Ernst hat geschrieben:Und entsprechend diesem Modell erfolgt an Spiegeln eine stetige Reflexion von transversalen Wellen bei eineem Phasensprung von pi.
Das ist so. Jederzeit nachprüfbar.
Warum das so ist, ist sekundär und vermutlich auch gar nicht erforschbar.
Nein, lieber Ernst, wenn Du unter "stetiger Reflexion meinst", ein Spiegel würde reflektieren, ungeachtet der Phasenlage, die an ihm ankommt, so irrst Du dich.
Wahrscheinlich war die Animation von der Reflexion zu schnell, damit Du sehen konntest, dass die Reflexion einer Amplitude immer bei einem Phasenwinkel 0° beginnt, und sich dies im Takt der Periode immer wieder bei einem Phasenwinkel 0° wiederholt. Somit reflektiert ein Spiegel immer nur exakt im Periodentakt.
Damit man das besser sehen kann, habe ich die Animation verlangsamt und bei jedem Beginn einer Reflexion einer Amplitude eine kleine Verzögerung eingebaut, damit man besser sehen kann, dass der Zeitpunkt einer Reflexion mit dem Phasenwinkel 0° zu Beginn einer Amplitude festgelegt ist:
Vielleicht siehst Du es nun besser, dass ich Recht habe! Die Reflexion ist auch gar nicht anders möglich, weil sie eben nur erfolgt, wenn der Spiegel die Energie einer Amplitude absorbiert. Man weiß also sehr genau, "warum das so ist"! Und die Amplituden haben nun mal den Periodentakt aufgrund konstanter Kreisfrequenz. Ein Spiegel wird nie anders reflektieren können, als nach "Erfüllung der Amplitude" und niemals beliebig, sondern immer nur bei der Phasenlage 0° zu Beginn einer Amplitude, was auch stets den Beginn einer Periode bedeutet!
Wenn nun bei gegebener Laufstrecke sich für die Laufzeit bis zu diesem Spiegel ein Wert mit c gerechnet ergibt, und aufgrund der gegebenen Wellenlänge und Perioden eine Amplitude auch zu diesem Zeitpunkt am Spiegel mit der Phasenlage 0°ankommt, dann wird auch zu dem berechneten Zeitpunkt die Reflexion erfolgen. Errechnet man nun für die gleiche unveränderte Laufstrecke mit c+v oder c-v einen Zeitpunkt der Reflexion, dann ist es nicht selbstverständlich, dass auch dann eine Amplitude zu diesem Zeitpunkt am Spiegel ankommt, denn aufgrund veränderter Wellenlänge wird eine Amplitude zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs zum Spiegel sein bzw. schon vorher eine reflektiert worden sein. Der mit c+/-v berechnete Zeitpunkt ist daher falsch, weil der Spiegel ungeachtet dieser Rechnerei eine Amplitude zu jenem Zeitpunkt reflektieren wird, an dem tatsächlich eine Amplitude mit dem Phasenwinkel 0° bei ihm ankommt. Eine Laufzeit mit c+/-v zu errechnen ist daher völlig sinnlos! Da müsste man den Spiegel an jenen Punkt hinstellen, an welchem zum berechneten Zeitpunkt tatsächlich eine Amplitude vorliegt!
Die Reflexionen an einem Spiegel sind daher immer an die Kreisfrequenz bzw. Frequenz gebunden! Wann und wo immer auch eine Amplitude von einem Spiegel reflektiert wird, wird das ein Zeitpunkt sein, der den Beginn einer Periode signalisiert. Geht nicht anders!
Verändert man die Laufstrecke, so erfolgt die Reflexion wiederum zu Beginn einer Amplitude zu einem anderen Zeitpunkt. Die Gegenwelle wird daher zusätzlich zum Phasensprung phasenverschoben sein! Aber nur dann! Bleiben die optischen Wegstrecken aber unverändert - wie das im MMI der Fall ist - dann sind alle mit c+/-v berechneten Laufzeiten unrichtig! Weil bei konstanter Periodendauer alle Spiegel im MMI bei jeder Lage gleichzeitig reflektieren werden!
Dass damit das Michelson Interferometer das Medium nicht detektieren kann, wird Dir wohl einleuchten müssen, wenn Du diese Reflexionsbedingungen an einem Spiegel mal verinnerlicht hast!
Grüße
Harald Maurer

