Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 19:48

Highway hat geschrieben:Seit wann kann man das? Für zwei verschiedene Bezugssysteme? Das geht auch bei Newton nicht. Du kannst beliebige Zeitpunkte für ein System S wählen,aber dann liegt die Zeitkoordinate für das System S' fest und es ist vorbei mit unterschiedlichen Zeitkoordinaten!

Ich zitiere nochmal Ernst
Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Da kann man nur feststellen, doch gibt es. Gestern war in Hamburg eine andere Zeit als heute in Berlin. Und ja, bei Newton gibt es eine absolute Zeit. Und Ernst fordert für sich ja auch, dass jede "sinnvolle" Theorie eine absolute Zeit haben sollte. Er schreibt das nicht so explizit, aber darauf läuft es hinaus. Aber daraus einen Widerspruch in der SRT abzuleiten ist leider nicht möglich. Es ergibt sich nur ein Widerspruch zwischen Ernsts Annahme und der SRT.

Highway hat geschrieben:Die Fehlerhaftigkeit der SRT im allgemeinen und die Dummheit der sie verteidigenden Relativisten im besonderen!

Aha.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 19:50

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Es gibt ja gar keine Zeitkoordinaten entsprechend den Raumkoordinaten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigen alle Uhren in S eine gleiche Zeit t und alle Uhren in S' eine (andere) gleiche Zeit t'.
Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Es gibt auch bei Newton bei jeder Raumkoordinate jede Zeit. Und ich kann auch bei Newton an unterschiedlichen Raumkoordinaten unterschiedliche Zeitpunkte betrachten. Wo ist da jetzt genau das Problem, das durch die SRT eingeführt wird?


Das fragst du?

Die Ereigniszeit bleibt bei Newton in allen Bezugssystemen unverändert :!: In der SRT wird sie "transformiert".
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 20:00

contravariant hat geschrieben:Ich zitiere nochmal Ernst
Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.


Das hst du wohl mißverstanden. Gemeint ist:

Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS (zu einem bestimmten Zeitpunkt im Koordinatenursprung) an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Oder bildlich: Alle Uhren in einem IS zeigen die gleiche Zeit; egal wo sie sich befinden.
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Zuletzt geändert von Ernst am Fr 6. Mär 2015, 21:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 20:20

Ernst hat geschrieben:Die zeitliche Abfolge von Ereignissen muß unabhängig von der Kausalität der Ereignisse erhalten bleiben.

Ok. Ist das jetzt ein allgemein gültiges Prinzip, oder lässt sich das aus allgemeineren Grundsätzen über physikalische Theorien ableiten?

Ernst hat geschrieben:Die Kausalitätsverletzung besteht im Beispiel darin, daß ein kausaler Ursachenvorgang für einen nachfolgenden Vorgang nicht ausgeführt werden kann, weil die erforderliche Zeitspanne fehlt. Dadurch entsteht eine Wirkung ohne die erforderliche Ursache.

Das ist in deinem Beispiel ja genau nicht der Fall, da die zeitlich Reihenfolge der Prozesse A und B ja erhalten bleiben. Nur die zeitliche Reihenfolge der Blitzeinschläge und der Prozesse A und B ändert sich. Aber das kann die Kausalität nicht verletzten, da die Blitze keinen kausalen Zusammenhang mit den Prozessen A und B haben.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 20:25

Ernst hat geschrieben:Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS (zu einem bestimmten Zeitpunkt im Koordinatenursprung) an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht was du damit sagen willst. An jeder Raumkoordinate gibt es jeden Zeitpunkt. Genauso wie es für jede x-Koordinate auch jede y-Koordinate geben kann.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 21:45

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die zeitliche Abfolge von Ereignissen muß unabhängig von der Kausalität der Ereignisse erhalten bleiben.

Ok. Ist das jetzt ein allgemein gültiges Prinzip, oder lässt sich das aus allgemeineren Grundsätzen über physikalische Theorien ableiten?

Das ist ein Axiom. Das heißt, das ist so selbstverständlich, daß man es nicht "begründen" muß.
Wenn in München ein Bltz einschlägt und eine Nanosekunde später in NewYork ein Baum umkippt, dann kann das nicht kausal zusammenhängen. Dennoch ist der Baum später umgefallen, als der Blitz einschlug. Und nicht früher oder beliebig früher oder später, wie du es willst.

Ernst hat geschrieben:Die Kausalitätsverletzung besteht im Beispiel darin, daß ein kausaler Ursachenvorgang für einen nachfolgenden Vorgang nicht ausgeführt werden kann, weil die erforderliche Zeitspanne fehlt. Dadurch entsteht eine Wirkung ohne die erforderliche Ursache.

Das ist in deinem Beispiel ja genau nicht der Fall, da die zeitlich Reihenfolge der Prozesse A und B ja erhalten bleiben. Nur die zeitliche Reihenfolge der Blitzeinschläge und der Prozesse A und B ändert sich. Aber das kann die Kausalität nicht verletzten, da die Blitze keinen kausalen Zusammenhang mit den Prozessen A und B haben.


