Relativität der Gleichzeitigkeit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Ernst » Di 16. Mär 2010, 13:37

Lieber Ljudmil,
glaub mit ehrlich, ich möchte Dich auf keinen Fall beleidigen. Wenn Du das aus meinen Posts herausliest, dann entschuldige ich mich dafür. Allerdings ist Deine Wortwahl mitunter ebenfalls beleidigend.
scharo hat geschrieben: Unendlich klein ist, wie ich schon schrieb, niemals Null. Sonst kannst Du keine quantitativen Aussagen treffen.

Das ist nicht richtig bezüglich der Infinitesimalrechnung. Wäre es nicht Null, dann wäre es endlich klein. Da es aber unendlich klein ist, ist es eben Null. Es ergibt sich x/ = 0 , nicht ungefähr sondern gleich Null.

so dass auch der Bewegungszuwachs verschwindet und hatte so die Möglichkeit, die Ableitung, also die Steigung in einem Punkt zu errechnen.“
Blödsinn hoch drei. „Verschwinden“ bedeutet nicht vorhanden, gleich Null. Wie kann man dann eine Steigung errechnen, wenn keine Steigung vorhanden ist?

Das Zitat ist ja nicht von mir. Alle, die nicht nach Deiner Vorstellung denken, produzieren Blödsinn. Das ist auch kein netter Kommentar gegenüber dritten. Zumal der Mann recht hat. Infinitesimal läuft der Punkt zu einem singulären Zeitpunkt auf der Tangente. Wäre da Bewegung, dann könnte er das nicht; er würde von der Bahn abkommen. Infinitesimal ist die Bewegung quasi eingefroren.

Mir ist Eisläufer/Turm nicht komplex, und Dir? Ich kann nämlich zwischen Behngeschwindigkeiten in einem BS und Relativgeschwindigkeiten zueinander unterscheiden. Was sollen denn die Erde und Sonnengott sehen, was nicht in Einklang mit der Kinematik und Relativitätsprinzip stehen soll? Was die Relativgeschwindigkeit zueinander betrifft, sehen, messen, berechnen beide das Gleiche, nämlich fast 0.

Allgemeine gültige physikalische Gesetze lassen sich aus rotierenden Systemen nicht formulieren. Die Aussage, die Sonne rotiert um die Erde, ist deshalb physikalisch falsch. Wenn man das als richtig ansetzen würde, dann müßte man alle Bewegungsgesetze umschreiben.
Und nun kommt doch wieder die Relativgeschwindigkeit in Spiel. Wenn man aus einem rotierenden System keine allgemein richtigen Aussagen treffen kann, dann muß dies doch auch wohl für die aus einem rotierenden System ermittelten Geschwindigkeiten gelten. Die Sonne bewegt sich eben physisch nicht mit 500Mill km/24h um die Erde. Und wenn Geschwindigkeiten allgemein so nicht zu ermitteln sind, dann muß dies doch auch für eine Relativgeschwindigkeit gelten.

1. Ist „infinitesimal“ oder dx, dt, dv gleich Null?

Unendlich klein ist Null. Siehe oben. Die Infinitesimalrechnung nähert sich Null soweit an, daß Null erreicht ist. Sie landet bei einem singulären Punkt.
2. Ist die klassische Kinematik unphysikalischer Müll?

Sie ist ein geeignetes Hilfsmittel.
3. Verletzt die klassische Kinematik das Relativitätsprinzip?

Wenn sie auf rotierende Systeme angewendet wird, jawohl.
4. Ist die Relativgeschwindigkeit ZWISCHEN Erdoberflächebeobachter und geostationärem Sat ZUEINANDER ungleich ca. Null?

Ja, weil sie sich physikalisch richtig nur aus einem nichtrotierenden System bestimmen läßt. siehe oben

Liebe Grüße
Ernst
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 16. Mär 2010, 14:49

Harald Maurer hat geschrieben:
Es ist daher von vornherein völlig klar, dass bewegte Uhren nicht langsamer laufen und bewegte Körper nicht kürzer werden, sondern dass es sich um Messeffekte handelt.

