Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Harald Maurer » Di 18. Jun 2013, 21:35

Gluon hat geschrieben:Ohne jetzt zurückzublättern um die richtigen Bezeichnungen herauszusuchen: Bei der Vertauschung ist es halt so, dass in dem einen Koordinatensystem Photon C eine längere Strecke in mehr Zeit zurücklegt als Photon D und im anderen Koordinatensystem ist es genau anders herum. Es gibt keine wahre Strecke, die ein Objekt zurücklegt. Das ist schon bei Newton relativ. Was es aber bei solchen Experimenten in der regel gibt, ist eine tatsächliche Eichung der Messinstrumente. Wenn du dir in jedem Detektor eine Uhr vorstellst, dann muss die nach irgendeiner Vorschrift geeicht sein. Sie muss also von irgendeinem System mit der Eigenzeit synchron laufen und es gibt in der Regel ein Koordinatensystem, in dem die beiden Uhren an den beiden Detektoren gleichzeitig auf Null gestellt wurden. Hier ist es nun beliebig, ob die Detektoren nach S oder nach S' synchronisiert sind, aber sie können nicht nach beiden Systemen zugleich synchronisiert sein. Natürlich könnte auch jeder Detektor zwei Uhren haben, die nach unterschiedlichen Systemen synchronisiert sind. Wie man es auch macht: Wenn es nur zwei Blitze gibt, dann können sie in den beiden voneinander entfernten Detektoren zur gleichen Zeit synchronisiert nach S oder zur gleichen Zeit synchronisiert nach S' eintreffen. Weil diese Synchronisationen unterschiedlich sind, kann nicht beides zugleich eintreffen. Das ist aber kein Verstoß gegen das Relativitätsprinzip, weil das eben nicht sagt, dass irgendwas nach jeder beliebigen Synchronisationsvorschrift gleichzeitig sein muss, sondern nur, dass die Naturgesetze in jedem System gleich sein müssen.

Jetzt ist's aber wirklich schon lustig, was Relativisten so alles aus dem Hut zaubern, um ihre Ansicht zu stützen. Die Eichung der Detektoren ist wirklich völlig egal, denn es geht lediglich darum, Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit der Ankunft von Photonen festzustellen! Mit welchen Einheiten und zu welchen Zeiten das aufgezeichnet wird, ist nebensächlich. Es geht nur um gleichzeitig oder ungleichzeitig. Der Detektor schafft das auch mit falscher Eichung.
Die freie Wahl (lediglich mit anderer Bezeichnung "Vorgabe" verkauft) führt zu einem Paradoxon. Weil Detektoren nicht zugleich zwei unterschiedliche Ereignisse aufzeichnen können. Mich wundert es schon, dass gerade die Relativisten sich abplagen, dieses Paradoxon wegzudebattieren statt daran zu denken, dass so ein lächerliches Paradoxon in der SRT kaum vorliegen kann. Es muss daher für die Zwickmühle der willkürlich möglichen Vorgabe eine Lösung geben, und das ist eben das Postulat. Dieses wird vergessen und auch, dass aus einem Ereignis nicht zwei oder drei werden können und zusätzlich wird übersehen dass zwischen stattfinden und wahrnehmen ein Unterschied besteht.
Der Schaffner im Zug kann von der Mitte aus gar nicht die Messungen durchführen, die sich aus der Transformation der Werte aus dem Bahndammsystem ergeben. Dazu braucht er am vorderen und hinteren Ende des Zugs Uhren und zusätzlich einen Diener, der ihm den Ort des Ereignisses feststellt. Der Schaffner, der seine Zugmitte nicht verlässt, kann nur die Blitze dort wahrnehmen - und das ist etwas anderes, als die rein messtechnische Registrierung eines Ereignisses im Koordinatensystem des Zugs. Würde er Ort und Zeit des Ereignisses in seinem Zug tatsächlich mit dem´Gesichtssinn wahrnehmen und die beiden Blitze womöglich auch nicht gleichzeitig erhalten, dann hätten wir plötzlich 2 Ereignisse mit vier Blitzen. Und das kann's wohl nicht sein.
Gerade Relativisten sollten an Maxwell denken und daran, dass die Isotropie der Lichtausbreitung sowohl im Zug als auch im Bahnhof erhalten bleiben muss, das aber nicht um den Preis, dass ein gleichzeitiges Ereignis ungleichzeitig wird - weil dann von der Isotropie keine Rede sein kann. Die RdG muss daher den Zweck verfolgen, derartige Diskrepanzen, die in der Klassik auftreten, in der SRT zu beseitigen, dies unter Wahrung des Postulats. Aber es werden hier nur weise Sprüche geklopft und keiner schaut genauer hin.
Das tun wir jetzt mal:
bahnhof_zug_lt.gif
bahnhof_zug_lt.gif (8.62 KiB) 3137-mal betrachtet

