synchron und sind gleichberechtigt..
- Außerdem hattest Du gesagt, daß unmittelbar nach der instantanen Beschleunigung beide Uhren keine Zeitdifferenz haben. Das unterschiedliche Altern beginnt folglich erst im Anschluß an die instantane Beschleunigung.


Richtig. So habe ich das geschrieben!

Es ergibt sich doch daraus die Aussage, daß die Alterung der Zwillinge davon abhängt, wann sie ihre Uhren synchronisieren. Tun sie es vor dem Eintreten des Reisenden in die Rakete, dann altern sie unterschiedlich. Tun sie es ganz kurz nach der Raketenbeschleunigung (der Reisende verständigt sich mit dem Stubenhocker durchs Bullauge der abfliegenden Rakete), dann altern sie konform. Was für eine blödsinnige Story.

Hervorhebungen von mir

Ich pflichte dir bei. Diese Story ist wirklich blödsinnig und vor allem nicht von mir. Wie gesagt: Äpfel mit Birnen vergleichen oder neu synchronisierte Uhren mit dem biologischen Lebensalter.

Und da Du die fermdsprachlichen Unschärfen galactics so gut entziffern und sinngebend synthetisieren kannst, wirst du keine Schwierigkeit damit haben, diese Aussage zu verinnerlichen. Ich denke, die ganze Widersprüchlichkeit der Realisation einer ZD wird Dir hiermit klar.


Mir wird nur die Widersprüchlichkeit deiner sinnentstellenden Verdrehungen klar!

ZD und LK sind Rechenwerte bzw. Meßwerte (im Falle der Gültigkeit der Postulate), welche in die Realität transformiert werden müssen. Was ist da so entsetzlich unverständlich. Ein Gegenstand kann nicht gleichzeitig unverändert und verkürzt sein. Zwei Uhren können nicht allein deshalb real unterschiedlich laufen, weil sie relativ bewegt oder beschleunigt sind.


Äpfel und Birnen zu Kompott verrühren, oder in diesem Fall zwei verschiedene Bezugssysteme vermischen!

Wir müssen das nicht endlos fortsetzen. Die reale LK ist schon mit dem einfachen Panzerbeispiel gestorben. Damit auch schon die reale ZD.


Ich pflichte dir wiederum bei. Wir müssen das unter diesen sinnverdrehenden Umständen wirklich nicht mehr weiterverfolgen. Die SRT ablehnen ist legitim, aus ihr abgeleitete Konsequenzen zu verdrehen wohl die einzige Möglichkeit, sie aus den Angeln heben zu wollen.

Danke für das Gespräch und Gruss
Trigemina
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Mo 1. Nov 2010, 21:26

galactic32 hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Sie sehen aber auch das Ei des jeweils anderen in 1'42" fertig gekocht.

Das klingt so äußerst unzutreffend formuliert.
Gegenüber einem Dritten System versagt dieses Rechnen.


Ich habe es ja auch nur auf 2 gegeneinander bewegte Inertialsysteme bezogen.
Wir können aber ohne Problem ein 3. IS dazunehmen mit folgenden Relativgeschwindigkeiten:

A,B : v1 (die beiden 3 Minuten-Eierkochsysteme)
A,C : v2 (C ist das 3. neu hinzugekommene IS -> nach deinen Worten Absolutsystem O)
B,C : v3 (C könnte seinen Bewegungszustand so verändern, dass v2=v3 gilt)

Ein Beobachter in C würde als folgende Eierkochzeiten messen mit t=3 Minuten:

Für A: t'_A=t/gamma(v2)
Für B: t'_B=t/gamma(v3)

Allerdings der springende Punkt:
Das Mannöver im Absolutsystem O ist so:
Unsere Schiffe sollen sich nach Deinem bisherigen Verständnis gegeneinader mit der Geschwindigkeit bewegen so daß Gamma=10 beträgt.
Also statt in 1'42'' in ''18 seien solche Kochdauerzeiten des jeweils anderen „gesehen“.

Auf der X-Achse des O-System's bewegt sich Raumschiff S mit v_gamma(10).
Raumschiff S' ruht.
Jetzt wäre dieser „Zustand“ Z_0 erreicht.

Alternativ kann ich jetzt Raumschiff S' auf der X-Achse auch bewegt halten, so daß Lösung 2 wäre: v_O(S') > v_O(S)
Zustand Z_1

Ahnst Du, daß im Zustand Z_1 die Situation zersplittet.

Ja. Siehe weiter oben.

Wir hätten auch den inversen Gammafaktor, oder?

Inverser Gammafaktor? Wie denn?

Aus Sicht O läuft die Zeit relativ zu S mit v_O_Z1_S um den Gammafaktor gamma=10.
Du würdest sagen jetzt würden die 3 Minutenkochdauern um so und soviel (''18) gegenseitig gesehen.

Allerdings ist gamma =1 im Zustand Z_0 für S' und O.
Und gamma>10 im Zustand Z_1 für S und O.