Nur eins steht fest: "von vornherein" ist in der SRT nichts klar... :|

Die Theorie ist dermaßen schluderig und missverständlich formuliert, sowie dilettantisch aufgebaut (sie wurde auch offensichtlich vor ihrer Veröffentlichung nicht geprüft), dass sie eine Vielzahl von widersprüchlichen oder mehrdeutigen Interpretationen zulässt, zumal nachträglich weitere Gültigkeitsbereiche in Frage gekommen sind oder Folgerungen hinzugefügt wurden, die 1905 nicht Gegenstand der ursprünglichen Arbeit waren: so wurde z. B. erst 1909 die Behandlung von Rotationsbewegungen mit dem Ehrenfestparadoxon in Betracht gezogen, wobei in der ursprünglichen Arbeit 1905 ausdrücklich nur von geradlinigen Bewegungen die Rede war, oder die Realität der Effekte wurde erst 1911 mit dem Käfer-Paradoxon von Einstein und dem Zwillingsparadoxon von Paul Langevin behauptet, wobei in der Arbeit von 1905 dagegen eher der Anschein-Charakter der Effekte von Einstein vorausgesetzt wurde. Diese verworrenen Umstände und diese verschiedenen Interpretationen beschreibt auch G.O. Mueller, zum Beispiel was die Realität oder den Anschein der Effekte anbelangt, siehe Koennten sich vielleicht die Relativisten darüber einigen, ob der relativistische Effekt ‘Längenkontraktion’ Anschein oder Realität sein soll?

Also nichts ist in der SRT „von vornherein“ klar, lieber Harald… :?
Was Du persönlich in der SRT als klar ansiehst wird von einem Anderen angezweifelt, der wiederum etwas ganz Anderes in der SRT als klar ansieht. Alles bedarf in der SRT eine Interpretation. Die Tatsache, dass Deine Interpretation über dies oder jenes in der SRT für Dich klar ist bedeutet also auf gar keinen Fall, dass eine andere Interpretation über dies oder jenes bei einem anderen Diskutant nicht klar sein sollte, das sollte Dir eigentlich bewusst werden und es sollte Dich auch davon abhalten ständig zu behaupten, alles sei doch ganz klar… :?

Zumal weder Deine Interpretation über dies oder jenes in der SRT noch die Interpretation von irgendeinem anderen Diskutant im Internet maßgebend ist und irgendeine Relevanz besitzt: Alle Interpretationen der SRT sind absolut irrelevant, außer der Interpretation, die im öffentlichen Bildungssystem sich durchgesetzt hat und gelehrt wird! Nur diese Interpretation gilt als richtig, und keine Andere, aus dem guten Grund, weil das öffentliche Bildungssystem das Monopol der Vermittlung der richtigen Wissenschaft in Anspruch nimmt. Und die Interpretation, die sich im Bildungssystem durchgesetzt hat und gelehrt wird, ist nun mal nicht die Interpretation von Harald Maurer, sondern sie ist im Gegenteil diejenige, die diese Effekte als real im Sinne von materiell voraussetzt. Dies wird im Bildungssystem gelehrt, dies wird also im Bildungssystem als richtig gelernt und geglaubt, sowie von den Medien - also auch von der breiten Öffentlichkeit - als wahr übernommen. Und nicht die jeweiligen Interpretationen von Dir, von Einstein, von Ehrenfest, von Born oder von sonst jemandem auf der Welt, sei er auch Nobelpreisträger. Allein die Interpetation gilt, die im Bildungssystem übernommen wurde und gelehrt wird. Also die Realität der Effekte gilt. So einfach ist das.

So glauben die vom öffentlichen Bildungssystem ausgebildeten Menschen an reale Verlangsamung der Alterung von Reisenden, an Zeitreisen, an Verkürzung von bewegten Objekten durch Relativbewegungen, an Urknall, an Schwarze Löcher, usw. usf. So übernehmen die vom öffentlichen Bildungssystem ausgebildeten Menschen das Weltbild der Theorie, als ob die Theorie die reale Natur beschreiben würde, und nicht scheinbare Messeffekte. So glauben die im öffentlichen Bildungssystem ausgebildeten Menschen an die Realität der Effekte der SRT, auch wenn Harald Maurer die SRT so interpretiert, dass Einstein selbst die Realität der Effekte nicht behauptet und daran auch nicht geglaubt habe. Wie Harald Maurer oder Albert Einstein die SRT interpretieren ist absolut nicht relevant. Relevant ist einzig und allein, wie das öffentliche Bildungssystem die SRT interpretiert und lehrt. Wenn man dies begriffen hat wird einem bewusst, wie völlig sinnlos Forendiskussionen über Interpretationen der Theorie sind und wie sinnlos es ist, zu versuchen, sich gegenseitig über die Richtigkeit von dieser oder jener Interpretation zu überzeugen…

