Highway hat geschrieben:rmw hat geschrieben:fallili hat geschrieben:Natürlich BRAUCHEN wir den Druck. Aber nicht um die Rakete "vorne" anzuschieben, sondern um möglichst viel Materie mit möglichst hoher Geschwindigkeit nach hinten auszustoßen
Das kommt doch aufs gleiche hin. Die Moleküle stoßen sich ständig gegeneinander ab und konkret heißt das natürlich dass die Moleküle die vorne am Raketenboden anstoßen die Rakete antreiben. Ich habe das weiter vorne reichlich anschaulich erklärt, aber du verstehst genau so wenig wie die anderen auch dass das letztendlich das gleiche ist.
Genau! Die Moleküle kollidieren permanent mit den Brennkammerwänden und werden von dort reflektiert. (Boltzmann) Solange das symmetrisch erfolgt gibt es keinen Rückstoß. Erfolgt das aber nicht symmetrisch, weil auf einer Seite eine Fläche fehlt, dann ergibt das durch die Druckdifferenz den Schub. Wie an der Bande deines Billardtisches.
Damit ist aber die Überlichtgeschwindigkeit mit einem "normalen" Treibwerk in Gefahr! Dafür bin ich bei der letzten Runde fast gesteinigt worden.

Na ja - so langsam kommen wir ja an "belastbare" Aussagen.
Es ist also nicht "der Druck" der die Rakete anschiebt sondern die Tatsache das an einer Seite "eine Fläche fehlt".
Und wenn man dann überlegt ob die Größe dieser fehlenden Fläche etwas ändert, kommt man dem Raketenantrieb auch langsam näher.
Hier ist vorne irgendwo ein Bild in dem eine hinten offene Kugel dargestellt ist. Ist es da für die Schubkraft egal ob da nur ein kleines Loch mit der Nadel reingestochen wurde oder ob das Loch 10 cm Durchmesser hat ?
Wenn nur der "Druck" entscheidend wäre müsste es ja egal sein. Wenn die Fläche entscheidend wird, muss man sich fragen was da passiert?
Und die Antwort lautet eben, dass durch diese fehlende Fläche der unter Druck stehende Inhalt nach hinten ausgestoßen wird.
Und der Rest ist "reine Experimentierkunst".
Ändert sich was wenn ich statt Gasen Wasser "rausstoße"? Ja die Schubkraft nimmt zu.
Ändert sich was wenn ich den Druck erhöhe? Ja die Geschwindigkeit der hinten ausgestoßenen Materie nimmt zu.
Wieviel ändert es sich? Messen - einen mathematischen Zusammenhang suchen und - hoppla, schon kriegen wir die bekannte Raketengleichung die von Geschwindigkeit und Masse der ausgestoßenen Materie abhängt und in der der Druck interessanterweise nicht mehr vorkommt. Nicht weil der Druck "unnötig" ist, sondern weil er die Geschwindigkeit der ausgestoßenen Materie bestimmt und damit nicht noch irgendwo zusätzlich noch mal berücksichtigt werden muss.
Und wenn ich in einer Formel finde, das der Druck nicht mehr vorkommt, probier ich doch gleich ob ich die Rakete auch "ohne Druck" antreiben kann?
Also z.B. Moleküle ionisieren und elektrisch beschleunigen. Krieg ich da auch einen Schub? Experiment - ausprobieren und, voila, es klappt auch und liefert den Schub den auch die Raketengleichung vorhersagt..
Also wird die Raketengleichung eindeutig stimmen - und wenn in dieser Gleichung der "Druck" kein Faktor ist, wird auch nicht "der Druck" für den Antrieb sorgen.
PS: Dass Du mit der Überlichtgeschwindigkeit gesteinigt wirst kann ich mir vorstellen. Meiner Meinung nach kannst Du aber ewig mit z.B. ein g beschleunigen und daher müsstest Du "eigentlich Überlichtgeschwindigkeit" erreichen.
Das Problem dabei ist, das die SRT hier aber eigene Vorstellungen hat. Du kannst mit dem Raketentriebwerk z.B. eine Geschwindigkeit von 0,9 c "locker" verdoppeln (und auch mehr), aber die SRT sagt, dass Du dann nicht 1,8 c hast sondern noch immer unter c liegst.
Aber SRT ist ein eigenes Kapitel mit dem ich weiterhin nicht zurecht komme - bin noch am Nachdenken und sehe, dass ich in vielen Bereichen Haralds Auffassungen immer näher komme (vielleicht mach ich da doch mal einen neuen Thread auf - da hab ich schon wieder einige Fragen und Probleme)