Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Zentrifugalkraft

Beitragvon rmw » Do 29. Dez 2011, 19:57

Harald Maurer hat geschrieben:Die Zentrifugalkraft ist keine Reaktionskraft zur Zentripetalkraft und steht auch nicht mit dieser im Gleichgewicht, denn sie existiert real nicht.

So und wie qualifizierst du dann den Unterschied zwischen der Kraft mit der das Paket in der Kurve nach außen zieht im Vergleich dazu, wie wenn einfach am anderen Ende der Schnur jemand nach außen zieht.

Harald Maurer hat geschrieben:Und Objekte auf Kreisbahnen sind auch nicht kräftefrei,

Beschleunigte Bewegungen sind in der Tat nicht kräftefrei, auf sie wirken Kraft und Gegenkraft.

Harald Maurer hat geschrieben:Völlig widersinnig ist die Ansicht, die Relativisten würden die Zentrifugalkraft abschaffen,

Nachdem die ART von einem "gekrümmten" Raum ausgeht braucht sie keine Zenrtifugalkraft, die Zenrtifugalkraft passt daher den RT-Anhängern überhaupt nicht in den Kram. Sie brauchen einen Grund warum es diese Kraft nicht gibt.
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Re: Scheinkraft

Beitragvon Ernst » Do 29. Dez 2011, 20:02

rmw hat geschrieben: Dagegen ist nicht einzuwenden solange man es auch als das bezeichnet was es ist, nämlich eine Berechnungsmethode. Den Begriff Trägheitskraft für solche fiktive Trägheitskräfte zu monopolsieren kann aber nicht einen großen Logiker als Vater gehabt haben.

Natürlich, eine Berechnungsmethode. Mehr nicht. In der Tat ist der Ausdruck Trägheitskraft für Scheinkraft sehr unglücklich und führt eben zu den diversen Mißverständnissen.

Gruß
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Re: Zentrifugalkraft

Beitragvon Ernst » Do 29. Dez 2011, 20:10

rmw hat geschrieben: So und wie qualifizierst du dann den Unterschied zwischen der Kraft mit der das Paket in der Kurve nach außen zieht im Vergleich dazu, wie wenn einfach am anderen Ende der Schnur jemand nach außen zieht.

Ich springe mal ein:
Der Unterschied ist der, daß bei Wegfall der Zentripetalkraft (gerissenen Gepäckbefestigung) das Paket tangential wegfliegt und im Fall des Zuges an einer Schnur nach außen das Paket radial wegfliegt.
Das Paket zieht nämlich nicht nach außen, sondern es wird in die Kreisbahn gedrückt aus seiner "gewünschten" tangentialen Bahn, welche es gerne beibehalten möchte.

Gruß
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Unterschied

Beitragvon rmw » Do 29. Dez 2011, 20:20

Ernst hat geschrieben:Welche Gegenkraft?

d²s/dt² = F / m

In Worten: Die Trägheit einer Masse bewirkt, daß die Beschleunigung dieser Masse gleich ist dem Quotienten aus der angreifenden Kraft und der Masse.

Wo ist da ´ne Gegenkraft?

Die Massenträgheitskraft wirkt der angreifenden Kraft entgegen. Du kannst es ja einmal mit einem Ball ausprobieren ob du eine Gegenkraft spürst wenn du horizontal auf einen Ball schlägst. Mit einer Stahlkugel würde ich dir das Experiment nicht empfehlen das Ergebnis würde dort etwas zu eindeutig ausfallen.

Ernst hat geschrieben:Der Unterschied ist der, daß bei Wegfall der Zentripetalkraft (gerissenen Gepäckbefestigung) das Paket tangential wegfliegt

Das ist schon richtig, aber so lange du das Paket nicht losläßt wirst du keinen Unterschied merken, die Zentrifugalkraft wirkt in gleicher Weise wie wenn auf der anderen Seite jemand zieht.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Kurt » Do 29. Dez 2011, 20:59

Chief hat geschrieben:In der Tat eine schöne Quelle .....



Hallo Leute, "fragt halt mich" hihi.