Vor diesem Hintergrund ist nur sinnvoll und weiterbringend, dass man die Verantwortliche im Bildungssystem darauf aufmerksam macht, dass sie etwas Falsches lehren lassen: Sie lassen nämlich die materielle Realität der relativistischen Effekte lehren, und das ist falsch, weil die Experte, die die Deutungshoheit über die Relativitätstheorie haben und wonach sich das Bildungssystem richtet, ausgerechnet die materielle Realität der Effekte negieren (siehe Dr. Markus Pössel) - nach dem Prinzip: Die rechte Hand weiß im öffentlichen Bildungssystem nicht, was die linke Hand tut... :roll: Also müssen die Verantwortliche im Bildungssystem es korrigieren lassen. Siehe zum Beispiel meine Ansprache an Prof. Dr. Jürgen Richter vom Bundesministerium für Bildung und Forschung:

Zitat Jocelyne Lopez:
[...]
Daraus resultiert zwangsläufig, dass bei zwei zueinander bewegten Objekten weder der relativistische Effekt „Längenkontraktion“ noch der relativistische Effekt „Zeitdilatation“ sich in der physikalischen Realität auswirkt, was zum Beispiel im Falle des berühmten Zwillingsparadoxons dazu führt, dass keiner der beiden Zwillinge sich in Bewegungsrichtung verkürzt oder langsamer altert. Eine Verkürzung oder eine Verlangsamung des Alterns von lebenden Organismen bei absoluten oder relativen Bewegungen wurden auch nie messtechnisch bzw. experimentell festgestellt.

Jedoch wird die falsche Auslegung der Theorie, wonach der reisende Zwilling langsamer altert, nicht nur massiv in den Medien breitgetreten, sondern sie wird leider auch vom öffentlichen Bildungssystem tradiert, wie eine Stichprobe aus einem Lehrbuch es zum Beispiel dokumentiert:

„Über das Zwillingsparadoxon (es wird auch Uhrenparadoxon genannt) ist lange debattiert worden. Heutzutage akzeptieren fast alle Physiker die hier gegebene Interpretation. Lediglich einige Philosophen, Mathematiker und sogar ein oder zwei Physiker behaupten immer noch, daß beide Zwillinge auf dasselbe physikalische Alter kommen müssen. Der Autor dieses Buches ist so überzeugt von der Verlangsamung des Alterns bei Raumfahrern, wie er von irgend etwas in der Physik überzeugt ist.”
Jay Orear: “Physik”. München. Carl Hanser 1982/1985. S. 162.

Als naturwissenschaftlich interessierte Bürgerin – und als Steuerzahlerin – finde ich es völlig unverantwortlich, dass Generationen von Schülern und Studenten im öffentlichen Bildungssystem seit Jahrzehnten durch falsche Auslegungen der Theorie in die Irre geführt werden.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Richter, wenn Sie mich darüber informieren würden, welche Maßnahmen das Bundesministerium für Bildung und Forschung einleiten kann, um die notwendigen Berichtigungen sowohl im öffentlichen Bildungssystem selbst als auch gegenüber den Medien zu veranlassen. Es handelt sich nämlich um ein Anliegen im Interesse der Allgemeinheit.

Nur die Verantwortlichen im Bildungssystem können also die leider weit verbreiteten Fehlinterpretationen der Theorie korrigieren lassen. Diskussionen und Darstellungen von verschiedenen Interpretationen in Foren haben darüber absolut keine Wirkung, auch wenn sie noch 100 Jahre geführt werden sollten... :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Gerhard Kemme » Di 16. Mär 2010, 16:45

Ernst hat geschrieben:
scharo hat geschrieben: Unendlich klein ist, wie ich schon schrieb, niemals Null. Sonst kannst Du keine quantitativen Aussagen treffen.

