unklarer Term c + v und ein Problem

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon fallili » Mo 23. Sep 2013, 10:59

Harald Maurer hat geschrieben:Es ist schon längst bekannt, dass die Lichtgeschwindigkeit abhängig von der Himmelsrichtung c+v bzw. c-v beträgt, zuerst nachgewiesen von Michelson und Gale. In hochwertigen GPS-Empfängern wird dieser Umstand eingerechnet. Darüber hinaus ist nach der ART die LG ohnehin nicht konstant.

...........
Grüße
Harald Maurer


Na ja - das eine ist die ART und Michelson und Gale sind nicht unumstritten. Außerdem geht's ja nicht um rotierende Systeme - dass wir auf der Erde KEIN wirklich ruhendes Bezugsystem hinkriegen ist schon klar.

Ich glaube nur nicht, dass die Geschwindigkeit der Lichtquelle sich zur Ausbreitungsgeschwindigkeit addiert.
Was ist dann mit den Doppelsternsystemen ? Das Licht des sich auf uns zubewegenden Sternes müsste FRÜHER als das des wegbewegenden Sternes eintreffen.
Nie davon gehört.
Und - aber da bin ich nicht zu 100% sicher, weil ich möglicherweise einen Denkfehler mache - es dürfte meiner Meinung nach keine oder eine anders lautende Frequenzverschiebung durch Doppler-Effekt geben.
Und da selbst die Suche nach Planeten darauf beruht, dass beim Licht des Zentralgestirns leichte Frequenzverschiebungen festgestellt werden, das also Doppler-Effekte sehr wohl existieren, muss c wohl konstant sein und die Ausbreitungsgeschwindigkeit kann NCHT c+v betragen.

Späterer Zusatz:
Dopplereffekt dürfte es schon geben, ganz verschwinden kann er nicht - aber der Effekt musst bei Ausbreitungsgeschwindigkeiten von c+v deutlich geringer sein als bei einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von c .
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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Sep 2013, 14:51

fallili hat geschrieben:Ich glaube nur nicht, dass die Geschwindigkeit der Lichtquelle sich zur Ausbreitungsgeschwindigkeit addiert.

Ich auch nicht!
fallili hat geschrieben:Na ja - das eine ist die ART und Michelson und Gale sind nicht unumstritten.

Da kenn ich nur einen, der diesen Versuch nicht kapiert... ;)
fallili hat geschrieben:Und - aber da bin ich nicht zu 100% sicher, weil ich möglicherweise einen Denkfehler mache - es dürfte meiner Meinung nach keine oder eine anders lautende Frequenzverschiebung durch Doppler-Effekt geben.

Den Doppler E. gibt es bei Emission und Äther (od. Luft beim Schall). In der SRT unterscheidet sich der Effekt vom klassischen mit der Symmetrisierung durch die ZD.
fallili hat geschrieben:Dopplereffekt dürfte es schon geben, ganz verschwinden kann er nicht - aber der Effekt musst bei Ausbreitungsgeschwindigkeiten von c+v deutlich geringer sein als bei einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von c .

Kaum, da der Effekt nicht von der Ausbreitungsgeschwindigkeit abhängt, sondern von der Veränderung der Laufstrecken zwischen Sender und Empfänger bei Annäherung oder Entfernung und sich daher die Laufzeit für jeden nachfolgenden Lichtpuls verkürzt oder verlängert. Es muss ihn deshalb nach jeder Theorie geben.

Grüße
Harald Maurer
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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon fallili » Mo 23. Sep 2013, 16:06

Harald Maurer hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:Dopplereffekt dürfte es schon geben, ganz verschwinden kann er nicht - aber der Effekt musst bei Ausbreitungsgeschwindigkeiten von c+v deutlich geringer sein als bei einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von c .

Kaum, da der Effekt nicht von der Ausbreitungsgeschwindigkeit abhängt, sondern von der Veränderung der Laufstrecken zwischen Sender und Empfänger bei Annäherung oder Entfernung und sich daher die Laufzeit für jeden nachfolgenden Lichtpuls verkürzt oder verlängert. Es muss ihn deshalb nach jeder Theorie geben.