Der eine Reisende S wird langsamer altern gegenüber S' aus Sicht von O wenn Zustand Z_1 vorliegt.Oder?


Deine Schilderung entspricht der oben dargestellten Situation mit 3 IS.

Gruss
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Ernst » Mo 1. Nov 2010, 21:29

Trigemina hat geschrieben:Diese Story ist wirklich blödsinnig und vor allem nicht von mir.

Sicher nicht. Der Urheber ist ein anderer.

Wir müssen das unter diesen sinnverdrehenden Umständen wirklich nicht mehr weiterverfolgen. Die SRT ablehnen ist legitim, aus ihr abgeleitete Konsequenzen zu verdrehen wohl die einzige Möglichkeit, sie aus den Angeln heben zu wollen.

Nicht nötig. Das erledigt diese Theorie schon selbst mit der den Sinn verdrehenden Paradoxa.

Die Auseinandersetzung geht ja darum, diese Paradoxa als Realität zu akzeptieren oder sie als Beweis der Ungültigkeit anzusehen.

Auch wenn wir darin Antipoden sind, empfinde ich die sachliche Diskussion mit Dir dazu denksportlich fördernd. ;)

Gruß
Ernst
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Mo 1. Nov 2010, 22:09

Liebe Jocelyne

Da du mich so gerne zitierst, möchte ich dich betreffend deines GOM-Zitats über das Minkowski-Diagramm nicht leer ausgehen lassen.

Minkowskis "Weltlinien" werden von den Relativisten als reale Wege im Raum Interpretiert


Schon die Überschrift ist falsch: Im Minkowski-Diagramm (nachfolgend MD) werden keine Wege im Raum, sondern Raumzeitlinien grafisch als Reduktion der 3 Raumdimensionen zu einer und der Zeit dargestellt.

Von den Relativisten werden zur Erklärung des "Zwillings-Paradoxons" - wie auch in anderen Zusammenhängen der Relativistik - die "Weltlinien" der beiden Zwillinge als reale Wege interpretiert.


Im MD werden reale Raumzeitwege dargestellt, keine "Nur-Wege".

Diese Interpretation ist unzulässig, weil die vierdimensionale "Welt" (Raumzeit) Minkowskis kein Raum ist, vgl. Fehler G 5; und weil Minkowski selbst zwischen Raumpunkt und Weltpunkt unterscheidet und sie nicht gleichsetzt, ist diese Interpretation deshalb auch noch vorsätzlich verfälschend.


Minkowski hat allerdings recht und tut gut daran, Raumpunkt (Raum) und Weltpunkt (Raumzeit) sorgfältig voneinander zu unterscheiden, ganz im Gegensatz zum Kritiker, der aus dieser Vermischung zu einer falschen Schlussfolgerung gelangt.

Die Haltlosigkeit der Interpretation der "Weltlinien" als Wege im Raum ergibt sich aus folgender Überlegung:


Der besagte Kritiker sollte zuerst mal verstehen wovon er spricht, bevor er aus seinem Unverständnis heraus seine eigene Haltlosigkeit dokumentiert.

wenn man anstelle der Raumkoordinate (wie in Minkowskis Raumzeit) z.B. einen anderen Wert gegen die Zeit aufträgt, z.B. die Fieberwerte eines Patienten, dann entsteht anstatt der "Weltlinie" eine "Fieberkurve", und niemand würde einen Abschnitt auf der Fieberkurve selbst wiederum als "Fieber" interpretieren;


Klar, niemand würde einem Temperatur/Zeit-Diagramm vorwerfen, die Ursache des Fiebers zu sein. Auch das MD ist nicht die Ursache der Raumzeit, sondern wie die Fieberkurve eine grafische und anschauliche Darstellung eines realen Sachverhaltes.

ebenso könnte man Druckwerte oder Geschwindigkeitswerte gegen die Zeit auftragen, und es würden die entstehenden Kurvenabschnitte nicht wiederum einen Druck oder eine Geschwindigkeit bedeuten.


Wieso er solche Binsenweisheiten bezüglich „Fieberkurven sind nicht das Fieber selber“ vertiefen muss, entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Relativisten nutzen nur die mangelnden analytischen Fähigkeiten ihres Fachpublikums und die Ahnungslosigkeit des allgemeinen Publikums zur Täuschung über die wahre Sachlage in Minkowskis vierdimensionaler Raumzeit aus, wobei sie von naheliegenden Assoziationen begünstigt werden.


Gut. Nehmen wir mal an, es sei so. Zumindest der Punkt der mangelnden analytischen Fähigkeiten spricht sehr für sich. Ich sehe das Problem allerdings ganz woanders: in den Reihen der Kritiker, die nach folgendem Schema vorgehend sich nicht gleich selbst disqualifizierten.

1.) Zur Kenntnis nehmen (ohne bereits im Vorfeld alles zu vermischen und zu verdrehen)
2.) Lernen, anwenden, rechnen, verstehen
3.) Unklare Punkte vortragen, Fragen stellen, Kritik anbringen, Alternativen anbieten

Gruss
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