rmw hat geschrieben:Die Massenträgheitskraft wirkt der angreifenden Kraft entgegen. Du kannst es ja einmal mit einem Ball ausprobieren ob du eine Gegenkraft spürst wenn du horizontal auf einen Ball schlägst. Mit einer Stahlkugel würde ich dir das Experiment nicht empfehlen das Ergebnis würde dort etwas zu eindeutig ausfallen.
Das ist ein richtiges Beispiel für actio-reactio! Die Kraft wirkt auf den Ball (bzw. Stahlkugel), die Gegenkraft wirkt auf die Hand! Denn Kraft und Gegenkraft ( Actio und Reactio) wirken immer auf zwei verschiedene Körper!
Im Fall einer herumgeschleuderten Kugel an einer Schnur wirkt die Kraft (Zentripetalkraft) auf die Kugel. Die Gegenkraft zur Zentripetalkraft wirkt auf die Hand, welche die Schnur hält! Auf diese Weise ist das Reaktionsprinzip im rotierenden BS erfüllt. Und nicht durch die Zentrifugalkraft, die ja auf denselben Körper wirkt wie die Zentripetalkraft!
Wenn jemand mit einer Kraft an einem Karren zieht, dann wirkt die Gegenkraft nicht auf den Karren sondern auf den, der zieht!
Wirkt die Gravitation als Zentripetalkraft auf einen Satelliten, dann wirkt die Gegenkraft nicht auf den Satelliten, sondern auf die Erde, die nun vom Satelliten angezogen wird!
Wirft jemand mit Kraft Steine aus einem Boot, dann wirkt die Gegenkraft auf das Boot - und nicht auf die Steine! Das Boot bewegt sich dadurch in die Gegenrichtung (Rückstoßprinzip).
Liegen Steine in einem bewegten Boot und wird das Boot aprupt abgebremst, dann fliegen auch hier Steine aus dem Boot. Im Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel hat die im BS Boot auftretende Trägheitskraft
keine Gegenkraft und das Boot bewegt sich
nicht in die Gegenrichtung! Weil es keine Kraft gibt, die eine Gegenkraft verursachen würde. Denn die Steine bewegen sich bloß infolge ihrer Trägheit weiter. Das Reaktionsprinzip spielt sich hingegen zwischen dem Boot und dem ab, der das Boot abbremst!
Ergo: Trägheitskräfte (Scheinkräfte) verursachen keine Gegenkraft und sind auch niemals eine Gegenkraft. Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft sind
keine Gegenkräfte im Sinne von actio-reactio.
Wirken zwei Kräfte auf den gleichen Körper, dann handelt es sich um ein Kräftegleichgewicht bzw. Kräfteverhältnis und nicht um die Wechselwirkung actio-reactio. Dieses Kräfteverhältnis liegt bei einem Satelliten zwischen seiner Trägheit und der Zentripetalkraft (Gravitation) gerade so vor, dass sich als Resultierende eine geschlossene Kreisbahn ergibt. Und es könnte im BS IS kein Kräftegleichgewicht zwischen Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft geben, denn aus den diametral entgegen gerichteten Vektoren dieser Kräfte könnte sich keine
seitliche Resultierende zur Kreisbahn ergeben. Dieses Kräftegleichgewicht wird aber
im rotierenden BS angenommen, weil der Satellit in Bezug zum
mitrotierenden Koordinatensystem
ruht.
Auch wenn in unzähligen Büchern und Webseiten geschrieben steht, ein Satellit bliebe aufgrund des Gleichgewichts der Gravitation zur Zentrifugalkraft in seinem Orbit, ist es dennoch physikalisch falsch. Und selbstverständlich ist die Zentrifugalkraft keine Reaktionskraft zur Zentripetalkraft.
Hat sich diese falsche Interpretation der Zentrifugalkraft einmal in die Köpfe eingebrannt, ist sie offenbar nicht mehr heraus zu kriegen!
Grüße
Harald Maurer