Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 09:47

Hallo zusammen,

Ich habe privat eine Aussage erhalten, die eine wesentliche Kernfrage der Speziellen Relativitätstheorie klären könnte, nämlich die Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung, zwei physikalische Zustände, die in der SRT bekanntlich nicht unterscheidbar und beliebig austauschbar sein sollten:


Der Unterschied zwischen der De-Broglie-Wellenlänge und Comptonwellenlänge ist der absolut unbestreitbarer Beweis für die Unterscheidung zwischen "Ruhe" und Bewegung"



Ich kenne mich leider persönlich weder mit der De-Bloglie-Wellenlänge, noch mit der Comptonwellenlänge aus, aber offensichtlich handelt es sich um Erkenntnisse aus der Experimentalphysik.

Was meinen Teilnehmer, die sich damit auskennen, über diese Aussage?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 15:48

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ich kenne mich leider persönlich weder mit der De-Bloglie-Wellenlänge, noch mit der Comptonwellenlänge aus, aber offensichtlich handelt es sich um Erkenntnisse aus der Experimentalphysik.

Was meinen Teilnehmer, die sich damit auskennen, über diese Aussage?


Kennt sich ein Teilnehmer im Forum mit der De-Bloglie-Wellenlänge und der Compton-Wellenlänge aus?

Harald? Chief? Ernst? Highway? Hannes? Lothar Pernes? rmw? Gerhard Kemme? Realphysiker?

Handelt es sich um Messungen aus der Experimentalphysik? Wenn ja, sind sie methodologisch in Ordnung und kann man daraus eine Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung eines Objekts aus der Quantendimension interpretieren?

Schon in der Makro-Dimension hatte mich nämlich seit langem die von Newton (oder Galilei?) stammende Aussage intuitiv verprellt, dass es keinen physikalischen Unterschied zwischen einem ruhenden und einem linear gleichförmig bewegten Objekt gäbe, was Einstein auch übernommen hat.

Das habe ich nie verstanden. :| Wieso soll es denn keinen Unterschied zwischen einem ruhenden und einem bewegten Objekt geben???

Ich sehe mindestens zwei wesentliche Unterschiede:

1) ein ruhendes Objekt verändert seine Position im Raum nicht, ein bewegtes Objekt verändert sie laufend.
2) ein ruhendes Objekt ist keiner Kraft von außen ausgesetzt, ein bewegtes Objekt ja.

Wieso soll es dann in der Physik (und in der SRT) keine Unterscheidung zwischen dem Zustand der Ruhe und der Bewegung eines Objektes geben??

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Ralf Maeder » Do 27. Jun 2013, 17:44

Jocelyne Lopez hat geschrieben:2) ein ruhendes Objekt ist keiner Kraft von außen ausgesetzt, ein bewegtes Objekt ja.

Ich moechte hier auch nur erwaehnen, dass schon seit Newton davon ausgegangen wird, dass auf einen gleichfoermig geradlinig bewegten Koerper KEINE Kraft ausgeuebt wird. Hoechstens in dem Moment, als er "angeschubst" wurde. Somit gibt es weder beim "ruhenden" noch beim "bewegten aber unbeschleunigten" Objekt keinerlei Kraft, die auf diese Objekte ausgeuebt wird.

Dennoch faende ich interessant zu erfahren, was es mit diesen von dir erwaehnten "Effekten" auf sich hat, beziehungsweise ob sie eventuell nicht invariant seien.

Gruss Ralf.
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 19:02

Ralf Maeder hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:2) ein ruhendes Objekt ist keiner Kraft von außen ausgesetzt, ein bewegtes Objekt ja.


Ich moechte hier auch nur erwaehnen, dass schon seit Newton davon ausgegangen wird, dass auf einen gleichfoermig geradlinig bewegten Koerper KEINE Kraft ausgeuebt wird. Hoechstens in dem Moment, als er "angeschubst" wurde. Somit gibt es weder beim "ruhenden" noch beim "bewegten aber unbeschleunigten" Objekt keinerlei Kraft, die auf diese Objekte ausgeuebt werde.



Das sehe ich eben nicht so, dass nach dem "Anschubsen" des Objekts durch die ersten Beschleunigung, das Objekt keiner Kraft mehr ausgesetzt ist, wenn es sich dann geradlinig gleichförmig bewegt. Man kann sich dabei mindestens zwei Konstellationen für eine beobachtete geradlinige gleichförmig Bewegung vorstellen:

1. Nach einer Anfangsbeschleunigung, wird die das Objekt auf eine geradlinige gleichförmige Bewegung durch eine regelmässige, konstante Energiezufuhr gebracht. Das wird in der Praxis zum Beispiel bei Flugzeugen gemacht (die sogenannte "Reisegeschwindigkeit"), oder bei Schiffen, oder bei Autos (manuell oder mit Geschwindigkeitsautomaten). Man kann also grundsätzlich nicht behaupten, wenn man diese Objekte beobachtet, die sich geradlinig gleichförmig bewegen, dass sie keiner Kraft ausgesetzt sind, oder?

