Neutrinos schneller als Licht?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 19:58

Kurt hat geschrieben:Wenn die -ich- Fraktion da was zu sagen hätte dann wären sowohl eine Glaspfaser als auch ein Coaxkabel da in die Box rein/rausgegangen.
Denn dann kann direkt (und automatisch) überprüft werden ob irgendeine Leitung/Elektronische Schaltung fehlerhaft überträgt oder nicht.

Natürlich ist die Signalgeschwindigkeit in einem Coaxkabel auch exakt dieselbe wie in einem LWL. Deshalb lässt sich das auch so einfach direkt vergleichen. Und bei Timings von einigen Dutzend Nanosekunden solltest du das mit dem 1MHz vielleicht auch nochmal überdenken.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Ernst » Mo 11. Jun 2012, 20:06

.
Wenn Neutrinos nun doch keine Überlichtgeschwindigkeit haben, sondern "nur" Lichtgeschwindigkeit, dann müßten sie doch eine unendlich große Masse haben, oder?
Oder anders ausgedrückt; eine unendlich große kinetische Energie.
.
.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 20:12

contravariant hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Wenn die -ich- Fraktion da was zu sagen hätte dann wären sowohl eine Glaspfaser als auch ein Coaxkabel da in die Box rein/rausgegangen.
Denn dann kann direkt (und automatisch) überprüft werden ob irgendeine Leitung/Elektronische Schaltung fehlerhaft überträgt oder nicht.

Natürlich ist die Signalgeschwindigkeit in einem Coaxkabel auch exakt dieselbe wie in einem LWL. Deshalb lässt sich das auch so einfach direkt vergleichen.


Widerspruch!
Die Glasleitung ist wesentlich langsamer als das Coaxkabel!
Darum kann es auch nicht direkt verglichen werden.
Ohne Wissen der Längen, bzw. der Laufzeitverzögerungen, ist hier nichts zu gewinnen.

contravariant hat geschrieben:Und bei Timings von einigen Dutzend Nanosekunden solltest du das mit dem 1MHz vielleicht auch nochmal überdenken.


Ich habe die langsame Frequenz gewählt weil sie lange Coax-Leitungen zulässt.
Es geht nicht darum die Nanosekunden zu übertragen, sondern darum eine Uhr zu synchronisieren.
Die Uhr kann dann selber die ns erzeugen.

Entscheidend ist dass die Uhr weiss wann der Synchronimpuls da ist, ob dies im Pikosekundenbereich, oder im Sekundenbereich geschieht ist unwichtig.


Gruss Kurt
Kurt
 
Beiträge: 21797
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 14:07
Wohnort: Bayern

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 20:18

Ernst hat geschrieben:.
Wenn Neutrinos nun doch keine Überlichtgeschwindigkeit haben, sondern "nur" Lichtgeschwindigkeit, dann müßten sie doch eine unendlich große Masse haben, oder?
Oder anders ausgedrückt; eine unendlich große kinetische Energie.
.
.


Oder so betrachtet werden.
Materie hat mit Licht nichts zu tun.
Materie kann reisen, wie schnell hängt davon ab welche Geschwindigkeit ihr -aufgebrummt- worden ist.

Licht reist nicht, Licht breitet sich als Druckunterschied im Medium aus.
Darum ist Licht immer so schnell unterwegs wie es der locale Lichtleitbezug eben hergibt.

Die Geschwindigkeit reisender Materie kann immer nur relativ angegeben werden.
Es sei denn der locale Nullpunkt für Bewegung ist bekannt.

Die Beschleunigung von Materie kann nur so gross sein (oder fast so gross) wie es der locale Lichtleitbezug hergibt.
(Beispiel das mit der die Karre anschiebenden Freiwilligen).

Gruss Kurt
Zuletzt geändert von Kurt am Mo 11. Jun 2012, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
Kurt
 
Beiträge: 21797
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 14:07
Wohnort: Bayern

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 20:19

Kurt hat geschrieben:Widerspruch!
Die Glasleitung ist wesentlich langsamer als das Coaxkabel!
Darum kann es auch nicht direkt verglichen werden.
Ohne Wissen der Längen, bzw. der Laufzeitverzögerungen, ist hier nichts zu gewinnen.

Oh mann, bei manchen Leute muss man mit dem Ironieschild wedeln...

Kurt hat geschrieben:Ich habe die langsame Frequenz gewählt weil sie lange Coax-Leitungen zulässt.
Es geht nicht darum die Nanosekunden zu übertragen, sondern darum eine Uhr zu synchronisieren.
Die Uhr kann dann selber die ns erzeugen.

Hast du den Artikel überhaupt gelesen? Es gibt nur das eine Signal von der einen Uhr auf der OPERA Seite. Und da stellt sich schon die Frage, wie du die 60ns Unterschied mit 1MHz auflösen willst.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 20:20

Ernst hat geschrieben:Wenn Neutrinos nun doch keine Überlichtgeschwindigkeit haben, sondern "nur" Lichtgeschwindigkeit, dann müßten sie doch eine unendlich große Masse haben, oder?
Oder anders ausgedrückt; eine unendlich große kinetische Energie.

Nein.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 20:30

contravariant hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Widerspruch!
Die Glasleitung ist wesentlich langsamer als das Coaxkabel!
Darum kann es auch nicht direkt verglichen werden.
Ohne Wissen der Längen, bzw. der Laufzeitverzögerungen, ist hier nichts zu gewinnen.

Oh mann, bei manchen Leute muss man mit dem Ironieschild wedeln...


