Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Hannes » Di 19. Nov 2013, 17:26

Hallo Jocelyne !
Wenn man sich nämlich die „künstlerische Darstellung“ dieser beiden ins All geschleuderte Strahlungen anguckt, fällt es einem Laien schwer sich vorzustellen mit welchen Meßinstrumenten (im Satelliten?), welcher Meßmethode und auch relativ zu welchem Bezugssystem man ihre Geschwindigkeit mit 2/3 LG gemessen

Die Schwierigkeit besteht in dem Aufbau der kosmischen Entfernungsleiter.
Aber wenn man einmal weiß, wie weit eine Galaxie mit einem aktiven Kern (SL) entfernt ist, und man messen kann, wie schnell sich Lichterscheinungen von der Galaxie entfernen,(horizontal) kann man sehr wohl auf die Geschwindigkeit schließen.
Hmm... Du überschätzt meine Auffassungsgabe bei astronomischen Messungen...

Du bist nicht nur eine liebenswürdige Forumsteilnehmerin,sondern hast auch den nötigen Hausverstand. Ich habe aber den Eindruck, du würdest dich ein wenig gegen Astronomie sperren.
Da stellt sich die Frage, warum nicht die ganze Materie zusammengedrängt und verschlungen wird. Hat ein Schwarzes Loch begrenzte Kapazitäten beim Materiezusammendrängen- und verdichten? Und warum werden zum Beispiel Eisen und Nickel geschmäht und zurück gespuckt? Warum mag ein Schwarzes Loch keine Schokolade?

Meine Vorstellung ist die, dass die sog. "schwarzen "Löcher" eigentlich Gravasterne darstellen,die aufgrund ihrer riesigen Gravitation sogar Licht zurückhalten.
<<<<< Und warum werden zum Beispiel Eisen und Nickel geschmäht und zurück gespuckt? Warum mag ein Schwarzes Loch keine Schokolade?
Vielleicht, weil diese Atome leichter magnetisierbar sind oder auch nur, weil man sie besser beobachten kann.
Hannes
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Di 19. Nov 2013, 17:50

Ernst hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Δt' = Δt/γ ist unstrittig. Δx' = v*Δt*γ = Δx*γ ist umstritten.
Die Motivation dafür ist mir nicht klar. Dividiert man Weg durch Zeit in S'
v' = Δx'/Δt' = Δx*γ / (Δt/γ) = Δx*γ²/Δt
wird v' um den Faktor γ² zu gross und steht im Widerspruch zu
v = Δx/Δt in S.

Da kann nichts umstritten sein, weil ja alles nach der LT berechnet ist. Es wird nur nicht der Gehalt der Rechnung richtig verstanden. Es handelt sich einfach um den Effekt, daß in S' die Zeit verlangsamt läuft. Je größer v, desto langsamer die Zeit. Bei v=c (Photon) bleibt die Zeit stehen.


Lass mich raten, wie du mit der LT auf Δx'= vtγ kommen kannst:

Δx' = γ*(Δx - v*Δt) mit Δt=0 gibt
Δx' = γ*Δx

Wie fb… bereits erwähnt hat, sind die Lorentz-Transformationsgleichungen linear, so dass Differenzen von Zeiten und Strecken gleichermassen transformiert werden wie einzelne Koordinatenpaare. Δt=0 ist falsch, da die Myonen eine gewisse Zeit brauchen vom Entstehungsort bis zur Erde. Setzt man den tatsächlichen Wert Δt ein, ergibt sich richtig:

Δx' = 0

Das Myon legt in seinem Ruhesystem natürlich keinen Weg zurück, da es darin ruht! Jedoch kann man ausrechnen, welchen Weg die Erde in S' zurückgelegt hat:

Δx' = v*Δt'

Fliegt nun eine Crew in einem Raumschiff mit nahe c zum Alpha Centauri (ca. 4LJ entfernt), dann erreichen sie den auf ihrer eigenen Uhr nicht nach 4 jahren, sondern nach einer sehr kurzen Zeit. Sie haben die Entfernung Erde-Alpha superluminar zurückgelegt. Würden sie mit c fliegen, verginge überhaupt keine Zeit.


Nein, die Strecke 4LJ in S wird in S' zu 4LJ/γ kontrahiert, also nichts mit superluminal.

Das wird in jeder populärwissenschaftlichen Literatur zur SRT beschrieben. Wenn ich das nun hier vorrechen, sträuben sich den relativisten die Haare.
Merkwürdig


Nein, nicht merkwürdig, da falsch!
A propos v ≠ v': Wie stehst du dazu?
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 19. Nov 2013, 18:20

Hannes hat geschrieben:
Ich habe aber den Eindruck, du würdest dich ein wenig gegen Astronomie sperren.