Das untere IS ist das System Bahnhof. Das obere der Zug, der sich aus Sicht Bahnhof positiv mit 0,5 c bewegt. Wenn der Wärter im Bahnhof ins IS Zug transformiert, erhält er die Werte, die der Schaffner in seinem Ruhesystem Zug misst. Aus der Sicht dieses Ruhesystems bewegt sich nun der Bahnhof in negativer Richtung. Oben ist die Ausgangssituation gezeigt. Die Blitze schlagen im Bahnhofsystem gleichzeitig ein. Der Wärter transformiert:
x=299792,458 --> x'= 346170,51 km, t=0 --> t'=-0,57735 s
x=-299792,458 --> x'=-346170,51 km, t=0 --> t'=+0,57735 s
Die Blitze schlagen im IS Zug also ungleichzeitig ein. Die x_Koordinaten unterscheiden sich nur durch die LK (für den Schaffner ist das bewegte Bahnhof-System verkürzt!). Die Zeiten t' bedeuten, dass die Zeitebenen zueinander um 0,57735 s verschoben sind. t'=-0.57735 bedeutet, dass die Zug-Uhr zu laufen begann, bevor der Blitz einschlägt. t'=+0,57735 bedeutet, dass die Zuguhr an dieser Stelle 0,57735 s später, also nach dem Blitzeinschlag zu laufen beginnt!
Geht man nun her und berechnet die Zeiten, in denen der Schaffner von den Lichtsignalen getroffen wird, aus seinen x' Koordinaten, dann ist das falsch. Denn die Blitzeinschläge finden im Bahnhof-System statt (könnten auch 2 dort ruhende Lampen sein), und da bleiben sie auch. Das Licht eilt dem Schaffner von den Einschlagstellen im Bahnhof nach bzw. kommt es ihm entgegen (aus Sicht des IS Bahnhof!). Aus der Sicht des Schaffners hingegen bewegt sich der Bahnhof in negativer Richtung, und die Strecken, die das Licht bis zum Schaffner zurückzulegen hat, ergeben sich aus den Endpunkten im Bahnhof. Das zeigt die untere Abbildung:
Im Bahnhofsystem bewegt sich das Licht von den Endpunkten zur Mitte und kommt nach 1 s gleichzeitig an. Das Licht des linken Blitzes eilt dem Schaffner nach über eine Strecke von 519255,52...km und hat mit c zum Schaffner eine Laufzeit von 1,7320 s. Die Uhr im Zug begann aber 0,57735 s nach dem Blitzeinschlag zu laufen, die Laufzeit minus 0,57735 s ergibt 1,1547 s. Das zeigt die Uhr des Schaffners, wenn das Licht von links bei ihm ankommt. Der rechte Blitz ist vom Schaffner 173085,25... km entfernt und hat bis zum Schaffner eine Laufzeit von 0,57735 s. Die Uhr hat aber 0,57735 vor dem Blitz zu laufen begonnen und zeigt daher bei Ankunft des Lichts 0,57735 + 0,57735 = 1,1547 s ! Das Licht der Blitze erreicht den Schaffner zur Zeit t'= 1,1547 s gleichzeitig! Das ist auch zu erwarten, denn im Zug gilt ebenso wie im Bahnhof das Postulat. Der Schaffner darf keine Möglichkeit haben, anhand der Ankunftszeiten der Lichtsignale auf seinen Bewegungszustand zu schließen! Das Licht eilt ihm zwar nach und kommt ihm entgegen, aber in beiden IS bewegt es sich mit c. Es läuft aber von den Endpunkten des Bahnhofsystems weg! Der Schaffner hat jedoch die Blitze vor der Weiterbewegung auch an den Endpunkten seines Zugsystems gesehen und muss als Anhänger der SRT davon ausgehen, dass sich das Licht in seinem System nun konstant zur Mitte bewegt. Er begutachtet seinen Detektor und dieser wird ihm das bestätigen!
Da das Postulat in beiden Systemen gilt, erwartet jeder Beobachter die Ankunft der Lichtsignale in der Mitte seines Systems nach 1 Sekunde, diese zeitdilatierte 1 Sekunde sind im Zugsystem 1,1547 s - wie man leicht nachrechnen kann. Beide Beobachter erhalten die Lichtsignale also nicht nur gleichzeitig, sondern erwartungsgemäß zu gleichen Zeiten, die sich nur durch die ZD unterscheiden! Aber nicht am gleichen Ort, die beiden Beobachter sind, wenn sie die Blitze wahrnehmen, 173085,25... km voneinander entfernt. Das entspricht im Bahnhofsystem kontrahiert 149896,229 km - und das ist auch die Strecke, mit der sich die beiden Systeme mit 0,5 c voneinander entfernt haben!
Das ist der Zweck der RdG - nicht, dass der Schaffner das Licht ungleichzeitig erhält, sondern damit er das Postulat auch in seinem Zug bestätigt findet, wenn er seinen Detektor abliest. Und der Detektor beim Wärter wird dasselbe zeigen!
Es ist durchaus richtig, dass für den Schaffner die Blitze ungleichzeitig einschlagen (die LT verschiebt die Zeitebene um 0,57735 s !), aber genau das ist der Grund, dass er letztlich die Lichtsignale der Blitze ebenso gleichzeitig empfängt wie der Wärter! Es darf sich nie etwas anderes ergeben, als das Postulat vorschreibt. Würden die Lichtsignale beim Schaffner ungleichzeitig ankommen, hätte er die Möglichkeit zu behaupten, das Licht habe c+/-v gehabt. Die RdG verhindert das!

