fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:In Bezug setzen (früher, später) lassen sich nur Ereignisse, die in ein und dem selben IS registriert werden. Die Raumzeit in einem dazu gleichförmig bewegten IS ist eine andere. Um die SELBEN Ereignisse dort in Bezug zueinander zu setzen MÜSSEN sie aus dem ersten IS in das neue IS transformiert werden. Eine direkte Bezugnahme zwischen den IS ist nur mittels der absoluten Zeit in der klassischen Physik als ABKÜRZUNG möglich. Diese Abkürzung funktioniert NUR wenn die Galilei-Transformation gilt. Sonst nicht. Das liegt nicht an der Willkür irgendwelcher Theorien. Die Messapparaturen funktionieren einfach so, weil die Physik so ist. Und die Physik hat die absolute Zeit invalidiert.
Na, das ist mal eine tolle Erklärung! Da hat's mir doch glatt zuerst die Sprache verschlagen! Da kommt ja die feinste Esoterik nicht mit! Also, das Kausalitätsprinzip Ursache vor Wirkung gilt zwischen relativ zueinander bewegten Inertialsystemen nicht! Das ist natürlich interessant, weil sich die gesamte Physik aus Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen zueinander bewegten Bezugssystemen abspielt und immerhin so manche davon mit guter Näherung als Inertialsysteme bezeichnet werden können. Und die Messapparaturen widersprechen dem nicht? Natürlich nicht, die tricksen uns dermaßen aus, dass es nur so eine Freude ist. Ich lasse einen Lichtstrahl bei t=0 zu einem 10 LS entfernten Objekt sausen, und in meinem System kommt der Strahl nach 10 s dort an. Für einen mit 0,5 c bewegten Beobachter ist er laut LT schon nach 5,7735 s dort! Also meine Uhr steht auf 10 s und seine Uhr steht auf 5,7735, am Start hatten wir t=t'=0. Wie macht das die Uhr? Auf sehr raffinierte Weise! Sie springt beim Start des Lichts um 5,7735 s zurück (unter die Null, die LT gibt an -5,7735 s!), läuft danach 11,1547 s lang und bleibt am Ziel mit der Anzeige 5,7735 s stehen. Voila! c=const in beiden Systemen! Tja, die Messapparaturen der SRT haben es in sich! Und es ist sicher nur reinster Zufall, dass diese 5,7735 s genau die Differenz sind, die man braucht, um die Äthertheorie von Lorentz in die SRT von Einstein zu verwandeln. Naja, die Formeln kommen ja von Lorentz.
Nur eines verstehe ich nicht. Wenn sich zwei relativ bewegte Beobachter gerade begegnen und der Teufel schläft nicht und sie werden just in diesem Moment vom Blitz getroffen, werden sie nacheinander erschlagen, nur einer, dann welcher oder eben alle beide, weil der Teufel von der SRT noch nichts gehört hat und seine Uhr eine absolute Zeit zeigt? Oder röchelt einer vorm Ableben noch, he Du Teufel, Du hast vergessen zu transformieren, der andere wäre dran gewesen!
Das ist schon eine ausgefuchste Erfindung, diese Inertialsysteme mit jeweils eigener Raumzeit - sagt man da wirklich noch Physik dazu? Jedenfalls hat man auch beim schnellsten Blitz noch Chancen, wenn man gerade die richtige Uhr mit hat.
Raumzeit hin oder her, es ist eben schon so, dass ein und dasselbe Ereignis an ein und demselben Raumpunkt lediglich unterschiedliche Raum-und Zeitbezeichnungen bekommt und die Uhren gar seltsame Dinge tun, damit's auch passt!
Also, wenn Einsteins Matheprofessor Minkovski nicht gewesen wäre, würde heute kein Hahn nach der SRT krähen. Aber die schöne esoterische Sache mit dem Raumzeitkontinuum ist doch eine faszinierende Idee. Jede Zeit hat ihre Märchen!
Grüße
Harald Maurer