Dietmar hat geschrieben:Nein, alle drei Arten werden zurecht als Äther bezeichnet.
Zu unterscheiden wäre der Begriff "Äther" von Äthertheorien. Mancher wird den Begriff fast beliebig ausweiten wollen und somit ein Verständigungsproblem in Kauf nehmen, d.h. Wissenschaftler werden die gleiche Vokabel benutzen aber völlig Unterschiedliches meinen: Der eine meint dann ein abstraktes mathematisch modellierbares Feld und der nächste die Füllung eines Raumes mit Ätherteilchen nach dem Beispiel von Luft und Luftmolekülen. Letzten Endes wird das dann zum Ausgangspunkt heftiger Anschauungskämpfe und es werden unterschiedliche Parteiungen dann um "ihren" Begriffsinhalt kämpfen.
Wird der Begriff sehr weit gefasst, dann gibt es eine Inflation von entsprechenden "Äthertheorien" - insofern würde ich eigentlich doch für eine engere Fassung plädieren.
Dietmar hat geschrieben:Tja, ich nehme mal an, du wirst den Ätherbegriff genau so definieren, damit dann "zufällig" P. Lenards Äther rauskommen, nicht wahr.
Eigentlich versuche ich eine Physik der Gegenwart zu betreiben, die zwar auf der Entstehung eines Begriffes aufbaut, d.h. in diesem Falle auf Bezeichnungen in der Antike und ihre Fortführung bis heute. Aber der Ätherbegriff wird so ausformuliert, dass eine darauf aufbauende Äthertheorie schlüssig ist und z.B. auch die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit analog zur Konstanz der Schallgeschwindigkeit erklärt - und viele weitere naheliegende Eigenschaften des Phänomens der Übertragung von EM-Wellen durch den leeren Weltraum beschreibt. Da fiel mir Philipp Lenard nur dadurch auf, dass auch er zwischen zwei "Ätherarten" unterschied, was aber etwas danach klang, dass die eine außerhalb von der uns umgebenden Materie vorhanden sein soll und die andere in der Materie.
mfg