q.e.d.!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Gluon » Mi 19. Jun 2013, 07:17

Harald Maurer hat geschrieben:Der Schaffner im Zug kann von der Mitte aus gar nicht die Messungen durchführen, die sich aus der Transformation der Werte aus dem Bahndammsystem ergeben. Dazu braucht er am vorderen und hinteren Ende des Zugs Uhren und zusätzlich einen Diener, der ihm den Ort des Ereignisses feststellt. Der Schaffner, der seine Zugmitte nicht verlässt, kann nur die Blitze dort wahrnehmen - und das ist etwas anderes, als die rein messtechnische Registrierung eines Ereignisses im Koordinatensystem des Zugs. Würde er Ort und Zeit des Ereignisses in seinem Zug tatsächlich mit dem´Gesichtssinn wahrnehmen und die beiden Blitze womöglich auch nicht gleichzeitig erhalten, dann hätten wir plötzlich 2 Ereignisse mit vier Blitzen. Und das kann's wohl nicht sein.


Naja, klar, wenn euch nur der Einschlag beider Blitze am Ort des Schaffners interessiert und nicht die Gleichzeitigkeit an den Detektoren vorne und hinten, dann ist die Situation eindeutig: Wenn der Fall im Zugsystem symmetrisch ist, sieht der Schaffner beide Blitze gleichzeitig ankommen. Unabhängig davon, in welchen Koordinatensystem und mit welcher Eichung man den Fall betrachtet. Wenn der Versuchsaufbau asymmetrisch ist, können die Blitze auch nacheinander beim Schaffner ankommen. Aber wo ist da das Paradoxon? Das ist doch ein Trivialer Fall mit einem einzelnen Detektor und einem einzelnen Ereignis.

Gruß,
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Harald Maurer » Mi 19. Jun 2013, 07:44

Highway hat geschrieben:Exakt! Und wer das nach deinen Ausführungen immer noch nicht verstanden hat muss mehr als zwei Windungen weniger im Kopf haben. Perfekt dargestellt!