2. Nach der Anfangsbeschleunigung wird die Energiezufuhr komplett abgeschaltet. Das Objekt verwandeln sich dabei nicht als ruhendes Objekt, sondern setzt eine gleichförmige, lineare Bewegung aus der Energiezufuhr der Anfangsbeschleunigung fort. Diese Kraft wirkt nachweislich auf ihn, sonst würde das Objekt augenblicklich stehen bleiben, wenn die Energiezufuhr abgeschaltet wird, es ändert aber weiterhin seine Position im Raum. Man könnte es vielleicht naiv so formulieren, dass das Objekt der Kraft des "Schwunges" dabei ausgesetzt ist, die auf ihn wirkt, wenn Du verstehst, was ich meine. Diese Bewegung ohne Energiezufuhr kommt nämlich nicht aus dem Nichts, das kann ja nicht angehen wegen Kausalitätsprinzip, sie hat zwangsläufig eine Ursache, sprich die Wirkung einer Kraft auf das Objekt.

Wie lange diese "Schwungkraft" ausreicht, um das Objekt in Bewegung zu halten, bis es zum Stillstand kommt, kann man auch berechnen, wenn man alle Variablen des Objektes selbst, die Anfangsbeschleunigung und die Reibungskräfte des Mediums kennt. Ich kann das zwar persönlich nicht, aber die Ingenieure können das, darauf kannst Du Dich verlassen.

Nun ist es so, dass man sich ein absolut leeres und kräftefreies Medium vorstellen kann (absolutes Vakuum), wo absolut keine Reibungskräfte auf das Objekt wirken, so daß es ewig die Anfangsbeschleunigung nach Abstellen der Energiezufuhr beibehalten wird und ewig eine geradlinige gleichförmige Bewegung mit der intakten "Schwungkraft" der Beschleunigung beibehalten wird. Man kann aber auch in diesem Fall nicht behaupten, wenn man dieses Objekt beobachtet, das sich geradlinig gleichförmig bewegt, dass keine Kraft auf ihn wirkt, das kann nicht angehen wegen actio=reactio.

Ob es ein absolut leeres und kräftefreies Vakuum existiert, ist sogar in der heutigen Mainstream Physik und auch schon bei Einstein (ART) in Frage gestellt. So kann man sich auch vorstellen, dass auch bewegte Teilchen Reibungskräfte aus dem Medium ausgesetzt sind, die sie bremsen und irgendwann (nach einer unbekannten Zeit, wenn man die Beschaffenheiten dieser Teilchen und dieses Medium "Vakuum" nicht kennt), ihre Geschwindigkeit auf Null setzen werden. Es existiert zum Beispiel eine Theorie über die Lichtermüdung", die wohl auf diese Hypothese beruht, denke ich mir so.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Do 27. Jun 2013, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Kurt » Do 27. Jun 2013, 19:02

Jocelyne Lopez hat geschrieben:1) ein ruhendes Objekt verändert seine Position im Raum nicht, ein bewegtes Objekt verändert sie laufend.
2) ein ruhendes Objekt ist keiner Kraft von außen ausgesetzt, ein bewegtes Objekt ja.


Meinst du vielleicht bei deinem -bewegtem Objekt- ein beschleunigtes Objekt, ein Objekt dass sich im "Zustand der Beschleunigung" befindet.
Dieses ist immer einer Kraft ausgesetzt solange es in diesem Zustand ist.

Ist die Kraft weg bewegt es sich geradlinig weiter, oder auch nicht.
Da besteht dann eigentlich kein Unterschied mehr.

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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 19:03

Chief hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:...
Was meinen Teilnehmer, die sich damit auskennen, über diese Aussage?

Die Aussage ist Quatsch.



Aus welchen Gründen?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Kurt » Do 27. Jun 2013, 19:08

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Nun ist es so, dass man sich ein absolut leeres und kräftefreies Medium vorstellen kann (absolutes Vakuum), wo absolut keine Reibungskräfte auf das Objekt wirken, so daß es ewig die Anfangsbeschleunigung nach Abstellen der Energiezufuhr beibehalten wird und ewig eine geradlinige gleichförmige Bewegung mit der intakten "Schwungkraft" der Beschleunigung beibehalten wird. Man kann aber auch in diesem Fall nicht behaupten, wenn man dieses Objekt beobachtet, das sich geradlinig gleichförmig bewegt, dass keine Kraft auf ihn wirkt, das kann nicht angehen wegen actio=reactio.

