fallili hat geschrieben:Detlef hat geschrieben:Das beginnt bereits beim Begriff der Welle. Eine Welle ist kein Objekt, kein Körper, kein Gegenstand. Eine Welle ist Bewegung von Objekten oder Körpern. Ohne Medium (das aus Objekten besteht) gibt es keine Bewegung und ohne Bewegung keine Wellen.
Und genau das glaube ich eben ganz und gar nicht.Dass man, über das Modell der Welle, das Verhalten von elektromagnetischen Vorgängen beschreiben kann ist eine Sache, aber ich
glaube dass Viele (auch hier) viel zu sehr von Wasserwellen oder Schallwellen beeinflusst sind.
Wasser- oder Luftmoleküle bewegen sich, das überträgt sich und dann kann irgendwo am Ende auch wieder diese
Bewegung festgestellt werden.
....
Für Berechnungen ist das Wellenmodell wunderbar geeignet, aber dass da "irgendetwas" sich "bewegt" oder "auf- und abschwingt" halte ich für völlig absurd. Es ist mir klar, dass ich damit das ganze Problem der Ausbreitung ausschließe - die Frage
warum da in einer Entfernung überhaupt etwas passiert, stell ich mir daher für die "normalen" Betrachtungen gar nicht.
Aus deiner Darstellung lese ich eine große Unsicherheit heraus. Das ist meines Erachtens die Verwirrung, die die übliche Schulphysik hinterläßt. Ich habe auch Jahrzehnte gebraucht, um zwischen dem was physikalisch real ist und dem was leere Behauptungen sind zu unterscheiden. Und einer dieser Punkte betrifft die Frage "Was ist Licht?"
Die Antwort ist eindeutig: Licht ist die Bewegung einer elektromagnetischen Welle.
Licht besteht nicht aus Photonen. Manchmal ist es effektiver, mit Photonen zu rechnen. Dann sind Photonen reine Rechengrößen. Man kann sie aus praktischen Gründen benutzen, aber es gibt sie nicht.
Die Licht-Wellen wurden durch zahlreiche Forscher nachgewiesen (z.B. Huygens, Fresnel). Die
Bewegung der Lichtwelle wurde zuerst durch Olaf (oder Ole) Römer 1676 nachgewiesen.
Die EM-Wellen wurden durch Maxwell theoretisch und durch Hertz 1886 praktisch nachgewiesen.
Zur mathematischen Beschreibung von realen Wellen (z.B. Schall oder Wasser) gibt es eine Wellengleichung (Differentialgleichung 2.Ordnung), die nur einen Parameter, die Geschwindigkeit c der Welle in dem betreffenden Medium, enthält. Aus den Maxwellschen Gleichungen ergibt sich ebenfalls genau diese Wellengleichung mit der Lichtgeschwindigkeit als Parameter.
Damit wurde sowohl praktisch als auch theoretisch bewiesen, dass Licht eine Welle ist, die sich mit der Geschwindigkeit c
bewegt.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen, die Natur des Lichts besser zu verstehen.
fallili hat geschrieben:Aber elektrische und magnetische Felder sind nicht irgendwas was sich bewegt. Zumindest hat man da noch nichts gefunden was sich bewegen könnte und es ist sicher auch nichts von dem was derzeit physikalisch unter "Materie" verstanden wird oder bekannt wäre.
Das einzige was man eben feststellen kann ist, dass eine Änderung solcher Feldstärken sich dann nach 1 Sekunde eben 300 000 km weit davon entfernt "irgendwie" auswirkt und dort auch eine Änderung der Feldstärke merkbar wird.
Wenn du dir deine Sätze noch einmal durchliest, müsste dir der Widerspruch auffallen:
Du hast richtig erkannt, dass sich Felder mit endlicher Geschwindigkeit ausbreiten. Demzufolge müssen sich die Felder doch bewegen oder?
Die Felder bewegen sich nicht nur (breiten sich aus), sie übertragen auch teilweise sehr starke Kräfte. Selbst ein elektrischer Schlag an einer 240V-Steckdose wird durch ein elektrisches Feld (im Leiter) bewirkt.
fallili hat geschrieben:Einstweilen halte ich die Frage nach der Ausbreitung eher für ein philosophisches Problem.
Wenn du von einer Radarfalle geblitzt wirst, merkst du sehr schnell, dass die Ausbreitung des Lichts (einer EM-Welle) eine reale physikalische Erscheinung ist. Vogel Strauß hilft da nicht weiter.