Nein, das ist ein falscher Eindruck, ich sperre mich nicht gegen Astronomie. Ich finde sie eine sehr schöne und fesselnde Wissenschaft, die irgendwie zum Nachdenken und manchmal sogar zum Empfinden von kraftspendenden Gefühlen wohl bei den meisten Menschen verleiht. Ich habe zum Beispiel als Kind ein berauschendes Erlebnis bei einer Wanderung unter einem Hyper Sternhimmel auf Korsika erlebt, werde ich nie vergessen, wo ich mich die ganze Zeit so stark, so mächtig, so groß und so unsterblich wie der ganze Kosmos gefühlt habe. :) Ich habe mir nie durch ein Teleskop Sterne angeguckt, aber ich stelle mir es auch beeindruckend vor. Zum ersten Mal habe ich bei einem Vortrag von Harald Maurer in Österreich Radiosignale des Jupiters gehört: Es war ergreifend.

Man ist dabei natürlich weit entfernt vom Wissen über die Astronomie und über astronomische Beobachtungen. Ich bewundere auch das Wissen der Astronomen, aber ich fühle mich verschaukelt und betrogen, wenn man mir solche lächerliche Stories über materieschluckende Schwarze Löcher verkaufen will. Das ist Verdummung, keine Wissenschaft - wie die SRT eben. :evil:

Außerdem habe ich wirklich keine zeitlichen Kapazitäten, mich intensiv mit der Astronomie oder mit anderen Wissenschaften zu beschäftigen, die mich auch interessieren. Wie gesagt, mein Engagement seit 10 Jahren gegen die Unterdrückung der Kritik der Relativitätstheorie und gegen Tierversuche schöpft meine Zeitkapazitäten völlig aus. Das hat sich nun mal in meinem Leben so ergeben. Den Kampf zur Abschaffung der Tierversuche empfinde ich dabei als viel wichtiger als mein Engagement gegen die Unterdrückung der Kritik der Relativitätstheorie, aber beide Thematiken ruhen auf gemeinsamen Missständen, und zwar auf einem Missbrauch der Wissenschaft durch Lobbyismus.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Di 19. Nov 2013, 18:50

Trigemina hat geschrieben:Lass mich raten, wie du mit der LT auf Δx'= vtγ kommen kannst:

Es wird zur Zeit t:
x1=0; x2=vt
Δx=vt
x1'=g(x1-vt)=-gvt
x2'=g(x2-vt)=0
Δx'=x2'-x1'=gvt
Δx'=gΔx

Jedoch kann man ausrechnen, welchen Weg die Erde in S' zurückgelegt hat:
Δx' = v*Δt'

v=Δx'/Δt' ist ja trivial.
A propos v ≠ v': Wie stehst du dazu?

Mal sehen.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon All » Di 19. Nov 2013, 18:56

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Nein, das ist ein falscher Eindruck, ich sperre mich nicht gegen Astronomie. Ich finde sie eine sehr schöne und fesselnde Wissenschaft, die irgendwie zum Nachdenken und manchmal sogar zum Empfinden von kraftspendenden Gefühlen wohl bei den meisten Menschen verleiht. Ich habe zum Beispiel als Kind ein berauschendes Erlebnis bei einer Wanderung unter einem Hyper Sternhimmel auf Korsika erlebt, werde ich nie vergessen, wo ich mich die ganze Zeit so stark, so mächtig, so groß und so unsterblich wie der ganze Kosmos gefühlt habe. :)


Das unterscheidet dich von den anderen, die nur noch mathematisch mechanisiert vor sich hin leben.

Gruß

All
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Di 19. Nov 2013, 19:41

Ernst hat geschrieben:Es wird zur Zeit t:
① x1=0; x2=vt
② Δx=vt
③ x1'=g(x1-vt)=-gvt
④ x2'=g(x2-vt)=0
⑤ Δx'=x2'-x1'=gvt
⑥ Δx'=gΔx

Zeilennumerierung eingefügt

Entweder Koordinatenpaare oder ihre Differenzen transformieren. Für die Strecken nimmst du die Anfangs- und Endkoordinaten, für die Zeiten nur noch die Differenz Δt statt die unterschiedlichen Zeitkoordinaten t1=0 und t2