Das ist nicht richtig bezüglich der Infinitesimalrechnung. Wäre es nicht Null, dann wäre es endlich klein. Da es aber unendlich klein ist, ist es eben Null. Es ergibt sich x/ = 0 , nicht ungefähr sondern gleich Null.

Wie ist das eigentlich, wenn man zwei kollineare Vektoren des Weges vec_s1 und vec_s2 hat und dann die Differenz bildet, dann bekommt man den Vektor vec_delta_s=vec_s1 - vec_s2. Macht man diese Differenz immer kleiner erhält man den Vektor vec_ds, d.h. ein Differenzial, dessen Betrag |vec_ds|=ds ist. Würde man jetzt annehmen, dass ds nur ein Punkt wäre, d.h. keine Ausdehnung in der Länge hätte, dann wäre es auch kein Vektor. Insofern gilt eigentlich durchaus die Auffassung, dass der Grenzwert 0 nicht wirklich 0 ist, sondern rein theoretisch als null angenommen wird. Der Grenzwert lim (1/n) =0, wobei n-->oo, ist gebräuchlich und führt in den meisten Fällen zu korrekten Resultaten und Erkenntnissen in der Physik. Allerdings hat auch dieses Grenzwert-Konzept dann bei bestimmten physikalischen Fragestellungen, z.B. bei Rotationen, seine Probleme, man kann dann beispielsweise nicht sagen, dass die Zentripetalkraft senkrecht zur Umfangsgeschwindigkeit steht.

mfg
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Di 16. Mär 2010, 17:08

Lieber Ernst,

„glaub mit ehrlich, ich möchte Dich auf keinen Fall beleidigen“

das weiß ich, brauche nicht mal zu glauben, aber Deine ständigen Unterstellungen, ich habe irgendwelche private Vorstellungen präsentiert, hören sich so an. Obwohl ich ununterbrochen die Lehrmeinung wiedergebe und obwohl stichhaltige Argumente liefere.

„Allerdings ist Deine Wortwahl mitunter ebenfalls beleidigend.“

Sorry, aber wie kann ich mich sonst währen – soll ich unrichtige Behauptungen nur so schlucken? Schau Deinen letzten Beitrag – das hört sich wesentlich besser an – sachlich diskutieren, ohne dem anderen etwas unpassendes unterzustellen.

„Das ist nicht richtig bezüglich der Infinitesimalrechnung. Wäre es nicht Null, dann wäre es endlich klein. Da es aber unendlich klein ist, ist es eben Null. Es ergibt sich x/ ∞ = 0 , nicht ungefähr sondern gleich Null.“

Warum dann nicht gleich 0, sondern dx?
Was sagst Du dazu: v = ds/dt – nehmen wir Werte v = 10/2 = 1/0,2 = 0,1/0,02 = 0,0001/0,00002 = 5 – wir haben also zuerst Delta s/Delta t – dann über Limes Delta s/Delta t kommen wir zu ds/dt. Du meinst aber, ds und dt seien gleich 0. Ja dann gilt v = 0/0 = ?. Verstehst Du jetzt, was ich die ganze Zeit meine?

„Das Zitat ist ja nicht von mir. Alle, die nicht nach Deiner Vorstellung denken, produzieren Blödsinn. Das ist auch kein netter Kommentar gegenüber dritten. Zumal der Mann recht hat.“

Der gute Mann hat kein recht – zuerst gibt er Strecken und Zeitspannen, aus denen sich ein Wert ergibt. Dann meint er, die Strecken und Abstände „verschwinden“ – s. oben – wenn die Strecken und Abstände verschwinden, dann hat er keinen Wert – woher soll er kommen?

