Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 15. Mär 2015, 13:56

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:@Ernst:

Eine Uhr UA ruht in S am Ort xA und misst zur Zeit tA einen Blitzanschlag und zeigt diese Zeit auch an. Zum selben Zeitpunkt tA befindet sich eine zur Uhr UA gleichförmig bewegte Uhr UA' am selben Ort xA. Die Uhr UA' zeigt die Zeit des Blitzeinschlags in IHREM Ruhesystem S' mit tA' an. Im Allgemeinen ist tA<>tA'. Aber für dein "Experiment" musst du dich entscheiden, welche der beiden Uhren du verwendest. Selbiges gilt für die Uhren UB und UB'. Sinnvoller Weise verwendest du ENTWEDER UA und UB ODER UA' und UB'. Der Ausgang des Experiments ist für ALLE IS, IS', etc. identisch, wenn du das Uhrenpaar für dein Experiment ausgewählt hast.

Wenn in S an der bewegten Uhr UA' eine Zeit tA' gestoppt wird, passiert in S gar nichts; kein Blitz zu sehen. Der Blitz schlägt erst zu einem späteren Zeitpunkt tA ein (oder war bei einem früheren), der von der in S ruhenden UA gestoppt wird.
Es geht gar nicht um unterschiedliche Uhren, sondern um Ereigniszeiten (der Blitze). (Die Ereigniszeiten werden stets von im IS ruhenden Uhren gemessen). Die Ereigniszeiten werden an die Bombe geliefert.
Es können auch nicht mehrere unterschiedliche Einschlagzeitenpaare an die Bombe geliefert werde. dann wären da ja irgendwie Parallelwelten. Der Vorgang mit den beiden Ereignissen ist aber singulär. Er läßt sich lediglich in unterschiedlichen IS beschreiben. Das Resultat von Ereignissen (Explosion) kann daher auch nicht variant sein.

Bei lichtartiger Verbindung tritt ja auch kein solcher Effekt auf. Niemand würde an der vorliegenden Beschreibung des Vorgangs Anstoß nehmen. Bei raumartiger Verbindung ist der Effekt ja bekannt und das Paradoxum ebenfalls. Es wird aber entparadoxiert, indem auf die Unmöglichkeit der Verbindung mittels LG verwiesen wird.
Dennoch ist auch in diesem Fall früher/später feststellbar, wenn man die Ereigniszeiten digital überträgt. Das früher/später eine Information beinhaltet, ist auch nicht bestreitbar. Und mit dieser Information kann man einen Vorgang auslösen oder auch nicht.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 15. Mär 2015, 14:04

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Uhren messen die Einschlagzeiten. In jedem der beiden Systeme. Punktum.

Kannst du das irgendwie aus den Grundlagen der SRT ableiten? Oder ist das wieder ein Fall von Ernstscher Offensichtlichkeit?

Eine Ereigniszeit in einem IS ist mit einer Uhr meßbar, aber nur wenn sie im IS ruht. Eine in S bewegter Mechanismus, der irgendwas anderes anzeigt, ist in diesem System keine Uhr. Denn Uhren zeigen nun mal die richtige Zeit an; wenn sie nicht kaputt sind.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 15. Mär 2015, 14:15

contravariant hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:Der Ausgang des Experiments darf nicht von der Wahl des Bezugssystems abhängen! Genau darum geht es in Ernsts Argumentation!

Tut es ja auch nicht. Lässt man die Bombe durch Ua und Ub zünden, dann explodiert die Bombe in allen IS. Lässt man die Bombe durch Ua' und Ub' zünden, dann explodiert die Bombe in allen IS nicht.

Die Bombe wird durch die Uhren gezündet, welche die Blitzzeiten im jeweiligen IS anzeigen. Denn die Bombe soll ja in Abhängigkeit davon gezündet werden, ob die Blitze gleichzeitig oder ungleichzeitig einschlagen. Es sind dieselben Blitze; nicht einmal die einen und andermal die anderen.

Du kannst dich winden, wie du möchtest. Die zeitliche Reihenfolge zweier Ereignisse ist eine weiterverarbeitbare Information. Diese Information ist für denselben Vorgang bei Betrachtung in zwei IS gegensätzlich und führt daher ins Abseits.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » So 15. Mär 2015, 14:37

Ernst hat geschrieben:Die Bombe wird durch die Uhren gezündet, welche die Blitzzeiten im jeweiligen IS anzeigen. Denn die Bombe soll ja in Abhängigkeit davon gezündet werden, ob die Blitze gleichzeitig oder ungleichzeitig einschlagen. Es sind dieselben Blitze; nicht einmal die einen und andermal die anderen.

Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, beschreibst du dann zwei unterschiedliche Situationen. Einmal ruhen die Uhren in S und das andere mal in S'. An welcher Stelle besagt das RP, dass in so einem Fall dasselbe passieren sollte?
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon fallili » So 15. Mär 2015, 15:21

Ernst hat geschrieben:.......
Denn die Bombe soll ja in Abhängigkeit davon gezündet werden, ob die Blitze gleichzeitig oder ungleichzeitig einschlagen. Es sind dieselben Blitze; nicht einmal die einen und andermal die anderen.

Du kannst dich winden, wie du möchtest. Die zeitliche Reihenfolge zweier Ereignisse ist eine weiterverarbeitbare Information. Diese Information ist für denselben Vorgang bei Betrachtung in zwei IS gegensätzlich und führt daher ins Abseits.
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Nein, denn die Bombe soll in Abhängigkeit davon gezündet werden, ob die Blitze in einem bestimmten IS gleichzeitig oder ungleichzeitig einschlagen.
Die zeitliche Reihenfolge zweier Ereignisse ist eine vom IS abhängige Information.