Das hab ich nicht -geschnallt-.

contravariant hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Ich habe die langsame Frequenz gewählt weil sie lange Coax-Leitungen zulässt.
Es geht nicht darum die Nanosekunden zu übertragen, sondern darum eine Uhr zu synchronisieren.
Die Uhr kann dann selber die ns erzeugen.


Hast du den Artikel überhaupt gelesen? Es gibt nur das eine Signal von der einen Uhr auf der OPERA Seite. Und da stellt sich schon die Frage, wie du die 60ns Unterschied mit 1MHz auflösen willst.


Auflösen kann es nur eine Uhr selber, sie kann mit der notwendigen Frequenz takten.
Soweit ich den Artikel verstanden habe, ich habe mich auf die Zeichnung konzentriert, wird das Signal zur Uhrensynchronisation verwendet.
Und mehr ist auch nicht notwendig.
Der Rest ist Zählen von Uhrentakten ab dem Synchronsignal.

Die Uhren beim Sender und Empfänger werden mit GPS synchronisiert.
Hier würde ich mal etwas genauer ansetzen.
Denn wer kann behaupten dass diese absolut synchron gehen (perfekt arbeitende Technik angenommen).
Kurt
 
Beiträge: 21797
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 14:07
Wohnort: Bayern

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 20:34

Kurt hat geschrieben:Auflösen kann es nur eine Uhr selber, sie kann mit der notwendigen Frequenz takten.
Soweit ich den Artikel verstanden habe, ich habe mich auf die Zeichnung konzentriert, wird das Signal zur Uhrensynchronisation verwendet.
Und mehr ist auch nicht notwendig.
Der Rest ist Zählen von Uhrentakten ab dem Synchronsignal.

Nein. In Grand Sasso steht eine Atomuhr. Deren Zeit wird dann im ganzen Aufbau dort verwendet. Und eines diese Kabel war offenbar nicht korrekt angesclossen.

Kurt hat geschrieben:Die Uhren beim Sender und Empfänger werden mit GPS synchronisiert.
Hier würde ich mal etwas genauer ansetzen.
Denn wer kann behaupten dass diese absolut synchron gehen (perfekt arbeitende Technik angenommen).

Aha. Du würdest also ein Coaxkabel vom Cern nach Grand Sasso legen, was auch sonst.
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 20:52

contravariant hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Auflösen kann es nur eine Uhr selber, sie kann mit der notwendigen Frequenz takten.
Soweit ich den Artikel verstanden habe, ich habe mich auf die Zeichnung konzentriert, wird das Signal zur Uhrensynchronisation verwendet.
Und mehr ist auch nicht notwendig.
Der Rest ist Zählen von Uhrentakten ab dem Synchronsignal.


Nein. In Grand Sasso steht eine Atomuhr. Deren Zeit wird dann im ganzen Aufbau dort verwendet. Und eines diese Kabel war offenbar nicht korrekt angesclossen.


Es ist nicht möglich mit einem Takt von 1 Mhz im ns Bereich aufzulösen, also kann das nicht das Kabel zur Laufzeitbestimmung gewesen sein.
Es ist eher warscheinlich dass es das Kabel war dass vom GPS-Empfänger kam oder zu einer weiteren localen Uhr führt, also nur zur Synchronisation dient.


contravariant hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Die Uhren beim Sender und Empfänger werden mit GPS synchronisiert.
Hier würde ich mal etwas genauer ansetzen.
Denn wer kann behaupten dass diese absolut synchron gehen (perfekt arbeitende Technik angenommen).

Aha. Du würdest also ein Coaxkabel vom Cern nach Grand Sasso legen, was auch sonst.



Ich würde mir die GPS-Technik genau ansehen.
Denn die Uhren wurden mit GPS synchronisiert.

Nicht die Technik selber, die ist ganz schön perfekt, sondern das grundsätzlich Verhalten der Signale, deren "Laufen".
Denn es ist zwar schön und gut dass behauptet wird (auch von mir) dass die Signale so laufen als sei der Bezug dafür ans verwendete Koordinatesystem angenagelt, aber ich weiss auch dass es eine Anpasung an den -freien Raum- gibt, also hier schon ein anderer/veränderter "Lichtleitbezug" herrscht, bzw. so gross sein könnte dass er ins Gewicht fällt.
Aber das ist eine andere Baustelle.

Inzwischen gibt es überall Glafasernetze, das wäre eigentlich das richtige Netz um die Uhren zu synchronisieren.
Denn das Signal bleibt auf der Erdoberfläche.
Jedoch hat dieses Signal wiederum eine weitere Beeinflussung, nämlich die Erdrotation spielt da auch eine Rolle.
Kurt
 
Beiträge: 21797
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 14:07
Wohnort: Bayern

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 21:02

Kurt hat geschrieben:Es ist nicht möglich mit einem Takt von 1 Mhz im ns Bereich aufzulösen, also kann das nicht das Kabel zur Laufzeitbestimmung gewesen sein.
Es ist eher warscheinlich dass es das Kabel war dass vom GPS-Empfänger kam oder zu einer weiteren localen Uhr führt, also nur zur Synchronisation dient.

Ähm, was bitte? Nochmal zu deiner Information: Bei OPERA wurde für die Übertragung des Zeitsignals keine Coaxkabel mit 1MHz-Signal verwendet. Das war ja deine Idee. Aber du hast grade herausgefunden, warum man es nicht getan hat.

Du solltest vielleicht tatsächlich mal den von mir verlinkten Artikel sowie den Preprint der ursprünglichen Daten lesen
http://arxiv.org/abs/1109.4897
contravariant
 
Beiträge: 3029
Registriert: Sa 14. Feb 2009, 20:16

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste