Herr ©hief hat geschrieben:Ralf Maeder hat geschrieben:...
Deshalb verstehe ich auch nicht, warum das hier ein Thema ist. Oder besser gesagt, es interessiert mich nicht, ob Einstein Jude war oder nicht, oder ob unter den RT Kritikern oder Vertretern Antisemisten sind oder waren. Fuer meinen Geschmack sind das Dinge, die von beiden Seiten nicht als Argumente benutzt werden sollten, um dem Anderen eins auszuwischen, denn sie sollen nur vom eigentlich wichtigen ablenken: ist die Physik auf dem richtigen Weg?
...
Selbstverständlich geht es nur darum ob die Physik auf dem richtigen Weg ist. Das Thema vom angeblichen Antisemitismus wird von der "Verteidigerseite" immer wieder aktualisiert um die Kritik zu diskreditieren. Diese Methode wird von fast allen selbsternannten Verteidigern der "richtigen Physik" angewandt (J. Renn, J. Stachel, M. Wazek, J. Schulz, Galileo2609 usw.). Der erste, der durch die "Politisierung der Physik" profitieren wollte war Einstein selbst.
http://www.mahag.com/neufor/viewtopic.php?p=6167&sid=10c262ffd6441823a033857153c47666#p6167
Der Link im obigen Zitat verweist auf:
Herr ©hief hat geschrieben:Die Reaktion Einsteins auf die (berechtigte) wissenschaftliche Kritik kam erst 1920. Zur allgemeinen Überraschung, Einstein veröffentlichte seine ungewöhnliche "Antwort" in der "normalen" Boulevardpresse (um ein breiteres Publikum zu erreichen), wobei keine physikalischen Gegenargumente präsentiert werden konnten. Mir ist überhaupt nicht klar warum Einstein zu diesem Zeitpunkt (1920) solche Beleidigungen und Unterstellungen gegen fast alle Kritiker "seiner" Theorie richtete. Mir ist auch nicht klar warum die Theorie von z.B. Max Abraham, der ebenfalls gleicher "Nationalität" ("von freiheitlicher, internationaler Gesinnung") wie Einstein war, nicht aus demselben Grund kritisiert wurde, wenn die meisten (nicht nur) deutschen Physiker schon 1920 solche Antisemiten wären, dass sie eine (beliebige) Theorie nur wegen der "Nationalität" des Urhebers für falsch halten würden.
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http://www.olaf-eitner.de/EIGENES/POTSDAM/EINSTEIN/artikel1.htm
Ich bin mir sehr wohl des Umstandes bewußt, daß die beiden Sprecher einer Antwort aus meiner Feder unwürdig sind; denn ich habe guten Grund zu glauben, daß andere Motive als das Streben nach Wahrheit diesem Unternehmen zugrunde liegen. (Wäre ich Deutschnationaler mit oder ohne Hakenkreuz statt Jude von freiheitlicher, internationaler Gesinnung so ...) Ich antworte nur deshalb, weil dies von wohlwollender Seite wiederholt gewünscht worden ist, damit meine Auffassung bekannt werde.
...Ich bewundere Lenard als Meister der Experimentalphysik; in der theoretischen Physik aber hat er noch nichts geleistet, ...
Es wird mir vorgeworfen, daß ich für die Relativitätstheorie eine geschmacklose Reklame betreibe. Ich kann wohl sagen, daß ich zeitlebens ein Freund des wohlerwogenen, nüchternen Wortes und der knappen Darstellung gewesen bin...
Herr ©hief hat damit die widerlichste Verfälschung der historischen Tatsachen abgeliefert, die ich seit langem zu lesen bekam.
