julian apostata hat geschrieben:
Seit wann erzeugen Laser stehende Wellen. Und wenn sie es täten, wieso sollten dann im Lasersystem zusätzliche Knoten entstehen?
Ein Laser "erzeugt" nicht stehende Wellen, sondern funktioniert aufgrund stehender Wellen
zwischen seinen Spiegeln. Es gilt daher für die Modenlänge die Resonanzbedingung L=n lambda/2, also ein ganzzahliges Vielfaches der halben Wellenlänge. Das erzeugt im Laser eine stehende Welle. Es handelt sich also um einen Resonator, welcher nur die Frequenzen verstärkt, für welche diese Resonanzbedingung zutrifft.
Wenn
im Lasersystem keine zuzätzlichen Knoten entstehen - was ja auch nicht der Fall ist - dann dürfen diese auch nicht entstehen, wenn ein bewegter Beobachter den Laser beurteilt (misst), d.h. die LT darf keine Resultate hergeben, nach deren Messung sich gar keine Funktion eines Lasers folgern lässt - weil in diesem System die stehende Welle nicht existiert. Auch bewegt beurteilt muss die Physik im Laser so ausfallen, dass seine Funktion aus dem, was man "sieht" (misst) erklärbar bleibt.
Keine zusätzlichen Knoten im Lasersystem, aber zusätzliche Knoten im Beobachtersystem - das kann nicht sein, denn dann funktioniert der Laser im Beobachtersystem eben nicht.
Es müsste also so sein, dass man einen kontrahierten Laser sieht, in welchem die Knotenabstände ebenso kontrahiert sind und daher unverändert in ihrer Anzahl. Das wäre plausibel - aber das ergibt sich eben nicht mit dem relativistischen Dopplereffekt, welcher ja gegenüber dem ruhenden Beobachter auch im Laser auftritt. Zwar ergibt sich bei korrekter Rechnung hinsichtlich der Knoten genau das, was man erwartet, aber zum Preis veränderter elektr. Felder bzw. Amplituden und veränderter Intensitäten. Das zeigt ja auch deine Grafik deutlich auf.
julian apostata hat geschrieben:
Machen wir die Sache etwas einfacher. In K bewegt sich eine Parallele zur x-Achse hin (oder weg). In System K' geht diese Parallelität verloren.
Nein, die Parallelität geht nicht verloren, sondern die sich aus der LT ergebenden Werte verhalten sich so, als würde diese Parallelität verloren gehen. Es handelt sich um eine Pseudoverdrehung um einen imaginären Winkel! Zwei Schnellzüge, die auf parallel verlaufenden Schienen fahren, müssten dann ja entgleisen, wenn ihre Parallelität zueinander verloren ginge. Das tun sie nicht, auch nicht, wenn sie mit relativistischer Geschwindigkeit fahren würden. Da sich die Werte so verhalten als ob sie verdreht wären, kann man sie im Minkovski-Diagramm darstellen, wenn man die Achsen verdreht - aber das sind sie natürlich nicht wirklich.
Grüße
Harald Maurer