McDaniel-77 hat geschrieben:Lieber fallili,
Es ist wie im Auto, am Anfang beschleunigt der Wagen flott und mit zunehmender Geschwindigkeit nimmt die Beschleunigungswirkung ab. Das ist bei Raketen zum Teil etwas anders, da durch den Ausstoß an Materie, die Rakete immer leichter wird und deshalb noch weiter beschleunigt werden kann, aber prinzipiell ist es dasselbe Prinzip.
Der relativistische Krampf beschreibt nur scheinbare Effekte und erklärt nichts, deshalb hat die Relativitätstheorie auch nichts mit Physik zu tun. Als Ursache für das nicht erreichen der Lichtgeschwindigkeit findet man die Lichtgeschwindigkeit selbst, sie ist endlich. Auch der Raketentreibstoff kann nur maximal mit fast c hinten raus geschossen werden, zusätzlich treten noch interne Probleme auf bezüglich der unendlichen Menge an Treibstoff die nötig wäre. Alles was mit Unendlichkeiten zu tun hat, ist nicht realistisch und führt zu nichts.
Auch der Raketentreibstoff wird letztendlich durch die EM-WW beschleunigt. Impulserhaltung und solche Geschichten spielen da auch noch eine Rolle.
Dein Beispiel war natürlich gut gewählt, weil man erst keinen logischen Widerspruch sieht. Das Äquivalenzprinzip der einsteinschen Theorie ist leider auch Blödsinn, da es nur auf einen Beobachter ankommt. Ein Beobachter hat aber keinen Einfluss auf die physikalische Wirklichkeit, solche "es sieht so aus als ob Effekte" sind irrelevant. Schließlich kann man die tatsächliche Bewegung zweifelsfrei feststellen:
Sagnac, Foucaultsches Pendel, Doppler-Effekte, Aberration, Laser...
Grüße
McDaniel-77
Ich frag mich, ob das damit nicht zu "eng" gesehen wird. Dass Raketentreibstoff nur mit c ausgestoßen werden könnte, hat keine Einfluss. Das Rückstoßprinzip müsste immer gültig sein - also kann der Treibstoff auch mit deutlich geringerer Geschwindigkeit ausgestoßen werden und die Rakete muss dennoch beschleunigen.
Auch das mit unendlichem Treibstoffvorrat ist eher ein "philosophischen" Problem. Hab mal irgendwo gelesen, dass man vorne an der Rakete "staubsaugerartig" eine Einfangvorrichtung hat, die den überall vorhandenen Wasserstoff einfängt. Ab dann sollte irgendwie mit Kernfussion stetig Energie vorhanden sein.
Aber das Problem ist ein anderes:
Kann man (wie auch immer) beliebig lange mit z.B. 1 g beschleunigen?
Meiner Meinung nach ja. Wenn nicht, müsste ja die Beschleunigungswirkung irgendwie abhängig von einer "Absolutgeschwindigkeit" abnehmen.
Was meiner Meinung nach dazu führt, dass man eigentlich nur eine Rakete nehmen muss - eine bestimmte Masse mit bestimmter Geschwindigkeit hinten rausstößt und dann misst wie viel man beschleunigt hat. Und schon kann man eine Feststellung einer "Absolutbewegung" bestimmen.
Je geringer die messbare Beschleunigung war, desto näher ist man an der Lichtgeschwindigkeit.
Da sich unser Sonnensystem mit der Milchstraße durchaus ganz ordentlich bewegt, müsste man bei Raketen durchaus schon Abweichungen vom Impulserhaltungssatz feststellen können. Glaub ich jedenfalls.