Überlegt mal:
Ihr betrachtet das Karusell aus Sicht des Volksfestbesuchers und des sich mitdrehenden Käfers der auf dem Karusell sitzt.

Beide sagen dass dann, wenn die Kette reisst, die Kugel sich geradlinig weiterbewegt, darum keine Fliehkraft oder auch nicht, sein kann.

Bedenket, weder die Sicht des Besuchers noch die des Käfers ist korrekt (die dass sich die Kugel gleichförmig weiterbewegt), denn beide -sehen- dass sie sich nicht gleichförmig weiterbewegt (Gravitation weggelassen).

Sie bewegt sich geradlinig weiter, aber nicht deswegen weil irgendwelche Schein- oder Nichtscheinkräfte, je nach BS, wirken, sondern weil es in der Natur so eingerichtet ist.
Jede auftretende Kraft hat ihren Ursprung in der Trägheit.
Wäre es da nicht angebracht das zu bereden?
Denn das würde die hier sichtbaren Hürden wegen "praktischer Anwendung der Formeln usw.) überwinden, alle könnten gemeinsam am selben Ende des Seils ziehen.
Und das Ergebnis wäre warscheinlich positiv!


Gruss Kurt
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 29. Dez 2011, 21:19

Chief hat geschrieben: Eine Kraft die sogar Arbeit leistet darf nicht existieren!

Was bist Du nur für ein Spinner. Die Arbeit wird vom Antrieb geleistet, wenn das Ding beschleunigt wird, die Kugeln nach außen wandern und die Klappe anheben.
Und dein Franzose steht wieder im beschleunigten BS. Analog dem Karussell.
Laß es sein. Du packst es nicht.

Wo ist die Rechnung?

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 29. Dez 2011, 21:24

Kurt hat geschrieben:Jede auftretende Kraft hat ihren Ursprung in der Trägheit.
Wäre es da nicht angebracht das zu bereden?

Solchen Unsinn wollen wir lieber nicht bereden. Weil die Kraft der gespannten Feder so gar nichts mit Dynamik und Trägheit zu tun hat. let it be.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Do 29. Dez 2011, 21:52

Chief hat geschrieben: Hier

Da seh ich ne leere Seite. Ich hab auch gesagt, selbst herleiten.

In Deinem geliebten Gerthsen steht aber noch ganz was anderes. Gerade hattest Du ja Gerthsen als nicht verdammenswert erklärt. Man zu. Er beschreibt genau das, was ich hier ständig predige und Harald wiederholt anschaulich beschrieben hat. Also was Du und Co als Schwachsinn verunglimpfen. :mrgreen:

Zur Vollansicht auf das Bild klicken:
Gerthsen Trägheitskraft.png
Gerthsen Trägheitskraft.png (106.75 KiB) 4420-mal betrachtet

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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Fr 30. Dez 2011, 00:05

rmw hat geschrieben:Die Massenträgheitskraft wirkt der angreifenden Kraft entgegen. Du kannst es ja einmal mit einem Ball ausprobieren ob du eine Gegenkraft spürst wenn du horizontal auf einen Ball schlägst. Mit einer Stahlkugel würde ich dir das Experiment nicht empfehlen das Ergebnis würde dort etwas zu eindeutig ausfallen.