„Infinitesimal läuft der Punkt zu einem singulären Zeitpunkt auf der Tangente. Wäre da Bewegung, dann könnte er das nicht; er würde von der Bahn abkommen. Infinitesimal ist die Bewegung quasi eingefroren.“

Singulären Zeitpunkt ist keine Zeitspanne. Ohne Zeitspanne und ohne Wegspanne – keine Geschwindigkeit. Wieso nimmt man ds, dx, dt usw. statt einfach 0 zu verwenden, da Du meinst, die Differentialen seien so wieso = 0. Wieso sagst Du „quasi“ und nicht gleich 0? Du sagst ja, „ist eben Null ... nicht ungefähr, sondern gleich 0“
Was Du meinst, lieber Ernst, ist, dass durch ds/dt (keine Nullen) ermittelte Geschwindigkeit (Vektor) an einem singulären Punkt angehängt wird und gemeint wird, dass wäre die Momentangeschwindigkeit dieses Punktes – das ist aber nur eine visuelle Vorstellung, die auf realen Verschiebungsdaten beruht. Und wir diskutieren hier über diese realen Daten, die nur aus wertbehafteten ds und dt zu bekommen sind. Keine Verschiebung = keine Geschwindigkeit – das wirst Du doch nicht leugnen?

„Allgemeine gültige physikalische Gesetze lassen sich aus rotierenden Systemen nicht formulieren.“

Wer redet von „allgemeinen“ – gefragt war ausschließlich Kinematik. Und kinematisch gültige Gesetze aus rotierenden Systemen sind kein Problem, sind Gang und Gebe, wirden mittels einfacher GT vollzogen.

„Die Sonne bewegt sich eben physisch nicht mit 500Mill km/24h um die Erde. Und wenn Geschwindigkeiten allgemein so nicht zu ermitteln sind, dann muß dies doch auch für eine Relativgeschwindigkeit gelten.“

Natürlich nicht, für eine kinematische Betrachtung aber doch – wo ist das Problem? Wo ist das Problem, irgendeine Geschwindigkeit relativ zu etwas, aus jedem beliebigen BS zu ermitteln? Bei so einer Betrachtung weiß doch jeder, wer in Wirklichkeit wo sich bewegt – gemeint sind natürlich Rotationsbewegungen. Für bestimmte Fragestellungen kann man das ignorieren und rein kinematisch rechnen – ist viel einfacher, als wenn man sich Gedanken macht, wer, wo, in Relation zu was tatsächlich als „bewegt“ im Sinne von beschleunigt zu bezeichnen wäre.

„Ja, weil sie sich physikalisch richtig nur aus einem nichtrotierenden System bestimmen läßt. siehe oben“

Nun gut, wenn Du darauf bestehst! Und jetzt rechne bitte aus diesem physikalisch „richtigen“ BS die Relativgeschwindigkeit zwischen Sat und Erdbeobachter aus!
Das, was einige Relativisten hier als „Rechnung“ vorgestellt haben, ist Unfug. Sie „rechnen“ die Geschwindigkeit der betreffenden Beobachter relativ zu ihrer Bahn – d.h. auch relativ zu ihrem Ort, und diese Bahn, Ort liegt in einem dritten BS, wenn sie auch noch so physikalisch richtig sein soll. Dann vergleichen sie einfach die Werte und glauben eine Geschwindigkeit der Beobachter zueinander bekommen zu haben. So rechnet man aber Geschwindigkeiten zueinander bei einer Rotationsbewegung nicht, nicht mal bei Translationsbewegungen, wenn kein gemeinsamer Schnittpunkt existiert. Mit Vektoren – aber bitte schön – Du kannst solche Vektoren nehmen, die Dir am besten gefallen – und bitter überrascht sein, wenn bei richtiger Rechnung eine v = 0 herauskommt.

Und warum soll man sich das antun, wenn es viel einfacher geht? Verbinde die Objekte mit einer Linie und v = ds/dt = fertig und richtig. Es ist doch Wurscht, dass diese einfache Rechnung in einem physikalisch unvollkommenen, mitrotierenden BS stattfindet. Tagtäglich rechnen Millionen von Menschen auf der Erde so – alles was Du auf der Erde siehst ist in diesem mitrotierenden BS und auf diese einfache Weise gerechnet.
Genauso ist der Fall mit Translationsbewegung bei gemeinsamem Schnittpunkt – Du bekommst in beliebigem BS exakt den gleichen Vektor, als wenn Du die einfache Verbindungslinie und ds/dt genommen hättest.
Auf diese Argumentation (Vektorrechnung im „ruhenden“ BS) hast Du bislang nicht geantwortet. Und ich kann schon vermuten, warum.

