Artie hat geschrieben:Wie kann ein Blitz um 6:00 Uhr in London einschlagen, wenn in Stuttgart die Kirchenuhr 5:00 Uhr einleutet?
Davon reden die Relativisten doch seit über 100 Seiten:
Die Zeiten vergehen unterschiedlich schnell! Uhren zeigen unterschiedliche Zeiten an.
Die Zeiten sind ja nicht beliebig oder bei einem Würfelspiel ausgeknobelt. Läuft eine Uhr zeitdilatiert, dann läuft sie langsamer als ...was? Langsamer als die Uhr im ruhenden System. Wenn ein Zeitpunkt früher eintritt, dann früher als ...? Die Uhren in den beiden Systemen sind zueinander bezogen über den Lorentzfaktor, ihre Zeiten haben also etwas miteinander zu tun. ZD und RdG ergeben sich stets durch den Vergleich der beiden Uhren in den Systemen.
Wenn im Bahndamm die Uhr beim Blitzeinschlag vorne auf Null Uhr steht, und der Beobachter im Zug misst diesen Zeitpunkt mit -0,57735 Uhr, abgelesen auf der Zuguhr und es handelt sich, wie Ernst betont, um einen echten Zeitunterschied und nicht nur um zwei Uhren, die bei ein und demselben Moment zwei unterschiedliche Zeitanzeigen haben, dann sind diese -0,57735 s tatsächlich ein früherer Zeitpunkt im Zug als im Bahndamm! Zwei unterschiedlich schnell laufende Uhren bedeuten ja nichts. Ich fahre mit meinem Auto nach Wien und meine Autouhr läuft langsamer als jene in Wien und bei Ankunft in Wien stelle ich fest, dass meine Uhr jener in Wien nachgelaufen ist, nach der Uhr in Wien komme ich um 12 Uhr an, auf meiner Uhr ist es erst 11.45 Uhr - bin ich deshalb früher in Wien angekommen? Wo ist die Viertelstunde, um die ich scheinbar früher ankomme? Oder wird hier ein und derselbe Zeitpunkt lediglich durch zwei unterschiedliche Uhren markiert, von denen eine offenbar falsch gelaufen ist. Es kann also von einer früheren Ankunft in Wien keine Rede sein.
Und nun haben wir den Fall, dass der Bahndammwärter beim Blitzschlag auf seiner Uhr "0" sieht und der Schaffner sieht t'=-0,57735 s, also - wenn 0 Uhr Mitternacht ist - zeigt die Zug-Uhr eigentlich 23:59,42265 Uhr, also einen früheren Zeitpunkt, dann kann das ja kein tatsächlicher Zeitunterschied sein, sondern bloß eine andere Zeigerstellung auf der Uhr des Schaffners! Dann ist die Erklärung von Ernst aber falsch, denn wäre zwischen den Wahrnehmungen von Wärter und Schaffner tatsächlich ein Zeitintervall von 0,57735 s, um die der Schaffner den Blitz
früher sieht als der Blitz beim Wärter einschlägt, dann wäre ganz klar die Kausalität verletzt. Also werden die Effekte der SRT bloß durch unterschiedlich laufende Uhren erzeugt - und dann sind sie physikalisch ebenso bedeutungslos wie meine falsch gelaufene Uhr in meinem Auto, die leider nicht bewirkt hat, dass ich früher in Wien angekommen bin. Und dann ist nichts, was die SRT aussagt, in irgendeiner Weise real!
Grüße
Harald Maurer