Ich möchte hier ganz gezielt ein Beispiel betrachten, die in anderen Threads schon in ähnlicher Form beschrieben wurde und bei dem ich gestern auf eine mir völlig unverständliche Situation gestoßen bin.
Das Beispiel stammt von Jondalar, der etwas, das ich mit „Lichtstrahlen“ versucht habe , in ein mechanisches Beispiel mit Kontaktplatten umwandelt und damit deutlich besser und einfacher zur Diskussion stellt.
Jondala postuliert einen 1 ls (300.000 km) langen Bahnhof sowie einen 1 ls langen Zug mit Kontaktplatten.
Ich möchte das Beispiel von Anfang an etwas „realistischer“ gestalten, und die Längen auf 1 lms (eine Lichtmillisekunde also 300 km) beschränken - auch den „Zug“ nehme ich einstweilen heraus.
Ist ja kein wirklicher Unterschied – wo bisher eben über eine oder 2 Sekunden Unterschied geredet wurde, werden es nun eben ein oder 2 ms.
Also fange ich an:
Wir haben einen Bahnhof der Länge 300 km.
Am Anfang und am Ende befinden sich 2 Kontaktplatten mit Uhren die etwas feststellen ( =Ereignis) wenn sie berührt werden und die Zeit natürlich mitprotokollieren.
Das wären also die zwei Ereignisse die im ruhenden Bahnhofsystem stattfinden können.
Zusätzlich haben wir zwei tragbare Geräte die aus Kontaktplatte, Uhr und vielleicht Funkgerät bestehen (mal schauen ob wir das Funkgerät überhaupt brauchen)
Wir beginnen Schritt für Schritt (Jondalar wird das freuen)
Schritt 1: Als erstes prüfen wir die Experimentalanordnung. Zu diesem Zweck schicken wir 2 Leute mit den tragbaren Geräten nach vorne und hinten zu den Kontaktplatten am Bahnhof.
Dort sollen sie notfalls die Uhren der tragbaren Geräte synchronisieren. Ob diese Uhren mit denen am Bahnhof synchron sind ist für das Beispiel in der Folge völlig egal – es besteht keine Notwendigkeit dafür – nur müssen die Bahnhofsuhren natürlich untereinander synchron sein und zu Beginn schadet es auch nicht wenn die tragbaren Uhren auch synchron sind.
Die Leute sollen nur mal ganz einfach die tragbaren Kontaktplatten mit denen am Bahnhof gleichzeitig zum Kontakt bringen. Dazu wird gesagt „ Um 12 Uhr sollen sich die Kontakte berühren“.
Das machen Sie auch und nun gleich die erste noch „doofe“ Frage 1 an alle:
Sind alle damit einverstanden dass sich die Kontaktplatten am Bahnhof hinten und vorne GLEICHZEITIG berühren?
Müssten alle einverstanden sein – ist ja ein ruhendes System – und wenn nach dem Experiment die 4 Uhrenprotokolle verglichen werden (und die Uhren alle 4 synchron waren, was aber kein Problem war), sollte überall protokolliert sein, dass um 12 Uhr ein Kontakt erfolgt ist.
Schritt 2:
Wir erweitern die Experimentalanordnung.
Dazu wird hinten und vorne bei den „Bahnhofskontakten“ eine Beschleunigungsschiene montiert, auf der die tragbaren Kontaktgeräte in x Richtung auf eine bestimmte Geschwindigkeit gebracht werden können.
Ich stelle mir das so vor:
Eine z.B. 31 m lange Schiene wird bis zu den Bahnhofskontakten geführt und sicherheitshalber 1 m darüber hinaus.
Es gibt eine Beschleunigungseinrichtung, welche die tragbaren Kontaktgeräte auf den ersten 29 m auf 300 m / sek beschleunigt (knapp unter der Schallgeschwindigkeit, sollte sogar realistisch machbar sein).
Die letzten 2 m bewegen sich die tragbaren Kontaktgerät dann mit konstanter Geschwindigkeit – also mit 300 m/s relativ zu den Bahnhofskontakten und werden diese dann daher irgendwann berühren.
Nun wird das Experiment vorbereitet.
Die Geräte sollen so beschleunigt werden, dass die „tragbaren“ Kontakte um exakt 14 Uhr (Bahnhofszeit) die Bahnhofskontakte berühren sollen.
Man muss natürlich die Dauer der Beschleunigung berechnen um den Start der Bescheunigung planen zu können – aber diese Aufgabe ist garantiert lösbar.
Frage 2: Wird es möglich sein, dass BEIDE Bahnhofskontakte um exakt 14 Uhr (Bahnhofszeit – möchte ich sicherheitshalber dazusagen) berührt werden.
Meine Meinung dazu – technisch nicht allzu aufwendig, sollte daher problemlos möglich sein.
Nun eigentlich die extrem wichtige Frage 3.
Sind die tragbaren Uhren untereinander noch synchron?
Es ist mir völlig klar, dass die Bahnhofsuhren und die tragbaren Uhren nicht synchron sind.
Wobei „klar“ vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist – die ART verlangt dies, da die tragbaren Uhren ja einer Beschleunigung ausgesetzt waren, und ich glaube dies auch.
ABER: BEIDE tragbaren Uhren wurden völlig gleich behandelt. Auf 29 Meter beschleunigt, dann die letzen Meter mit konstanter Geschwindigkeit bewegt gelassen.
Der einzige Unterschied ist, dass eine Uhr am Bahnhofsende dieser Beschleunigung ausgesetzt war, die andere Uhr am Bahnhofsanfang.
ICH kann mir aber nicht vorstellen, dass die beiden tragbaren Uhren nur wegen der unterschiedlichen Stelle, an der sie beschleunigt wurden, plötzlich einen Zeitunterschied aufweisen sollten.
ES WÄRE SOGAR GEGEN JEDE wissenschaftliche Grundlage, wenn das Ergebnis einer Behandlung (in dem Falle eine Beschleunigung) davon abhängig wäre, an welchen Ort man diese Behandlung macht.
Ein wissenschaftlich reproduzierbares Ergebnis darf nicht davon abhängen, ob man das Experiment in Berlin oder in New York macht!
Da wäre jede wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich nicht mehr möglich bzw. unglaublich schwer.
Für die ganz Genauen unter Euch:
Es ist mir bewusst, dass der Ort sehr wohl einen Einfluss haben kann – gerade in der ART.
Da geht es aber nicht um einen „Ort an sich“ sondern um das Gravitationsfeld, das eben unterschiedlich sein kann.
In unserem Experiment wird aber vorausgesetzt, dass beide Uhren in der selben gravitativen Umgebung sind.
Daher nochmals die Frage 3 – werden die beiden tragbaren Uhren synchron sein?
Da man diesen „Beschleunigungsschlitten“ mit der Uhr ja auch völlig getrennt testen kann, stelle ich mir gerade vor, was in der wissenschaftlichen Welt los wäre, wenn diese Test in Berlin und in New York durchgeführt würden und dann ein UNTERSCHIEDLICHES Ergebnis herauskäme.
Auch für die Genauen unter Euch – ich sage bewusst nicht ob eine ZD festgestellt würde oder nicht – ich behaupte nur, dass sowohl in Berlin als auch an jeden anderen Ort das SELBE Ergebnis herauskommen MUSS (natürlich wiederum wichtig ist die selbe gravitative Umgebung)
So – ich glaube für den Anfang reicht es, viele werden schon ahnen wie es weitergeht, aber ich möchte nun einige Antworten abwarten.
