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Eigentlich bin ich durch damit, will Dir aber den offenen Teil des Beitrages von heute Nacht noch beantworten und entweder hat sich da was geändert oder ich habe was überlesen. Also ich schiebe das einfach noch mal nach.
Frau Holle hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Man kann einen Ort nur in einem System mit Koordinaten beschreiben und diese sind abhängig von der Definition des Systems. Aber Du kannst mir gerne mal physikalisch beschreiben, was Du meinst, Quellen nennen, und differenzieren, bin da doch offen für neue Ideen.
Unter
absolut verstehe ich unabhängig vom Beobachter, im Gegensatz zu
relativ als abhängig vom Beobachter.
Ein Ereignis in der Raumzeit ist absolut, weil sich alle Beobachter darüber einig sind, dass es existiert, dass es statt findet. Eventuelle Koordinaten x, y, z, t für das Ereignis kann sich jeder Beobachter denken wie er will. Koordinaten sind relativ. Ereignisse und ihre raumzeitlichen Abstände (Linienelement) aber nicht. In diesem Sinn spreche ich auch von absolutem Ort und absoluter Zeit und denke mir die explizit ohne ein bestimmtes Koordinatensystem. Zwei Ereignisse haben einen absoluten zeitlichen Abstand in dem Sinn, das der Abstand existiert. Wie viele Sekunden oder Jahre das für einen Beobachter sein mag ist aber relativ, hängt vom Beobachter ab.
Absoluter Ort und Zeit für ein Ereignis ist einfach das hier und jetzt vom Ereignis. Vielleicht ist das ein bisschen philosophisch und physikalisch auch nicht üblich, da bin ich mir nicht sicher.
Der Raum ist nicht absolut, kann ich drehen wie ich will, da kann dann kein absoluter Ort sein, mag philosophisch eventuell etwas anderes sein als physikalisch.
Frau Holle hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Aber das wird nichts, wenn ich einen absoluten Ort habe, dann gibt es daneben auch einen, dann müsste man sagen können, Objekt X hat seinen absoluten Ort 1 eben verlassen und sich zu den absoluten Ort 2 bewegt und das hat 1 s gedauert. Damit hast Du dann eine absolute Geschwindigkeit.
Nein. Spätestens mit der Sekunde hast du ein Koordinatensystem einführt, und Koordinaten sind relativ. Eine absolute Geschwindigkeit wird das also nicht. Es gibt aber absolute Raumzeitabstände s im flachen Raum mit s² = -(dt)² +(dx)² + (dy)² + (dz)². Das kennst du vermutlich. s ist da als Linienelement für alle Beobachter gleich, also absolut.
Hatte ja was zu Abständen geschrieben, und gleich ist für mich nicht gleich "absolut". Ich habe 3 € und Du auch, absolut 3 €. Nun gut, ist etwas das für alle gleich groß ist auch absolut? Du nutzt den Begriff auch im Sinne von einzigartig. Egal, von mir aus ist es absolut, also die Ruhelängen und so, kann ich mit leben, aber bei Ort passt es nicht. Und auch mit, ein Ereignis ist absolut wenn sich alle Beobachter über dessen Existenz einig sind, kann ich wirklich wenig mit anfangen. Aber muss ja nicht ...
Frau Holle hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Also ich sage, geht nicht, Beispiel, im "fahrenden" Zug machst Du kurz das Licht an und wartest eine Sekunde und machst es noch mal kurz an. Auf die Frage, ob das nun am selben Ort war, wo zwei mal das Licht anging, sagst Du im Zug, ja. Das ist ein "absoluter" Ort.
Nein. Es ist kein absoluter Ort nur weil einer sagt, dass es zweimal am gleichen Ort war. Die Aussage gilt ja nur für den Beobachter im Zug, ist also Beobachter abhängig und daher relativ. Es sind zwei Ereignisse an zwei verschiedenen absoluten Orten im Universum zu verschiedenen absoluten Zeiten. Jemand hat mal gesagt: "Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss". So meine ich das.
Wie Du das meinst, glaube ich ja zu wissen, wie Du es formulierst ist das Problem.

Frau Holle hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Keine Ahnung ob Du meinen letzten Beitrag schon gelesen hattest, als Du das hier schriebst. Aber wenn ich das aus S' dem Ruhesystem der Gleise beschreibe ist das trivial, so trivial, dass ich nicht gedacht habe, dass Du das meinst. Wir haben einfach eine in S' bewegte Uhr, gibt zwei Ereignisse, sie zählt von 0 bis 9,99999 ... s und aus die Maus. Diese Uhr ist in S' mit 95 m/s bewegt und darum dauert dieser Zyklus der U2 eben dort länger. Also ΔT₁ > 9,99999 ... s und wenn die U mit 105 m/s bewegt ist gilt natürlich ΔT₂ > ΔT₁.
S' ist bei dir das Ruhesystem der Gleise? Selbstverständlich ist das ja nicht. Wenn da überhaupt etwas ruht, dann sind es die Gleise, also würde man die doch normal mit S bezeichnen und das bewegte Ruhesystem (Zug) mit S' und das darin zusätzlich bewegte Ruhesystem der U₂ mit S''.
