Jocelyne Lopez hat geschrieben:Deshalb ist es auch unmöglich eine Geschwindigkeit "aus der Sicht eines Myons" oder "aus der Sicht der Sonne" oder auch die Temperatur auf der Oberfläche der Sonne zu messen, weil da der Einsatz von Messinstrumenten nicht möglich ist. Es handelt sich also nur um unprüfbare Postulate und um Spekulationen, bestenfalls um Schätzungen, aber auf gar keinen Fall um Messungen!![]()
Allerdings wird man den Effekt wahrnehmen, dass nach langdauernder Beschäftigung mit Gegenargumentationen plötzlich bestimmte - ideologische - Inhalte übertragen werden. Die hohe Gewichtung von Messung und Experiment in der gegenwärtigen Physik ist meines Erachtens nicht gerechtfertigt, denn vor jedem Experiment und zugehörigen Messungen muss ein theoretisches Konzept vorhanden sein, sonst handelt es sich um willkürliche Messungen, die nur durch einige oberflächliche Vokabeln begründet werden. Der Schwerpunkt auf Experimente und Messungen in Großforschungsanlagen kickt das gesamte wissenschaftliche Personal aus der Forschung, welches über diese Ressourcen keine Verfügungsgewalt hat. Insofern halte ich eigentlich viel von logischen Überlegungen, Gedankenexperimenten und der Anwendung von Erfahrungswissen. Mit Hilfe von optischen Messgeräten im Weltraum können sicherlich Messungen der Temperatur im Bereich der Sonne durchgeführt werden. Man kann beim Schmieden auch ungefähr die Temperatur eines Eisenstabes schätzen, z.B. schwach dunkelrot glühend, hellrot glühend, hellleuchten nahe der Schmelzzone. Insofern sagt die Wärmestrahlung auch etwas über die Temperatur aus - erkennt man besonders gut mit passiven Infrarot-Nachtsichtgeräten. Ich will nicht streiten - aber Messungen wären es auch, wenn sie sehr grob sind, d.h. dann ist die Toleranz +/- sehr groß.
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Deshalb kann zum Beispiel die relativistische Längenkontraktion nicht experimentell nachgewiesen werden und ist in diesem Sinne unfalsifizierbar: Kein Instrument ist so präzis, dass es so einen winzigen Wert anzeigen könnte, ganz unabhängig davon, dass diese Kontraktion sowieso nicht materiell ist und deswegen auch nicht von einem Messinstrument gemessen werden kann. Die Relativisten verkaufen uns aber durch Sprachverwirrungen die Längenkontration als "Messung durch einen Beobachter".![]()
Wenn einfach nur eine Behauptung gemacht wird, die weder theoretisch begründet noch experimentell bestätigt wird, dann ist diese Behauptung einfach nur Unsinn und für mich damit auch falsifiziert, d.h. widerlegt, ansonsten hätten wir es ständig mit Außerirdischen und Materietierchen zu tun. Die Längenkontraktion wird meines Erachtens in ihrem physikalischen Aspekt bereits durch theoretische Widersprüche widerlegt, indem man z.B. ein Gedankenexperiment sich vorstellt, wo der Abstand zwischen zwei Orten im "Ruhesystem" auf das "Bewegte Bezugsystem" "gestempelt" wird - nun kann verglichen ob die errechnete Länge im "Bewegten Bezugssystem" genau so lang ist, wie die "gestempelte" Länge - das ist nicht so. Zum anderen kommt es - was auch von dir wiederholt moniert wurde - zu völlig absurden Aussagen, wenn man das Konzept der Lorentz-Transformation physikalisch anwendet und dann sogar die Zeitdilatation und Längenkontraktion als physikalische Realitäten daraus ableitet. Wenn jemand eine Behauptung macht und es folgen daraus völlig absurde physikalische Konsequenzen, dann wiederum würde man auch von einer Falsifizierung seiner Behauptung sprechen können.
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Auch einverstanden. Deshalb behaupte ich, es gibt bei Messungen nur zwei Bezugssysteme: Bezussystem Erde und Bezugssystem Raum (Himmel). Mehr "Bezugssysteme" brauchen wir für unsere Messungen nicht.
Den Begriff des Bezugssystems würde ich universell anwendbar belassen wollen, da es nicht nur um konkret durchgeführte Messungen geht, sondern auch darum, dass man theoretisch beliebige Bewegungen auf etwas beziehen kann - wie gesagt, man muss, bevor etwas überhaupt gemessen werden kann, erstmal den Sachverhalt durchdenken und diskutieren können und dazu wird ein Bezug - z.B. ein Himmelskoordinaten-System benötigt. Etwas kritischer wäre ich beim Begriff des Inertialsystems, der von einem kräftefreien und unbeschleunigten Bezugssystem ausgeht, was allerding in der physikalischen Realität kaum machbar ist.
mfg