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Gerhard Kemme » Di 16. Mär 2010, 17:32

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Nur die Verantwortlichen im Bildungssystem können also die leider weit verbreiteten Fehlinterpretationen der Theorie korrigieren lassen. Diskussionen und Darstellungen von verschiedenen Interpretationen in Foren haben darüber absolut keine Wirkung, auch wenn sie noch 100 Jahre geführt werden sollten... :?


Die Ausführungen deines Beitrages waren sehr klar und entsprechen auch der eigenen Meinung zur RT. Deine abschließende Folgerung kann ich dann allerdings nicht im vollem Umfange nachvollziehen. Denn wie wären die Verhältnisse, wenn nicht weltweit Wissenschaftler und physikalische Fachleute ihre kostbare Zeit - unbezahlt - damit verbringen würden, die Absurditäten der SRT in all ihren Variationen kritisch zu erörtern? Diese Theorie hätte sich zu einem unhinterfragbaren physikalischen Dogma entwickelt, welches sogar per Gesetz gegen Kritik immunisiert würde. Ich verwende nur Gedanken aus der GOM-Dokumentation - ohne Kritik hätten Wissenschaftler und wissenschaftliche Fachleute noch nicht einmal den Gedanken, dass an der RT irgendetwas nicht stimmt und der wissenschaftliche Apparat von Schule bis Uni würde selber unbewusst immer neue Absurditäten entwickeln. Die daraus entstehenden Wirkungen will ich hier nicht ausbreiten - jedoch die Meinung kundtun, dass es Menschen noch nie gut bekommen ist, einer falschen Lehre unbewusst und kritikunfähig zu folgen.
Somit werden Wissenschaftler, wenn es sein muss, nicht nur die nächsten hundert Jahre, sondern auch die nächsten zweihundert Jahre damit verbringen, ihre Kritik an der RT vorzutragen, solange dieses Gedankengut vorhanden ist. Jede andere Verhaltensweise würde meines Erachtens dazu führen, dass sich sofort ein prinzipieller Fehler festsetzt.
Bei den Amtsträgern der Universitäten und wissenschaftlichen Institutionen handelt es sich, wenn man so will, um den staatlichen Apparat. Diese Personengruppe wird sich nach den globalen und lokalen Machtverhältnissen ausrichten - und diese Verhältnisse werden auch durch "uns" selber beeinflusst, wobei die Anmahnung von Wahrhaftigkeit in Forschung und Lehre durchaus nicht unterschätzt werden soll. Allerdings verfügen die RT-Kritiker über wenig finanzielle Ressourcen und haben wenig Einfluss auf die Direktvergabe von Forschungsgeldern, da sind die Relativisten einfach haushoch überlegen - allerdings zeigt die Erfahrung, dass Wahrheit auch ihre Durchsetzungskraft besitzt, so dass die Situation langfristig zumindest offen gehalten werden kann.

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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Ernst » Di 16. Mär 2010, 18:17

Lieber Ljudmil,

Der ganzen Sache bin ich jetzt überdrüssig. Der Disput, ob der Grenzwert Null tatsächlich Null ist oder nicht, ist ein Streit um des Kaisers Bart. Hauptsache, man kann damit richtig rechnen und die Ergebnisse richtig interpretieren.
Und welcher Unterschied zwischen Kinematik und Dynamik besteht, ist wohl außer Frage. Mechanische Physik beinhaltet allerdings in der Regel die Dynamik. Sonst benenne ein Gebiet der mechanischen Physik, wo die Kinematik dominiert.

scharo hat geschrieben:
Allgemeine gültige physikalische Gesetze lassen sich aus rotierenden Systemen nicht formulieren.

Wer redet von „allgemeinen“ – gefragt war ausschließlich Kinematik. Und kinematisch gültige Gesetze aus rotierenden Systemen sind kein Problem, sind Gang und Gebe, wirden mittels einfacher GT vollzogen.

