Ich habe erst vor nicht langer Zeit einen ernsthafteren Versuch gestartet, die SRT zu verstehen. Nachdem ich zuerst vergeblich versucht hatte, anhand einer einführenden Beschreibung ein Verständnis zu erlagen, hatte ich mir selber ein sehr einfaches Gedankenexperiment ausgedacht und bin zu meiner Überraschung sehr schnell zu der Überzeugung gekommen, dass eine Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, wie sie die Relativitätstheorie annimmt, völlig ausgeschlossen werden kann. Es schien mir, dass die Relativitätstheorie überraschend leicht widerlegt werden könne.
Ich habe danach noch versucht herauszufinden, wie die Relativisten den von mir entdeckten Widerspruch erklären würden und habe mich dann schnell darangemacht, Einstein: „Zur Elektrodynamik bewegter Körper" durchzulesen und hatte verhältnismäßig schnell (nachdem mir beim ersten Durchlesen nichts aufgefallen war) eine überaus erstaunliche Endeckung gemacht. Im Kinematischen Teil, §2, Punkt 2 schien mir der Satz widersinnig:
„ Jeder Lichtstrahl bewegt sich im ,,ruhenden“ Koordinatensystem mit der bestimmten Geschwindigkeit V , unabhängig davon, ob dieser Lichtstrahl von einem ruhenden oder bewegten Körper emittiert ist.“
In einem [url=http://de.wikibooks.org/wiki/A._Einstein:_Kommentare_und_Erläuterungen:_Zur_Elektrodynamik_bewegter_Körper:_Kinematischer_Teil:_§2]Kommentar[/url]zu dieser Stelle fand ich meinen Verdacht bestätigt:
„ …. dass die Lichtgeschwindigkeit von einer Bewegung des emittierenden Körpers relativ zum "ruhenden" Koordinatensystem unabhängig ist. Offenbar wollte Einstein seine Theorie nicht nur von der Vorstellung des Äthers frei halten sondern auch von einer Vorstellung, die damals unter dem Eindruck des Michelsonversuchs durchaus bedenkenswert schien: das Licht hat stets die Geschwindigkeit V, gemessen gegen den letzten Berührungspunkt des Lichtes mit Materie, sei es die Lichtquelle, seien es die Spiegel des Versuchs. Diese Vorstellung wäre zwar mit dem negativen Ergebnis des Michelsonversuchs im Einklang, aber nicht mit zahlreichen anderen Versuchen.“
Also nach Einstein: Die Lichtgeschwindigkeit ist keine Geschwindigkeit relativ zur emittierenden Lichtquelle, sondern bezieht sich auf das Koordinatensystem.
Es ist in diesem Zusammenhang folgendes zu bedenken:
Die Lichtquelle ist verantwortlich für alle Eigenschaften des ausgesandten Lichts; Richtung, Intensität, Dauer, Wellenlänge etc. werden von der Lichtquelle festgelegt. Dies muss selbstverständlich auch für die Geschwindigkeit der Lichtfortpflanzung gelten. Es ist auch zu bedenken, dass kein Äther oder etwas Vergleichbares als Medium für die Fortpflanzung angenommen ist, der die Geschwindigkeit nachträglich modifizieren könnte.
Die beiden Auffassungen zur Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gegenübergestellt:
a) Die Auffassung „Lichtgeschwindigkeit ist relativ zur Lichtquelle konstant“ (im Kommentartext oben rot hervorgehoben):
Wenn man davon ausgeht, dass sich das Licht mit der konstanten Geschwindigkeit V von der Lichtquelle fortbewegt und zusätzlich annimmt, dass die Lichtquelle in Bezug auf ein angenommenes Koordinatensystem sich in Bewegung befindet, ergibt sich eine relative Geschwindigkeit der Lichtfortpflanzung in Bezug auf das Koordinatensystem, die ungleich V ist.
b) Die Auffassung „Lichtgeschwindigkeit ist relativ zum Koordinatensystem konstant“ (die Auffassung Einsteins):
Wenn man davon ausgeht, dass sich das Licht mit der konstanten Geschwindigkeit V in Bezug auf das Koordinatensystem bewegt (wie in 2. behauptet) und zusätzlich annimmt, dass die Lichtquelle in Bezug auf das angenommene Koordinatensystem sich in Bewegung befindet, ergibt sich eine relative Geschwindigkeit der Lichtfortpflanzung in Bezug auf die Lichtquelle, die ungleich V ist.
Die zweite Annahme ist natürlich völlig absurd. Woher soll die Lichtquelle erfahren, mit welcher Geschwindigkeit, sie das Licht aussenden soll? Auch steht ihr kein Mechanismus zur Verfügung, der es ihr erlaubt, eine bestimmte Geschwindigkeit der Fortpflanzung „einzustellen“.
Um diesen Konflikt aufzulösen, hat z.B. der Autor in Die konstante Lichtgeschwindigkeit folgende Erklärung:
„Meine Geschwindigkeitssubtraktion geht stillschweigend davon aus, dass die Längen- und Zeitmessungen des hinterherfliegenden Raumschiffs dieselben sind wie meine eigenen. Im letzten Abschnitt haben wir dagegen gesehen, dass dies nicht der Fall ist. Die Längenmaßstäbe des Raumschiffs scheinen mir beispielsweise kürzer als meine eigenen, und seine Uhren langsamer.“
Schein und Wirklichkeit stimmen allerdings nicht immer überein. Ein Gegenstand, der sich vom Beobachter entfernt, scheint immer kleiner zu werden (mit zunehmender Entfernung – wenn man eine Winkelmessung für die Größenbestimmung verwendet) Selbstverständlich wird er tatsächlich nicht kleiner.
Ähnliches gilt auch für eine Längenbestimmung, wenn man dafür eine Zeitmessung durchführt. Auch hier erscheint eine Gegenstand kürzer; tatsächlich hat sich seine Länge nicht verändert. Warum auch sollte sich ein Gegenstand bei einer gleichförmigen Bewegung verkürzen, bei der ja keine Kräfte auf ihn einwirken?
Selbstverständlich können nur tatsächliche Effekte eine Wirkung auf eine physikalisches System ausüben. Scheinbare Längen- und Zeitveränderungen können ein System nicht so verändern, dass es nicht mehr möglich sein soll, Geschwindigkeiten zu addieren oder subtrahieren.
Folglich: Die Relativitätstheorie ist ABSURD.
Es stellt sich jetzt nur noch die Frage, warum sich Einstein für die unplausiblere Variante entschieden hat.
Kommentar:
„Diese Vorstellung wäre zwar mit dem negativen Ergebnis des Michelsonversuchs im Einklang, aber nicht mit zahlreichen anderen Versuchen.“
Wusste Einstein von so einem Versuch? - Wenn ja, warum hat er ihn nicht erwähnt? - Ist es nicht üblich in der Wissenschaft, Gründe dafür abzugeben, wie oder warum man zu bestimmten Auffassungen gelangt ist? - Ich vermute, er hat keinen Versuch gekannt, der seine Auffassung hätte belegen können!
Es kann auch keinen Zweifel geben, dass auch Einstein ähnliche Überlegungen angestellt hat, wie ich sie oben angestellt habe (und zu den gleichen Ergebnissen gekommen ist). Und dennoch .....?
War es Willkür, Mutwilligkeit - oder gar das Gegenteil von diesen - Kalkül?