Grüße
Harald Maurer


Ja aber das muss sich doch unterschiedliche auswirken wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes unterschiedlich wäre?

Ich stell mir nur mal ein Raumschiff vor, das z.B. aus 1ls Entfernung mit beinahe c auf die Erde zufliegt und ein Sekunde lang ein Lichtsignal schickt.
SRT etc. will ich mal weglassen und das ganze möglichst einfach "beschreiben".
Ich beurteile das Ganze mal von meinem Standpunkt mit meinen Zeiten in Beispielszahlen:

12:00:00 Raumschiff 1ls entfernt - start der Lichtaussendung
12:00:01 Lichtaussendungs-start wird bei mir registriert, weil das Licht mit c unterwegs ist
12:00:01 Raumschiff nur noch wenige km von mir entfernt - Ende der Lichtaussendung
12:00:01,0000..... paar picosekunden - Ende der Lichtaussendung wird bei mir registriert

Wenn das Licht mit c auf uns zu kommt und das Raumschiff auch fast c hat - dann kommt sehen wir doch eine enorm gewaltige Blauverschiebung des Lichtsignales weil ja nur ganz wenig Zeit (hier als Beispiel ein paar Picosekunden) zwischen bei mir registriertem "Start und Ende" vergeht.

Wenn aber das Lichtsignal mit c+v unterwegs ist (was in dem Beispiel also beinahe 2 c wäre) sieht doch das alles ganz anders aus:
12:00:00 Raumschiff 1ls entfernt - start der Lichtaussendung
12:00:00,5 Lichtaussendungs-start wird bei mir registriert, weil das Licht mit fast 2 c unterwegs ist
12:00:01 Raumschiff nur noch wenige km von mir entfernt - Ende der Lichtaussendung
12:00:01,0000.....parr Picosek - Ende der Lichtaussendung wird bei mir registriert

Nun vergeht zwischen bei mir registriertem "Start und Ende" ein paar Picosek. mehr als eine halbe Sekunde. Also findet ein Blauverschiebung auf die ca. doppelte Frequenz statt.

Also der Effekt muss daher meiner Meinung nach auch von der Ausbreitungsgeschwindigkeit abhängen.
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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon Kurt » Mo 23. Sep 2013, 16:29

Harald Maurer hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:Na ja - das eine ist die ART und Michelson und Gale sind nicht unumstritten.

Da kenn ich nur einen, der diesen Versuch nicht kapiert... ;)


Das hab ich auch schon mitbekommen, es gibt etliche die nicht verstehen dass dann, wenn etwas technisch unmöglich ist, kein Messwert, der was taugt, vorhanden sein kann.

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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Sep 2013, 19:26

fallili hat geschrieben:Also der Effekt muss daher meiner Meinung nach auch von der Ausbreitungsgeschwindigkeit abhängen.

Ja, die Größe der Blauverschiebung schon (bei c+v ist sie größer), aber der Effekt an und für sich findet natürlich statt.
fallili hat geschrieben:Späterer Zusatz:
Dopplereffekt dürfte es schon geben, ganz verschwinden kann er nicht - aber der Effekt musst bei Ausbreitungsgeschwindigkeiten von c+v deutlich geringer sein als bei einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von c .

Du hattest eine geringere Blauverschiebung angenommen - das hat mich etwas irritiert und dachte, Du bezweifelst den Effekt bei c+v überhaupt.

Grüße
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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon Guten Tag » Do 26. Sep 2013, 16:29

@ Chief

Danke für Ihre Hinweise auf den Mößbauer Effekt etc. . Ich werde mich belesen.

@ Harald Maurer

Schade, daß Sie nicht weiter auf den Aufbau und den Konsequenzen daraus eingegangen sind.
Meine Aussage war, daß sich die Konsequenzen des Aufbaus unter der Annahme c + v nicht mit der Realität
vertragen. Es war nicht die Rede davon, Licht breite sich IMMER konstant schnell aus. Darum noch einmal,
stimmen Sie meinen Folgerungen aus Aufbau und c + v zu und daß sich dies durchaus messen ließe?