Nur die Reihenfolge ändert sich. :?: :?: :?: Wir wollen doch über Physik reden und nicht über science fiction :?: Siehe oben.

Zudem ist unabhängig davon für den Vorgang A keine Zeit da. Er kann nicht stattfinden und deshalb keine Ursache für vorgang B sein. Glaubst du der SRT auch nicht mehr? Oder was ist daran falsch?:

t2'-t1'=0
(t2-v*x2/c²)gamma - (t1-v*x1/c²)gamma = 0
t2 - v*x2/c² - t1 + v*x1/c² = 0
t2-t1=v*x2/c²- v*x1/c²
t2-t1=(x2-x1)v/c²
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ernst » Fr 6. Mär 2015, 21:52

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Daß da suggeriert wird, es gäbe in irgendeinem IS (zu einem bestimmten Zeitpunkt im Koordinatenursprung) an jeder Raumkoordinate eine andere Zeit, ist falsch.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht was du damit sagen willst. An jeder Raumkoordinate gibt es jeden Zeitpunkt. Genauso wie es für jede x-Koordinate auch jede y-Koordinate geben kann.

Noch bildlicher:

Stehen auf dem Bahnhof verstreut lauter Uhren, so zeigen alle Uhren dem Bahnhofswärter eine gleiche Zeit an.
Hängen vertreut in jedem Abteil eines vorbeifahrenden Zuges Uhren, so zeigen alle Uhren dem Schaffner eine gleiche Zeit an.

Und nun das verrückte der SRT:
Der Bahnhofswärter sieht an den Zugfenstern Uhren, welche jede eine andere Zeit anzeigt.
Erinnert mich an das Kinderspiel: Ich sehe was, was du nicht siehst. :)
Lustig, nicht wahr?
.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 22:45

Ernst hat geschrieben:Das ist ein Axiom. Das heißt, das ist so selbstverständlich, daß man es nicht "begründen" muß.
Wenn in München ein Bltz einschlägt und eine Nanosekunde später in NewYork ein Baum umkippt, dann kann das nicht kausal zusammenhängen. Dennoch ist der Baum später umgefallen, als der Blitz einschlug. Und nicht früher oder beliebig früher oder später, wie du es willst.

Nennen wir es das Ernstsche Reihenfolgeaxiom. Gegeben das Reihenfolgeaxiom ist die SRT falsch. Bleibt die Frage, ob das Universum dem Ernstschen Axiomensystem folgt.

Ernst hat geschrieben:Zudem ist unabhängig davon für den Vorgang A keine Zeit da. Er kann nicht stattfinden und deshalb keine Ursache für vorgang B sein. Glaubst du der SRT auch nicht mehr? Oder was ist daran falsch?:

t2'-t1'=0
(t2-v*x2/c²)gamma - (t1-v*x1/c²)gamma = 0
t2 - v*x2/c² - t1 + v*x1/c² = 0
t2-t1=v*x2/c²- v*x1/c²
t2-t1=(x2-x1)v/c²

Wenn t1 das Ende von A ist und t2 der Beginn von B, dann muss gelten
(x2-x1)/(t2-t1) >= c, da A und B zeitartig verbunden sind. Damit gilt
v = c^2 (t2-t1)/(x2-x1) >= c^2/c = c, also v >= c. Das ist innerhalb der SRT aber nicht möglich.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 22:48

Ernst hat geschrieben:Noch bildlicher:

Stehen auf dem Bahnhof verstreut lauter Uhren, so zeigen alle Uhren dem Bahnhofswärter eine gleiche Zeit an.
Hängen vertreut in jedem Abteil eines vorbeifahrenden Zuges Uhren, so zeigen alle Uhren dem Schaffner eine gleiche Zeit an.

Und nun das verrückte der SRT:
Der Bahnhofswärter sieht an den Zugfenstern Uhren, welche jede eine andere Zeit anzeigt.
Erinnert mich an das Kinderspiel: Ich sehe was, was du nicht siehst. :)
Lustig, nicht wahr?

Nennt sich RdG, ist nun nicht so neu, und hat auch einen Namen. Und die RdG darf es nach dem Ernstschen Reihenfolgeaxiom nicht geben. Ok. Lustig.

EDIT: ISt dir übrigens aufgefallen, dass du jetzt aufeinmal wieder zwei IS betrachtest. In deinem vorherigen Post war es nur eins. Du scheinst also nicht exakt diesselbe Situation beschrieben zu haben.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon contravariant » Fr 6. Mär 2015, 23:11

Highway hat geschrieben:Die Frage lautet für mich vielmehr: Worin ist die Transformationsregel t=t' begründet?

Naja, technisch gesehen lautet die Transformationsregel t'=t-t0. Und die begründet sich dadurch, dass die Newtonschen Bewegungsgleichungen bzgl. dieser Transformation invariant sind.
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