Das ist ein richtiges Beispiel für actio-reactio! Die Kraft wirkt auf den Ball (bzw. Stahlkugel), die Gegenkraft wirkt auf die Hand! Denn Kraft und Gegenkraft ( Actio und Reactio) wirken immer auf zwei verschiedene Körper!
Im Fall einer herumgeschleuderten Kugel an einer Schnur wirkt die Kraft (Zentripetalkraft) auf die Kugel. Die Gegenkraft zur Zentripetalkraft wirkt auf die Hand, welche die Schnur hält! Auf diese Weise ist das Reaktionsprinzip im rotierenden BS erfüllt. Und nicht durch die Zentrifugalkraft, die ja auf denselben Körper wirkt wie die Zentripetalkraft!
Wenn jemand mit einer Kraft an einem Karren zieht, dann wirkt die Gegenkraft nicht auf den Karren sondern auf den, der zieht!
Wirkt die Gravitation als Zentripetalkraft auf einen Satelliten, dann wirkt die Gegenkraft nicht auf den Satelliten, sondern auf die Erde, die nun vom Satelliten angezogen wird!
Wirft jemand mit Kraft Steine aus einem Boot, dann wirkt die Gegenkraft auf das Boot - und nicht auf die Steine! Das Boot bewegt sich dadurch in die Gegenrichtung (Rückstoßprinzip).
Liegen Steine in einem bewegten Boot und wird das Boot aprupt abgebremst, dann fliegen auch hier Steine aus dem Boot. Im Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel hat die im BS Boot auftretende Trägheitskraft keine Gegenkraft und das Boot bewegt sich nicht in die Gegenrichtung! Weil es keine Kraft gibt, die eine Gegenkraft verursachen würde. Denn die Steine bewegen sich bloß infolge ihrer Trägheit weiter. Das Reaktionsprinzip spielt sich hingegen zwischen dem Boot und dem ab, der das Boot abbremst!
Ergo: Trägheitskräfte (Scheinkräfte) verursachen keine Gegenkraft und sind auch niemals eine Gegenkraft. Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft sind keine Gegenkräfte im Sinne von actio-reactio.
Wirken zwei Kräfte auf den gleichen Körper, dann handelt es sich um ein Kräftegleichgewicht bzw. Kräfteverhältnis und nicht um die Wechselwirkung actio-reactio. Dieses Kräfteverhältnis liegt bei einem Satelliten zwischen seiner Trägheit und der Zentripetalkraft (Gravitation) gerade so vor, dass sich als Resultierende eine geschlossene Kreisbahn ergibt. Und es könnte im BS IS kein Kräftegleichgewicht zwischen Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft geben, denn aus den diametral entgegen gerichteten Vektoren dieser Kräfte könnte sich keine seitliche Resultierende zur Kreisbahn ergeben. Dieses Kräftegleichgewicht wird aber im rotierenden BS angenommen, weil der Satellit in Bezug zum mitrotierenden Koordinatensystem ruht.
Auch wenn in unzähligen Büchern und Webseiten geschrieben steht, ein Satellit bliebe aufgrund des Gleichgewichts der Gravitation zur Zentrifugalkraft in seinem Orbit, ist es dennoch physikalisch falsch. Und selbstverständlich ist die Zentrifugalkraft keine Reaktionskraft zur Zentripetalkraft.
Hat sich diese falsche Interpretation der Zentrifugalkraft einmal in die Köpfe eingebrannt, ist sie offenbar nicht mehr heraus zu kriegen!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Fr 30. Dez 2011, 01:03

Highway hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
Das ist ein richtiges Beispiel für actio-reactio! Die Kraft wirkt auf den Ball (bzw. Stahlkugel), die Gegenkraft wirkt auf die Hand! Denn Kraft und Gegenkraft ( Actio und Reactio) wirken immer auf zwei verschiedene Körper!


Das ist wohl eher ein Irrtum:

Newton hat geschrieben:
„Actioni contrariam semper et aequalem esse reactionem: sive corporum duorum actiones in se mutuo semper esse aequales et in partes contrarias dirigi.“


Übersetzung hat geschrieben:
„Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio).“


Das heißt, wenn auf A etwas wirkt, dann wirkt A auch auf das was auf A wirkt, mit gleicher Größe und entgegengesetzt. Ganz klar und unmissverständlich. Drittes Newtonsche Axiom.


Kannst Du lesen: "Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio)."
Sind die Körper A und B zwei verschiedene Körper, oder nicht?
Und in Deiner Schreibweise: "Wenn auf A etwas wirkt, dann wirkt A auch auf das, was auf A wirkt, mit gleicher Größe und entgegengesetzt."
Ist das, was auf A wirkt, B? Ich denke schon. Sind A und B auch in Deiner Schreibweise verschiedene Körper? Ich denke schon.
Wo also sollte mein Irrtum liegen?

Grüße
Harald Maurer
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