Ja S' ist das Ruhesystem der Gleise und ist ja nicht so, dass ich das hier schon zigmal geschrieben habe. Der Grund ist einfach, das Ruhesystem des Zuges ist S, da tanzt Kurt mit der U₂ und nennt die Geschwindigkeit dieser eben v = 5 m/s und das "unwichtige" System ist somit für mich S', Kurt will die Geschwindigkeit des Zuges ja durch eine Messung der U₂ in S ermitteln. Er beginnt eben in S und dann wollen wir nach S', und für mich gibt es das "überhaut ruht" in dem Sinne nicht. Wo man anfängt, wo man Experimente macht, wo der fiktive Beobachter ruht, der ein Experiment macht, da ist bei mir S und das was er errechnen will ist eben in S'. Davon abgesehen ist die Notation egal.
Frau Holle hat geschrieben:
Wie auch immer, hatte den Beitrag noch nicht gelesen und ja: Es ist trivial. Es ging doch zuletzt immer nur darum, dass Kurt im Grunde mit der Aussage Recht hat, dass aus Sicht vom Bahnhofsystem die U₂ unterschiedlich schnell läuft, und dass man das im Zug auch feststellen kann. Dem hast du widersprochen und ich bleibe dabei und habe es auch erklärt.
Wenn man in S sitzt hat man dort die mit 5 m/s bewegte U₂ und mit U₁ verglichen geht die langsamer. Nun hat man in S auch noch die Uhren am Bahnhof, von mir aus Ub₁ und die ist nun einmal mit 95 m/s und ein anderes mal mit 105 m/s bewegt. Wie man das nun auch immer genau vergleicht ist erstmal egal, gehen wir davon aus, es geht, dann gehen diese Uhren am Bahnhof klar noch langsamer als die U₂ und die U₁.
Also kann man aus dem System S heraus feststellen, dass die die U₂ im Bahnhofssystem unterschiedlich schnell läuft?
Das ist also Deine Aussage, dass das möglich ist, war mir so bisher nicht klar, und klar ist das möglich, wenn man in S die Bahnhofsuhren messen kann. Weiß noch nicht wie es mit der Richtung ist, also seitlich, aber lassen wir das mal stecken, gehen davon aus, es ist klar, alle Bewegungen (egal ob positiv oder negativ) finden nur auf einer Achse in eine Richtung statt, dann misst man in S eben die Bahnhofsuhren, bekommt den Lorentzfaktor, die Geschwindigkeit der Bahnhofsuhren und somit eben auch die des Zuges und der U₂ in S'. Im Grund ist ja klar, wenn man in einem System über alle Informationen verfügt, kann man alles transformieren und hin und her rechnen.
Frau Holle hat geschrieben:
Völlig falsch liegt Kurt natürlich nach wie vor mit der Behauptung, dass man das im Zug auch feststellen kann, wenn man nicht rausschhaut, wenn man also keine Vergleichsmöglichkeit hat mit einer Bahnhofs- oder Gleisuhr.
Das ist unstrittig.
Frau Holle hat geschrieben:
Wie man das im Zug aber ganz einfach feststellen kann, falls man rausschaut, das habe ich mit den Gleisuhren beschrieben: Auf der richtigen Gleisuhr sieht man den Zählerstand bei jedem der drei Ereignisse (auf den Fotos):
1. U₂ ist im Bahnhof bei der Synchronisation
2. U₂ ist bei der Messstelle nach der ersten Fahrt
3. U₂ ist bei der Messstelle nach der zweiten Fahrt
Jetzt muss man nur noch ohne viel Rechnerei die Unterschiede der Gleisuhren auf den 3 Fotos betrachten und erkennt sofort:
- Während der 1. Fahrt der U₂ nach vorne im Zug lief sie 950 Takte und von der Gleisuhr im Bahnhofsystem wurden einige mehr Takte gezählt, sagen wir x₁ Takte. Der Zählerstand der Gleisuhr liefert sie direkt.
- Während der 2. Fahrt der U₂ nach hinten lief sie ebenfalls 950 Takte und von der Gleisuhr im Bahnhofsystem wurden einige mehr Takte gezählt, sagen wir x₂ Takte. Man muss dafür halt vom Zählerstand noch die ersten x₁ Takte abziehen.
Und ich behaupte jetzt, dass x₂ < x₁ ist. Die Gleisuhren im Bahnhofssystem liefen jeweils schneller als U₂, aber während der ersten Fahrt noch schneller als während der zweiten. Logisch, weil die Relativgeschwindigkeit der U₂ zu den Gleisen bei der ersten Fahrt am größten war, die U₂ daher am langsamsten und die Gleisuhren am schnellsten.
Also ich kann mir das in Ruhe ansehen, bin bisher nicht dazu gekommen, aber ich bestreite ja nicht, dass man - wenn man die Bahnhofsuhren aus dem Zug heraus sehen und messen kann - alle Geschwindigkeiten der Uhren und Objekte in beiden Systemen berechnen kann. Von daher, wenn Du das richtig gemacht hast, ist das kein Problem und kein Punkt an dem ich Dir widerspreche. Ich schau mir das aber noch mal an. Wohl nur nicht mehr heute.