@ Julian apostata
julian apostata hat geschrieben:
Guten Tag hat geschrieben:@ julian_apostata und Kurt

Ich bitte Sie beide etwas zur Eingangsproblematik zu schreiben.


Könnten sie mir dann aber mal erklären, warum folgende Aussage nichts mit dem Thema zu tun hätte?

In nicht gekrümmten Raumzeiten ist c=konstant. In gekrümmten Raumzeiten ist das nicht immer der Fall.


Weil es einen beschriebenen Aufbau gibt( lesen Sie da etwas von Raumzeit?) und gefragt ist, welche LOGISCHEN Konsequenzen dieser hat und
ob dies real so beobachtet wird.

@ fallili

Noch einmal zu Ihrer "Enttäuschung". Ich habe darüber nachgedacht und bin fast sicher, es kann keinen Nachweis der inneren Unlogik EINER einzelnen Annahme
geben. In dem Fall c + v. Zu was sollte sie im Widerspruch stehen?
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Re: unklarer Term c + v und ein Problem

Beitragvon Harald Maurer » Do 26. Sep 2013, 22:28

Guten Tag hat geschrieben:chade, daß Sie nicht weiter auf den Aufbau und den Konsequenzen daraus eingegangen sind.
Meine Aussage war, daß sich die Konsequenzen des Aufbaus unter der Annahme c + v nicht mit der Realität
vertragen. Es war nicht die Rede davon, Licht breite sich IMMER konstant schnell aus. Darum noch einmal,
stimmen Sie meinen Folgerungen aus Aufbau und c + v zu und daß sich dies durchaus messen ließe?

Ich habe doch schon betont, dass sich ein Experiment dieser Art als experimentum crucis zwischen den Annahmen c=const und c'=c+v eignen würde. Man kann aber nicht von vorneherein annehmen, dass sich c+v mit der Realität nicht verträgt, ehe man nicht das Experiment durchgeführt hat und das Ergebnis auswertet.

Aber die Abhängigkeit der LG von der Quelle kann man auch einfacher überprüfen.
Bei Lichtausbreitung in einem Medium gibt es beim Doppler-Effekt einen kleinen Unterschied, ob sich die Quelle bewegt und der Beobachter ruht oder der Beobachter sich bewegt und die Quelle ruht.
Beim Doppler-Effekt lt. SRT gibt es diesen Unterschied nicht. Die Differenzen im ersten Fall und jene vom ersten Fall zum SRT-Doppler sind sehr klein und kaum messbar.
Aber bei Abhängigkeit der LG von der Quelle unterscheidet sich der Doppler-Effekt sehr stark, je nachdem, wer sich bewegt. Ruht die Quelle und bewegt sich der Beobachter, ist der Effekt gleich groß wie im ersten Fall. Bewegt sich aber die Quelle gegen den Beobachter, ist der Effekt ungleich größer, also die Asymmetrie des Effekts besonders stark.
Also: Lichtausbreitung im Medium ergibt eine kleine Asymmetrie des Effektes.
Nach SRT gibt es die Symmetrie des Effektes.
Mit c+v_quelle gibt es eine große Asymmetrie des Effektes. Mit Messung des Doppler-Effektes könnte man daher eine Unterscheidung treffen zumindest zwischen den ersten beiden Fällen und dem dritten. c+v könnte man dann jedenfalls ausschließen, wenn die Asymmetrie dementsprechend groß ausfällt. Macht aber keiner, weil die Physiker durch das Wellenmodell, durch das Wahrnehmen der Kepler-Gesetze bei entfernten Sternsystemen (deSitter), durch den Sagnac-Effekt und die Experimente von Alvaeger et al davon überzeugt sind, dass die LG von der Bewegung der Quelle unabhängig ist!

Grüße
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