Ob es ein absolut leeres und kräftefreies Vakuum existiert, ist sogar in der heutigen Mainstream Physik und auch schon bei Einstein (ART) in Frage gestellt. So kann man sich auch vorstellen, dass auch bewegte Teilchen Reibungskräfte aus dem Medium ausgesetzt sind, die sie bremsen und irgendwann (nach einer unbekannten Zeit, wenn man die Beschaffenheiten dieser Teilchen und dieses Medium "Vakuum" nicht kennt), ihre Geschwindigkeit auf Null setzen werden. Es existiert zum Beispiel eine Theorie über die [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Lichterm%C3%BCdung]Lichtermüdung[url]", die wohl auf diese Hypothese beruht, denke ich mir so.


Ja, so meinen es noch manche hier.
Das reisende Objekt ist einem ungeheuer hartem Medium ausgesetzt.
Würde es "in ihn" reisen würde es sofort zum Stillstand kommen.

Dass das Medium vorhanden ist, und wie extrem hart es ist, zeigt sich beim Licht.

Es bedarf eines Mechanismus der es ermöglicht dass Materie trotzdem wie -ungehindert- darin reisen kann.
Du kennst doch sicherlich die "Trägertaktung" und das BT.

Da hast du alles beisammen was nötig ist damit das Materiedings so unbehelligt reisen kann.


Kurt
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 19:29

Kurt hat geschrieben:
Ja, so meinen es noch manche hier.
Das reisende Objekt ist einem ungeheuer hartem Medium ausgesetzt.
Würde es "in ihn" reisen würde es sofort zum Stillstand kommen.

Dass das Medium vorhanden ist, und wie extrem hart es ist, zeigt sich beim Licht.

Es bedarf eines Mechanismus der es ermöglicht dass Materie trotzdem wie -ungehindert- darin reisen kann.
Du kennst doch sicherlich die "Trägertaktung" und das BT.




Nein, ich kenne nicht die "Trägertaktung" und das BT. :|

Aber aus Deiner Antwort kann ich schließen, dass es sehr wohl "Mechanismen" gibt, die Teilchen erlauben, sich in einem Medium zu bewegen. Würde man diese Mechanismen beobachten, hätte man den Nachweis, dass das Objekt sich bewegt, und die Unterscheidung mit ruhenden Objekten, wo diese Mechanismen nicht zu beobachten sind. Oder denke ich falsch?
Wurden die De-Broglie-Wellenlänge gemessen? Wurden die Comptonwellenlänge gemessen? Und was für einen Unterschied gibt es zwischen den beiden?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 27. Jun 2013, 19:44

Chief hat geschrieben:
Wenn "Quelle" und "Bobachter" gleich bewegt werden gibt es keinen Doppler-Effekt.


Ich kenne leider noch nicht den Zusammenhang mit Quelle und Beobachter bei der De-Bloglie-Wellenlänge und der Compton-Wellenlänge.

Wurde die eine mit gleichzeitig bewegten Quelle und Beobachter gemessen, und die andere nicht?

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Messungen? Sind es auch Messungen?
.
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Re: Unterscheidung zwischen Ruhe und Bewegung

Beitragvon Kurt » Do 27. Jun 2013, 20:04

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Ja, so meinen es noch manche hier.
Das reisende Objekt ist einem ungeheuer hartem Medium ausgesetzt.
Würde es "in ihn" reisen würde es sofort zum Stillstand kommen.

Dass das Medium vorhanden ist, und wie extrem hart es ist, zeigt sich beim Licht.

Es bedarf eines Mechanismus der es ermöglicht dass Materie trotzdem wie -ungehindert- darin reisen kann.
Du kennst doch sicherlich die "Trägertaktung" und das BT.




Nein, ich kenne nicht die "Trägertaktung" und das BT. :|


Da habe ich versucht genau die Gedanken die du dir machst irgendwie zu verstehen/zu umgehen.
Wenn du magst reden wir sie gemeinsam durch.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Aber aus Deiner Antwort kann ich schließen, dass es sehr wohl "Mechanismen" gibt, die Teilchen erlauben, sich in einem Medium zu bewegen. Würde man diese Mechanismen beobachten, hätte man den Nachweis, dass das Objekt sich bewegt, und die Unterscheidung mit ruhenden Objekten, wo diese Mechanismen nicht zu beobachten sind. Oder denke ich falsch?


Genau, der -Mechanismus- erlaubt es dem Teilchen sich fast ungehindert durch das kristallharte Medium, althergebracht "Äther", nach meiner Fasson "Träger" sich zu bewegen.
Die Geschwindigkeit dieses Bewegens lässt sich gegen das Medium dadurch erkennen dass man beobachtet wie Licht darin weitergereicht wird.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wurden die De-Broglie-Wellenlänge gemessen? Wurden die Comptonwellenlänge gemessen? Und was für einen Unterschied gibt es zwischen den beiden?


Eine "Welle",die Welle selber existiert ja nicht, sondern ist nur der Abstand wo sich gleiche Phasenlagen des Signals wiederholen, mag man nennen wie man will, es ist immer ein sich im Medium longitudinal ausbreitender Druckunterschied.

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