Siehst Du? Das ist unser konzentrierter Dissenz. Du meinst, die kinematisch aus dem rotierenden System Erde ermittelte Relativgeschwindigkeit sei für die SRT ZD relevant. Und nach meiner Auffassung ist das unzulässig, weil das dynamisch (und daher m.Es auch physikalisch) unverträglich ist, physikalisch unvollkommen und deshalb die Relativgeschwindigkeit aus einem rotationsfreien System zu ermitteln ist.
Da stehst nun Du, JL und Hannes gegen Einstein, Harald, Trigemina und mich. Nach den vielen Debatten ist da sicher keine Annäherung in Sicht. Auch nach weiteren hundert Posts. Mein Vorschlag daher: Lassen wir´s dabei. Davon geht die Welt nicht unter und die SRT leider auch nicht. :)

Liebe Grüße
Ernst
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Di 16. Mär 2010, 19:12

Lieber Ernst,

„Da stehst nun Du, JL und Hannes gegen Einstein, Harald, Trigemina und mich.“

Halt! Du hast viele übergangen – sie werden beleidigt sein:

v_rel – nein:
Ich, JL, Hannes, Gerhard, d@k, Galeczki, Marquardt – habe ich jemand vergessen?
Mordred ?, Kurt ?

v_rel – nein und ja – je nach Laune
fb557.....

v_rel – keine Ahnung
Poet, Sebastian

v_rel – ja
Du, Harald, Trigemine, Einstein

„Mein Vorschlag daher: Lassen wir´s dabei. Davon geht die Welt nicht unter und die SRT leider auch nicht.“

Einverstanden – ist ja sowieso alles gesagt. :mrgreen:

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Hannes » Mi 17. Mär 2010, 12:51

Hallo Highway !


    Demnach unterscheidliche Geschwindigkeiten bei gleichen Zeitintervallen. Unterschiedliche Wegstrecken bei gleichen Zeitintervallen. Daraus sollte folgern unterschiedliche Differenzgeschwindigkeiten. Oder?


Du sagst genau: Differenzgeschwindigkeiten. Da ist immer die Frage :Wogegen?

Gegen den Erdmittelpunkt kann es nicht sein, denn da bleiben die Abstände und damit die Wegstrecken gleich.
Geschwindigkeit ist bekanntlich eine Funktion Meter pro Sekunde.

Gegen den Erdäquator kann es auch nicht sein, denn der dreht sich mit.

Gegen die Sonne könnte es sein, da sich die Kurven der Satelliten mit der Erddrehung
einmal der Sonne annähern und dann wieder entfernen.

Es könnte aber auch gegen unsere Heimatgalaxie sein, da sich die Erde bei ihrer Umdrehung um die Sonne dem Glalaxiezentrum einmal nähert und nach einem halben Jahr wieder entfernt.

Es könnte auch gegen die Nachbargalaxie Andromeda sein, da das Sonnensystem um
unsere Heimatgalaxie rotiert.

Aber du musst jetzt sagen , welche Differenzgeschwindigkeit du gewählt hast.
Denn logischerweise wird immer ein anderer Wert herauskommen.

Leider wirst du in Konflikt mit Einstein kommen, denn 1905 hat man eine
Nachbargalaxie noch gar nicht gekannt.Da war es ein "Nebel".
Erst Edwin Hubble hat 1929 erkannt, dass diese "Nebelflecken" eigenständige Galaxien sind.

Also entscheide dich für einen ,wenn auch nur gedachten Standort des Beobachters.

Denn mit deiner Entscheidung ergeben sich verschiedene "Relativgeschwindigkeiten".

Es wäre auch möglich, dass du sagst "Geschwindigkeit gegen den Weltraum".

Aber entscheiden musst du dich selbst, da die SRT keine diesbezüglichen Vorschriften macht.Bitte teile mir deine Entscheidung mit.

Mit Gruß

Hannes
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Ernst » Mi 17. Mär 2010, 13:32

@highway & Hannes

Altes Stück, neue Darsteller ;)
highway doubelt mich
Hannes doubelt Ljudmil

Viel Erfolg ;)
.
.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Hannes » Mi 17. Mär 2010, 14:52

Hallo Ernst !

    Altes Stück, neue Darsteller
    highway doubelt mich
    Hannes doubelt Ljudmil

Es sei dir unbenommen, mir eine Antwort zu geben. Welchen Beobachterstandort willst du auswählen ?
Kannst dir ja lt. SRT aussuchen.......................

Hannes
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