Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben: Wo ist dieses dynamische Ereignis in Deiner Antwort geblieben?
Wenn Du es nicht gefunden hast, kann ich dir auch nicht weiterhelfen.
Ich hatte Dir gerade erklärt, daß das Relativitätsprinzip für die Dynamik zutrifft. Und alles was ich beschrieben habe, bezieht sich auf die dynamischen Vorgänge.
Sorry, aber alles was Du geschrieben hast halte ich für eine rein kinematische Beschreibung und Berechnung von Vorgängen, die in der Tat nach dem Relativitätsprinzip paarweise perfekt symmetrisch sind:
Zitat Ernst:
Überhole mit eigenen 150km/h ein anderes Auto mit 100km/h. Dann beträgt doch deine Relativgeschwindigkeit zu jenem Auto 50km/h. Gleichzeitig ist deine Relativgeschwindigkeit zur Straße 150km/h. Und kommt Dir ein Auto entgegen mit 100km/h, dann ist deine Relativgeschwindigkeit gleichzeitig dazu 250km/h. Also ist je nach Bezugssystem (anderes Auto) deine (Relativ)Geschwindigkeit gleichzeitig unterschiedlich groß.
Nach meinem Verständnis ist hier keine einzige Überlegung über die Dynamik in diesen Ausführungen enthalten, keine einzige Wechselwirkung zwischen den Objekten aufgrund einer einseitigen Krafteinwirkung.
Ich dachte mir es die ganze Zeit doch, dass wir unterschiedliche Interpretationen von der kinematischen oder dynamischen Betrachtung von Vorgängen zugrunde legen und dass wir aneinander vorbeireden.
Ernst hat geschrieben:
Siehst du klar das Relativitätsprinzip. Kannst du das auf Haralds bunte Massen übertragen?
Das Relativitätsprinzip sehe ich immer klar, wie gesagt kein Kunststück, aber das Relativitätsprinzip gilt beim Geschehen eines dynamischen Ereignisses (Stoß) nicht mehr, die kinematische Symmetrie der Bewegungen durch Wechsel der Perspektive ist durch die Richtung des wirkenden Impulses gebrochen, und zwar gemäß Anteil der jeweiligen Eigengeschwindigkeiten der Objekte relativ zum gemeinsamen Bezugssystem: sie werden verschiedentlich durch den Stoß in die entgegengesetze Richtung zurückgestoßen, nichts mit Symmetrie und Relativitätsprinzip wie bei einer kinematischen Betrachtung, da darf ein Beobachter hin und zurück beobachten und berechnen so oft er will, da hilft nichts:
Zitat Harald:
Sie erwarten daher aus ihren Rechenergebnissen, dass jeder den anderen dieselbe Strecke zurückstoßen wird. Muss ihr Erstaunen nicht groß sein, weil das nicht zutrifft, wenn sie zusammen knallen? Denn nach wie vor wird die schnellere Masse der langsameren den größeren Kraftstoß verpassen!
Man kann sich zum Beispiel auch vorstellen, dass eine Kanone und ihre abgefeuerte Kanonenkugel gemäß Relativitätsprinzip kinematisch gleichgestellt und austauschbar sind: Es ist egal für die Berechnung der Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden, ob man zugrunde legt, dass die Kanone ruht und die Kugel fliegt, ober andersrum, dass die Kugel ruht und die Kanone fliegt. Eine leichte mentale Übung, auch für Vorschulkinder.
Wenn man aber die jeweils in entgegengesetzer Richtung zurückgelegten Strecken der beiden nach dem Abfeuern berechnen will, wird man keine schöne Symmetrie der Bewegungen mehr gemäß Deinem beliebten Relativitätsprinzip finden: Man kann zwar beobachten, dass die Kanone beim Abfeuern nach hinten und die Kugel nach vorne gestoßen werden, ich habe aber nie gesehen und nie gehört, dass eine Kanone so weit nach hinten fliegt wie die Kugel nach vorne... Fliegende Kanonenkugel gibt es, fliegende Kanone aber wohl nicht - Schade um das schöne Relativitätsprinzip, oder?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez