Lübecker zitiert aus Wiki folgendes:
"Ein Zug und ein Bahnhof sollen zueinander eine Relativgeschwindigkeit von v = 0,6 c besitzen. Dabei wird im Zug mittig zwischen zwei Uhren A1 und A2 ein Lichtblitz ausgelöst, wobei bei Ankunft der Lichtblitze die jeweilige Uhr zu laufen beginnt. Da ein Beobachter im Ruhesystem des Zuges (d. h. dem Inertialsystem, in dem der Zug ruht) aufgrund der Relativitätstheorie annimmt, dass die Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen gleich ist, werden seiner Meinung nach A1 und A2 von den Lichtblitzen gleichzeitig erreicht und synchron zu laufen beginnen.
Vom Standpunkt eines Beobachters im Ruhesystem des Bahnhofes sieht die Reihenfolge der Ereignisse aber anders aus. Um den Zeitpunkt der Ankunft der Lichtblitze bei A1 und A2 genau bestimmen zu können, hat er mit Lichtsignalen synchronisierte und mit Sensoren ausgestattete Uhren auf den Gleisen befestigt.
Für diesen Beobachter ist nun die Lichtgeschwindigkeit ebenfalls konstant in alle Richtungen, und der Zug bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit nach rechts"
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Zu unserem in diesem Thread ausreichend abgeackerten Szenario besteht in obigem Szenario ein Unterschied. Da werden die Blitze nicht gleichzeitig an den Endpunkten ausgelöst,
sondern in der Mitte des Zugs! Das ist die richtige, mit der SRT konforme Schilderung der RdG, die an den Endpunkten des IS (hier des Zugs) auftritt (weil diese Endpunkte räumlichen Abstand zueinander haben). Genau an diesen Endpunkten tritt ja auch in unserem Beispiel, in welchem die Blitze an den Endpunkten ausgelöst werden, die Ungleichzeitigkeit auf. Aber in beiden Szenarien niemals in der Mitte des Zugs, wo die Ereignisse (entweder das gleichzeitige Zusammentreffen von Lichtstrahlen oder das Ausstrahlen von Licht) praktisch
ein Ereignis bilden. Da kann nichts ungleichzeitig werden!
An der an den Endpunkten oder irgendwelchen anderen,
räumlich voneinander entfernten Ereignissen auftretenden RdG ist die invariante, konstante Ausbreitung des Lichts schuld, die so von Einstein postuliert ist. Genau aus dem gleichen Postulat heraus nehmen in unserem Beispiel Schaffner und Außenbeobachter die Blitze gleichzeitig wahr. Versucht man, die RdG in der Mitte des Zugs darzustellen, dann geht das schief, denn genau da findet die RdG nicht statt, aber an den Enden des Zugs - wie dies nun sowohl in unserem als auch im oben zitierten Beispiel der Fall ist!
Die Probleme, die dadurch bei der Synchronisation von Uhren auftreten, sind im zitierten Szenario auch gleich angedeutet. Mehr muss man dazu nicht sagen, man muss lediglich darauf achten,
wo in einem Szenario die RdG erwartet wird. Es können stets nur zwei Ereignisse sein, die voneinander räumlich getrennt sind, aber niemals an einem Punkt zusammenfallen. Und daher sind die Beispiele Bührks (abgeschrieben von Einstein) solange ohne Aussage, solange nicht auch das zweite beteiligte IS beschrieben wird - und da ergibt sich nach SRT die Relativität der Gleichzeitigkeit auch nur an den Endpunkten. Daher sind diese Beispiele unglücklich gewählt. Man muss den Spieß umkehren, und die Signale von der Mitte aus zu den Endpunkten laufen lassen, dann wird die Darstellung der RdG eindeutig und richtig.
Also nochmal: gleichzeitige Ereignisse, die räumlich voneinander nicht getrennt sind , bleiben in jedem IS gleichzeitig. Aber Ereignisse, die in einem IS
an unterschiedlichen Orten gleichzeitig stattfinden, sind in einem relativ dazu bewegten IS nicht gleichzeitig. Das ist die RdG der SRT! Da läuft alles so ab, dass die Lichtgeschwindigkeit in jedem IS konstant auftritt, unabhängig von Ruhe und Bewegung - die LG ist daher
invariant.
Jedenfalls ist das die Basis der SRT. Das führt zu den schon angesprochenen relativen Uhrensynchronisationen und in weiterer Folge zu den bekannten Effekten. Und freilich auch zu absurden Situationen, von welchen wir Kritiker sagen, dass sie absurd sind und die Relativisten versichern, dass diese nicht absurd sind, aber wir Kritiker seien bloß Cranks, welche die SRT nicht "verstehen".
Wer sich einbildet, die SRT zu "verstehen", verfällt in der Regel dem Größenwahn und eignet sich nicht mehr für Diskussionen über die SRT, sondern wird durch Blindgläubigkeit unbeweglich in seiner Denkweise. Das ist die "Relativistische Gehirnlähmung", eine Krankheit, gegen die noch kein Kraut gewachsen ist...
Grüße
Harald Maurer