Daher ist die Kausalkette -
Blitze schlagen ein - zeitliche Informationen werden in verschiedenen IS ermittelt - je nach den vorher festgelegten Bedingung für den Zünder (festgestellte Gleichzeitigkeit in IS oder festgestellte Gleichzeitigkeit in IS ' ) wird die Bombe gezündet oder nicht -
eindeutig, klar und unmissverständlich und für jeden Beobachter in jedem IS auch eindeutig nachvollziehbar.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon fallili » So 15. Mär 2015, 15:38

Spacerat hat geschrieben:.........
MAW.: dass der Unterschied zwischen Schein und Sein auch bei unbewegten Objekten auftritt. So musst du, wie du richtig schreibst, allen Orts auf die Uhr schauen, um berechnen (transformieren) zu können, wann die Blitze real eingeschlagen haben. Wie dem auch sei. Transformierte Größen stellen niemals einen realen Vorgang dar und nur das zählt hier, unabhängig davon ob etwas bewegt ist oder nicht und unabhängig davon, ob man klassisch oder relativistisch transformiert.

Doch genau das passiert - das transformierte Größen eben exakt einen realen Vorgang darstellen.
Wenn ein Blitz um 12:00:00 Uhr in 300 000 km einschlägt, sehe ich den um 12:00:01 Uhr.
Ich weiß/berechne, dass die Lichtlaufzeit 1 s betragen hat - "transformiere" indem ich diese 1 s von meiner bei mir gesehenen Zeit abziehe und "schwuppsdiwupps" hab ich als Ergebnis, dass der Blitz real um 12:00:00 Uhr an diesem 300 000 km entfernten Ort eingeschlagen hat.

Die Transformationsregeln der SRT sind minimalst komplizierter als nur mal schnell ein paar Sekunden abziehen - aber das Ergebnis ist genauso real. Ich krieg aus den bei mir ermittelten/gesehenen/gemessenen Werten von Zeit und Ort der Blitzeinschläge (die für mein IS in dem ich mich befinde real sind - sonst bräuchten wir keine Diskussion über die SRT führen) die ebenfalls realen Wert von Zeit und Ort des Blitzeinschläge im zu mir bewegten System.

Die zwei Blitzeinschläge sind in einem System real gleichzeitig und in einem anderen dazu bewegten System real ungleichzeitig.
Man muss die RdG nicht verstehen - aber als unausweichliche Folgerung der Invarianz von c muss man sie akzeptieren.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Kurt » So 15. Mär 2015, 17:07

fallili hat geschrieben:Doch genau das passiert - das transformierte Größen eben exakt einen realen Vorgang darstellen.
Wenn ein Blitz um 12:00:00 Uhr in 300 000 km einschlägt, sehe ich den um 12:00:01 Uhr.
Ich weiß/berechne, dass die Lichtlaufzeit 1 s betragen hat - "transformiere" indem ich diese 1 s von meiner bei mir gesehenen Zeit abziehe und "schwuppsdiwupps" hab ich als Ergebnis, dass der Blitz real um 12:00:00 Uhr an diesem 300 000 km entfernten Ort eingeschlagen hat.


Genau so stellt man sich/ich eine brauchbare, naturkonforme Transformation vor.
Der Ort ist 300 000 Km entfernt, das Lichtsignal, primär ausgelöst vom Blitz, übertragen durch den Uhrensender der die Uhrzeit des dortigen "Beobachters" mitsendet, brauchte 1 sec um die 300 000 Km zu überwinden, ist also mit 300 000 Km/s unterwegs.
Diese bekannten Umstände erlauben es nun die Uhren synchron zu stellen.
Falls die entfernte Uhr noch nicht synchron war lässt sich das nun auf einfache Weise nachholen.
Der entfernten Uhr wird einfach die Differenz zur eigenen Uhr, korigiert um die 1 sec Laufzeit, gesendet. Die entfernte Uhr korrigiert nun ihre Uhr um den Differenzbetrag.
Schon sind beide Uhren synchron (wenn sie gleich ticken natürlich).
Einverstanden?
Ein zweiter Sendezyklus, z.B. nach 10 sec, kann nun überprüfen obs auch gelungen ist.

Kurt
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Spacerat hat nicht die leiseste Ahnung

Beitragvon Yukterez » So 15. Mär 2015, 17:38

Spacerat hat geschrieben:12:00:01 ist somit die transformierte unreale Größe und die notwendige Transformation eigentlich eine Rücktransformation, oder nicht?

Falsch.

Das gar nicht weiter kommentieren müssend,

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Spacerats 101. Anlauf

Beitragvon Yukterez » So 15. Mär 2015, 17:54

Spacerat hat geschrieben:@Yukterez: Na klar... hab' nichts anderes erwartet. Der Blitz schlug also im anderen BS real um 12:00:01 ein

Schon wieder falsch.

Facepalmend,

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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » So 15. Mär 2015, 17:56

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Bombe wird durch die Uhren gezündet, welche die Blitzzeiten im jeweiligen IS anzeigen. Denn die Bombe soll ja in Abhängigkeit davon gezündet werden, ob die Blitze gleichzeitig oder ungleichzeitig einschlagen. Es sind dieselben Blitze; nicht einmal die einen und andermal die anderen.

Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, beschreibst du dann zwei unterschiedliche Situationen. Einmal ruhen die Uhren in S und das andere mal in S'. An welcher Stelle besagt das RP, dass in so einem Fall dasselbe passieren sollte?

Die Bombe wird mittels der zugeführten tatsächlich wahrgenommenen Blitz-Zeiten-Reihenfolge gezündet. Da kann man keine Zeiten verwenden, an welchen gar keine Blitze erscheinen.
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