Könnte der Schaffner in dem gegebenen Szenario nachweisen, dass er die Lichtimpulse der beiden im Bahnhof-System gleichzeitig einschlagenden Blitze ungleichzeitig empfängt, dann würde er damit nachweisen, dass der Sagnac-Effekt auch linear vorliegt. Damit wäre die SRT widerlegt, die den Sagnac-Effekt der Rotation eines Bezugssystems zuschreiben muss. Die RdG eliminiert daher die Bewegung des Schaffers relativ zum Licht. Schlägt der Blitz auf der positiven X-Koordinate des Bahnhofsystems ein, so ist die Uhr des Schaffners bereits gelaufen (-0,57735 s!) und beginnt die Uhr an der negativen Koordinate zu laufen, hat der Blitz schon vorher eingeschlagen (+0.57735 s). Hat der Schaffner in der Ausgangssituation seine Uhr bei x=x'=0, t=t'=0 mit der Uhr des Bahnhofsystem synchronisiert, und blickt er bei der Ankunft der Lichtimpulse auf seine Uhr, so steht diese auf 1,1547 s, das ist genau die Laufzeit, die das Licht in seinem System über die Strecke von 346170,51... mit c (!) gelaufen sein muss! Laut Postulat! Das ist der "Trick" der LT mit RdG: Sie verschiebt die Zeitebenen genau um jenen Betrag, um den der Schaffner klassisch die Signale ungleichzeitig erhalten müsste! Da kämen nämlich als Zeitdifferenz 0,5 s heraus, und das sind im Zugssystem 0,57735 s! Käme bei Einstein dasselbe heraus wie bei Newton, könnten wir ja sofort auf die SRT verzichten! Die SRT erklärt nicht die Resultate nach Newton, sondern bringt andere Resultate.

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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Gluon » Mi 19. Jun 2013, 08:09

Harald Maurer hat geschrieben:
Highway hat geschrieben:Exakt! Und wer das nach deinen Ausführungen immer noch nicht verstanden hat muss mehr als zwei Windungen weniger im Kopf haben. Perfekt dargestellt!

Könnte der Schaffner in dem gegebenen Szenario nachweisen, dass er die Lichtimpulse der beiden im Bahnhof-System gleichzeitig einschlagenden Blitze ungleichzeitig empfängt, dann würde er damit nachweisen, dass der Sagnac-Effekt auch linear vorliegt. Damit wäre die SRT widerlegt, die den Sagnac-Effekt der Rotation eines Bezugssystems zuschreiben muss.


Huch? Natürlich kann der Schaffner das nachweisen. Wenn die Blitze im Bahnhofsystem gleichzeitig einschlagen, kommt das Signal von der Spitze des Zuges früher bei ihm an, als das vom Ende des Zuges. Unabhängig vom Koordinatensystem. Schlagen die Blitze im Zugsystem gleichzeitig ein, so kommen sie beim Schaffner gleichzeitig an. Auch unabhängig vom Koordinatensystem. Das sind die beiden unterschiedlichen Fälle, von denen Ernst schrieb.

Der Sagnac-Effekt hat tatsächlich etwas mit der Relativität der Gleichzeitigkeit zu tun. Das ist ein interessanter Punkt, den man mal etwas genauer betrachten könnte.
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Harald Maurer » Mi 19. Jun 2013, 08:20

Highway hat geschrieben:Paradox ist daran, das behauptet wird, dass bewegte Uhren langsamer gehen, aber wenn man nachrechnet stellt man fest, dass bewegte Uhren schneller gehen. Ähnlich ist es mit der Länge.

Da liegt noch ein Missverständnis vor. Bewegte Uhren, also in einem bewegten IS befindliche Uhren gehen für ein dazu relativ ruhendes IS langsamer (sie gehen nur für den ruhenden Beobachter langsamer). Beträgt die Dauer eines Ereignisses im Bahnhofsystem 10 Sekunden und transformiert man ins Ruhesystem des Zugs, dann ist für das Zugsystem das Bahnhofsystem das bewegte System. Daher müssen diese 10 Sekunden für das Ruhesystem Zug das Resultat langsamer laufender Uhren sein. Im Ruhesystem des Zugsystems sind das daher nicht zeitdilatierte 11,547 s (bei 0,5 c). Für die Längenkontraktion gilt dasselbe - auch da sind die Werte im Bahnhof aus der Sicht des Zuges kontrahierte Werte. Und sie sind im Zugsystem daher größer!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Harald Maurer » Mi 19. Jun 2013, 08:53

Gluon hat geschrieben:Huch? Natürlich kann der Schaffner das nachweisen. Wenn die Blitze im Bahnhofsystem gleichzeitig einschlagen, kommt das Signal von der Spitze des Zuges früher bei ihm an, als das vom Ende des Zuges. Unabhängig vom Koordinatensystem. Schlagen die Blitze im Zugsystem gleichzeitig ein, so kommen sie beim Schaffner gleichzeitig an. Auch unabhängig vom Koordinatensystem. Das sind die beiden unterschiedlichen Fälle, von denen Ernst schrieb.