① x1=0; x2=vt; t1=0; t2=x2/v
② Δx = v*t2
③ x1' = g(x1-v*t1) = 0
④ x2' = g(x2-v*t2) = 0
⑤ Δx' = x2'-x1' = 0
⑥ Laufstrecke Myon in S' immer gleich null (Ruhesystem)

Für Laufstrecke Erde in S' die Zeiten transformieren:

⑦ t1' = g*(t1-v*x1/c^2) = 0
⑧ t2' = g*(t2-v*x2/c^2)
⑨ Δt' = t2'
⑩ Δx' = v*Δt'
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Di 19. Nov 2013, 20:15

Trigemina hat geschrieben:① x1=0; x2=vt; t1=0; t2=x2/v

Neiiiin :!: :!:

x1=0
x2=vt
Angabe in S bei t für beide x :!: :!: :!:

Es ist der Anfangs- und Endpunkt einer Strecke in S zum Zeitpunkt t.
Die Länge dieser Strecke in S zum Zeitpunkt t ist daher vt

Und nun diese beiden Punkte transformiert zum Zeitpunkt t in S nach S'

x'=g(x-vt)
x1'=g(0-vt)=-gvt
x2'=g(vt-vt)=0
x2'-x1'=gvt

Bild

Das sieht doch jeder etwas mathematisch Geübte, daß in S' der Nullpunkt gegenüber dem in S um vt verschoben ist und die Koordinaten in S' gegenüber jenen in S gedehnt sind.
Und die Differenz zweier gedehnter Koordinaten ist daher auch gedehnt.
Und weiter sieht man, daß der Punkt x=0 in S' bei -vtg liegt.

ich weiß wahrlich nicht, was da unverständlich ist.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Hannes » Di 19. Nov 2013, 20:33

Hallo Jocelyne !
Den Kampf zur Abschaffung der Tierversuche empfinde ich dabei als viel wichtiger als mein Engagement gegen die Unterdrückung der Kritik der Relativitätstheorie

Ich finde deine Einstellung super. Die RT ist sowieso nur mehr eine Angelegenheit von Mathematikbesessenen. Mit Realität sowieso nichts am Hut.
Zur Abschaffung von Tierversuchen braucht man aber alternative Versuche, die dabei trotzdem ganz interessant sein können.
Oft sind Tierversuche sogar kontraprodiktiv, weil der Mensch auf Medikamente wieder ganz anders reagiert.
Mit Gruß
Hannes
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Trigemina » Di 19. Nov 2013, 20:49

Ernst hat geschrieben:x1=0
x2=vt
Angabe in S bei t für beide x

Es ist der Anfangs- und Endpunkt einer Strecke in S zum Zeitpunkt t.
Die Länge dieser Strecke in S zum Zeitpunkt t ist daher vt

Und nun diese beiden Punkte transformiert zum Zeitpunkt t in S nach S'



Damit gibst du den Ereignissen Start und Ziel einen gemeinsamen Zeitwert t. Das erklärt deine Skizze und Rechnung:

Start Myon in S bei [x1=0, t]
Ziel Myon in S bei [x2, t]

was dann zu superluminalen Geschwindigkeiten in S' führt.
Nimmt man für die Startzeit t1=0 und für die Endzeit t2

Start Myon in S bei [x1=0, t1=0]
Ziel Myon in S bei [x2, t2=x2/v]

passt alles zusammen ohne Symmetriebruch zwischen v und v'
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Di 19. Nov 2013, 21:27

Trigemina hat geschrieben:Damit gibst du den Ereignissen Start und Ziel einen gemeinsamen Zeitwert t. Das erklärt deine Skizze und Rechnung:
Start Myon in S bei [x1=0, t]
Ziel Myon in S bei [x2, t]

Nein :!:
Da sind keine zwei "Ereignisse", sondern da ist ein Schappschuß zum Zeitpunkt t.
Das Myon befindet sich da bei x=vt. Aber sein Startpunkt, an welchem es ja nun nicht mehr ist, ist ja nach wie vor x=0.
Es hat also in S zum Zeitpunkt t den Weg vt -0 =vt zurückgelegt.
Und gemäß der LT hat es zum gleichen Zeitpunkt t in S' den Weg gvt zurückgelegt.

Bild

x=0; x'=-gvt
Das gilt immer und ewig.
Da muß man doch gar nicht überlegen.
Bereits zur Zeit t=0 ist x'=gx und damit sind alle x' gegenüber allen x gedehnt. Diese Dehnung der Koordinaten bleibt bei t>0 erhalten; es verschieben sich nur die Nullpunkte gegeneinander.
Und die spezielle Koordinate x=0 liegt in S' stets bei -gvt.
.
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