Die Stellungnahme Einsteins war eine Reaktion auf die Agitation von Paul Weyland über den Wikipedia schreibt:
Wikipedia über Paul Weyland hat geschrieben:Paul Weyland (* 20. Januar 1888 in Berlin; † 6. Dezember 1972 in Bad Pyrmont) war ein Hochstapler, Antisemit und nationalistischer Agitator. Der breiten Öffentlichkeit war er vor allem als Organisator einer Anti-Einstein-Kampagne in Berlin im Jahre 1920 bekannt.
und
Wikipedia über Paul Weyland hat geschrieben:1920 kündigte Weyland im Namen einer „Arbeitsgemeinschaft deutscher Naturforscher zur Erhaltung reiner Wissenschaft e. V.“ 20 Vorträge gegen die Relativitätstheorie an. In Zeitungsartikeln bot er für hohe Summen (10.000 bis 15.000 Reichsmark) für Wissenschaftler, die auf seinen Veranstaltungen öffentlich gegen Einstein Reden hielten. Er setzte die Namen mehrerer bekannter Professoren auf sein Programm, von denen er wusste oder vermutete, dass sie zu den Kritikern der Relativitätstheorie gehörten. Nur zwei von Weyland inszenierte Veranstaltungen[3] gegen die Relativitätstheorie haben tatsächlich stattgefunden: In Anwesenheit Einsteins sprachen Weyland und der Experimental-Physiker Ernst Gehrcke am 24. August 1920 in der Berliner Philharmonie. Themen waren: „Betrachtungen über Einsteins Relativitätstheorie und die Art ihrer Einführung“. Gehrcke sprach über „Die Relativitätstheorie, eine wissenschaftliche Massensuggestion“. Auf der zweiten Veranstaltung am 2. September 1920 sprach der Berliner Ingenieur Ludwig Glaser über „Versuche zum Beweise der Relativitätstheorie“. Einstein antwortete auf die Angriffe im Berliner Tagblatt am 27.August 1920 seinerseits in scharfem Ton, wobei er sich von deutschen Nationalisten (mit oder ohne Hakenkreuz) abgrenzte als Jude mit internationalen, liberalen Ansichten.
Von mir hervorgehoben: …wobei er sich von deutschen Nationalisten (mit oder ohne Hakenkreuz) abgrenzte als Jude mit internationalen, liberalen Ansichten.,
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… VON DEUTSCHEN NATIONALISTEN (MIT ODER OHNE HAKENKREUZ) ABGRENZTE …, also mit genau jenem Zitat, dass ©hief als "Beweis" (noch dazu falsch zitiert) für seine unsägliche Behauptung
Herr ©hief hat geschrieben:Der erste, der durch die "Politisierung der Physik" profitieren wollte war Einstein selbst.
anführt.
Nicht nur, dass Herr ©hief die antisemitsche Agitation von Paul Weyland, der mit Müh und Not das Abitur geschafft hat, als "(berechtigte) Kritk" bezeichnet, unterstellt er Einstein, dass er von einer von ihm gesteuerten "Politisierung der Physik" profitieren wollte. Ganz im Gegenteil, fand die Politisierung auf der Seite der antisemitschen Agitatoren statt und nicht auf der Seite der "Verteidiger der Relativitätstheorie". Die hinterhältigste Beschuldigung von Herrn ©hief ist nun, dass er aufrechten ehrlichen Menschen unterstellt, mit einer von ihm arglistig unterschobenen Antisemitismuskeule zu arbeiten, die aber nachgewiesen nicht von diesen Verteidigern der Relativitätstheorie, sondern von "Kritikern", wie ihm und den Parteigängern aus seiner Bewegung gegen Einstein geschwungen wird. Und das schon seit 1907. Die billigste Art der Agitation und Manipulation war immer schon, dem Gegner die eigenen miesen (mios wito, sumpfiger Wald) Praktiken zu unterstellen. Denn da wissen ©hief und seine Bewegung bestens Bescheid.
Damit macht Herr ©hief deutlich, dass:
- es nicht die "Verteidiger" der Relativitätstheorie sind, welche den "angeblichen" Antisemitismus aktualisieren,
- sondern im Gegenteil, die sogenannten "Kritiker" (diese "Kritiker" sind sie tatsächliche keine Kritiker, denn schon Gotthard Barth hat betont, dass ein Kritiker Verständnis des zu kritisierenden Themas mitbringen muss) den Antisemitismus aktuell halten, um Aufmerksamkeit zu erregen oder/und aus Überzeugung.