Das ist die Ausgangssituation:
Bild
Laut Postulat bewegt sich in der Folge in jedem der Systeme das Licht mit c! Da in dieser Situation jedes der Systeme als das gewählt werden kann, in welchem die Gleichzeitigkeit gelten soll, ergibt sich das Paradoxon, dass das Ergebnis von dieser Wahl abhängt. Detektoren als Beobachter in den Systemen können von dieser Wahl nichts wissen. Gleichzeitig zwei unterschiedliche Resultate können sie aber auch nicht zeigen. Müssen sie lt. Postulat auch nicht, weil sie dem Postulat entsprechend in jedem System die Lichtimpulse gleichzeitig empfangen. Damit das auch funktioniert, ergibt die LT mit der RdG ungleichzeitige Blitzeinschläge, die genau die Bewegung des bewegten Beobachters gegen das Licht eliminieren.
Die Ausgangssituation ist noch unentschieden. Man kann behaupten, die Blitze schlagen im IS gleichzeitig ein, man kann aber auch behaupten sie schlagen in S' gleichzeitig ein. Das würde je nach Wahl des IS ein anderes Ergebnis bei den Detektoren in den Systemmittelpunkten erbringen. Und das wäre dann ein Paradoxon! Würde sich das Resultat von Newton nicht unterscheiden, das doch aufgrund von c+/-v im bewegten System zustande kommt, wäre die SRT bedeutungslos. c+/-v gibt es aber in der SRT nicht! Daher muss aus der gegebenen Anfangssituation lt. Postulat dasselbe Resultat in beiden Systemen herauskommen! Und genau das ergibt sich mit den verschobenen Zeitebenen in den Systemen. Sie schieben in dem Vorgang den Newton wieder hinaus! Man kann ja nicht erstmal das klassische Resultat annehmen und dann dieses in's andere System transformieren. Das wäre dann Newton in beiden Systemen. Die SRT will aber Maxwell in beiden Systemen haben!

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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Gluon » Mi 19. Jun 2013, 09:56

Hallo Harald,

die Ausgangssituation ist unvollständig definiert. Es ist aus dem Bild ersichtlich, dass es zwei Ereignisse gibt:
1) Ein Blitz schlägt am Punkt B=B' ein.
2) Ein Blitz schlägt am Punkt A=A' ein

Außerdem gibt es einen Punkt O=O' genau zwischen diesen Punkten.

Was die Zeichnung offen lässt, ist welchen Raumzeitlichen Bezug die Ereignisse 1) und 2) zueinander haben. Wenn der Fall statisch ist, A=A', B=B' und O=O' also zu jeder Zeit gilt, ist es trivial: Es gibt zwei Möglichkeiten:
a) Die Blitze schlagen gleichzeitig ein und das wird zugleich bei O=O' beobachtet.
b) Die Blitze schlagen nicht gleichzeitig ein und sie werden nacheinander bei O=O' registriert.

Wenn sich die Punkte O und O' in dem hier dargestellten Koordinatensystem bewegen (also O(t=0)=O'(t=0)=O(0) aber O(0)!=O(t)!=O'(t)!=O(0) für t!=0), dann befinden sich O und O' zu der Zeit, wo sie die Blitzeinschläge beobachten, nicht mehr am selben Punkt und auch nicht mehr in der Mitte zwischen den Punkten A und B. Dann gibt es vier Fälle zu unterscheiden:
i) Die Blitze schlagen in dem hier abgebildeten Koordinatensystem gleichzeitig ein, kommen gleichzeitig in der Mitte an, an der sich O und O' aber nicht befinden und kommen sowohl bei O als auch bei O' ungleichzeitig an.
ii) Die Blitze schlagen genau so ungleichzeitig ein, dass sie O gleichzeitig erreichen, O' und die Mitte aber nicht.
iii) Die Blitze schlagen genau so ungleichzeitig ein, dass sie O' gleichzeitig erreichen, O und die Mitte aber nicht.
iv) Die Blitze schlagen so ungleichzeitig ein, dass sie weder O noch O' noch die Mitte gleichzeitig erreichen.

Jeder dieser Fälle ist ein anderer Fall und kann in das Ruhesystem von O oder O' transformiert werden, ohne dass dabei ein Paradoxon auftritt.

Es gibt eine goldene Regel in der Didaktik der Relativitätstheorie: Male nie einen Schnappschuss einer bewegten Situation an die Tafel. Bewegungen sind ein elementarer Bestandteil der Relativitätstheorie. Ohne Bewegung gibt es nichts zu berechnen.

Gruß,
Gluon

P.S. Nach üblicher Definition von Gleichzeitigkeit in der Relativitätstheorie beschreibt i) Gleichzeitigkeit im dargestellten Ruhesystem, ii) Gleichzeitigkeit im Ruhesystem von O und iii) Gleichzeitigkeit im Ruhesystem von O'.
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Ernst » Mi 19. Jun 2013, 10:12

Bild

Ich wundere mich, wie hier einige die Prinzipien der SRT negieren und damit bzgl. der Ungleichzeitigkeit beim Schaffner zu falschen Schlüssen kommen.

Das obige Bild gibt die Situation wohl am besten wider.

Die Tatsache,daß oben und unten unterschiedliche Strecken durchlaufen werden, ist unmittelbar zu erkennen und daß dann bei gleichem c sich unterschiedliche Laufzeiten oben und unten ergeben, ist dann auch klar.

Die mißverständliche Auffassung, daß Uhren im oberen Ruhesystem die dargestellten unterschiedlichen Zeiten gleichzeitig anzeigen, hatte ich auch schon als falsch beschrieben. Vielmehr bedeutet z.B. 0c unten und 0,75µs oben, daß bei einem Ereignis unten t=0s bei x=-300 alle Uhren im oberen Ruhesystem 0,75µs anzeigen.

Und schließlich ergibt sich aus der RdG, daß es ganz unmöglich ist, daß zwei oben gleichzeitige Ereignisse (Blitzeinschläge am Bahndamm) auch unten gleichzeitig sind. Oder auch umgekehrt.

Damit und den äquidistanten Strecken von den Zugenden zur Mitte ergibt sich zwangsläufig, daß die Blitze beim Schaffner ungleichzeitig ankommen.
Das wäre ja auch schon klassisch so und Harald meinte ja, die SRT sei eine "modifizierte" Klassik.

Wenn man also das ganze eng im Gerüst der SRT behandelt, kann man zu gar keinem anderen Schluß kommen. Da helfen auch keine Spitzfindigkeiten, welche das Ganze symmetrieren wollen.

Es mag alles ganz anders sein, aber dann gelten weder SRT noch Äther noch Emission.
.
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon Harald Maurer » Mi 19. Jun 2013, 10:27

Gluon hat geschrieben:a) Die Blitze schlagen gleichzeitig ein und das wird zugleich bei O=O' beobachtet.

Davon ist die ganze Zeit die Rede!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Symmetrisches RdG Beispiel basierend auf Einsteins Zugb.

Beitragvon julian apostata » Mi 19. Jun 2013, 10:33

Harald Maurer hat geschrieben:Man kann behaupten, die Blitze schlagen im IS gleichzeitig ein, man kann aber auch behaupten sie schlagen in S' gleichzeitig ein.


Nein

Kannst du das auch anhand meiner Grafik und der Animation von Lübecker belegen?

http://www.mahag.com/neufor/viewtopic.php?f=6&t=551&p=56235#p56235

julian apostata hat geschrieben:
Schaun’mer uns doch mal die Animation von Lübecker zum Thema an. Sie beruht auf der Vorlage von Siegfried Petry.

….

Hier sehen wir die Animation aus Sicht des Bahndamms. Ein gleichzeitiger Blitzeinschlag sowohl an Zugenden als auch an Bahndamm-enden scheint auf den ersten Blick möglich, weil beide Gebilde anscheinend gleiche Länge haben (bei mir Bild 1 und 2)

….

Jetzt ändern wir die Perspektive und begeben wir uns in den Zug. Aufgrund der Längenkontraktion hat der Bahndamm jetzt aber scheinbar nur mehr 64% der Länge des Zuges.

E2: Zuerst stehen sich rechtes Zugende und rechtes Bahndammende gegenüber. Zuerst schlägt dort im Zug der Blitz ein

E1: Dann erst (3us später) schlägt der Blitz im linken Zugende ein, wenn dieses dem linken Bahndammende gegenüber liegt.

(Bei mir Bild 3 bis 5)
julian apostata
 
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