julian apostata hat geschrieben:Absolut kann dieser einfachen Frage nur immer konsequent ausweichen, es wird auch kein anderer “SRT-Kritiker” darauf eingehen können.
Licht erfährt beim Aufsteigen im Gravitationsfeld eine Rotverschiebung, weil die Photonen gegen die Gravitationskräfte ankämpfen müssen. Umgekehrt entsteht beim Fallen im Gravitationsfeld eine Blauverschiebung. Diese Gravitationsrotverschiebung wurde von Pound & Rebka mit der Genauigkeit von 1% nachgewiesen und errechnet sich einfach mit
Δλ/λ=gh/c² (g=Erdbeschleunigung, h= Fallhöhe).
Diese Effekte schließen eine konkrete Gangänderung von Uhren abhängig vom Gravitationspotenzial aus, weil man z.B. die abnehmende Frequenz von Licht nicht mit einer Uhr nachweisen könnte, die um denselben Faktor schneller läuft. Beide Effekte würden sich aufheben und können daher auch nicht beide zugleich existieren. Das Experiment von Pound & Rebka widerspricht deshalb den Ergebnissen des Hafele & Keating Experiments (das aus mehreren Gründen ohnehin nicht ernst genommen werden kann).
Diesem Widerspruch versuchen manche Autoren damit zu entgehen, dass sie die Rotverschiebung ausschließlich auf einen vom Gravitationspotenzial abhängigen Gang von Uhren zurückführen. Damit handeln sie sich allerdings sowohl eine Verletzung des Energieerhaltungssatzes als auch eine Verletzung des Äquivalenzprinzips ein und überdies gilt c=const nicht mehr (was in der ART auch nicht gefordert ist). Diese Interpretation beinhaltet nämlich eine Veränderung der Wellenlänge und der
Geschwindigkeit des Lichts bei gleich bleibender Frequenz. In der Einsteinschen Interpretation der Relativitätstheorien entstehen daher Widersprüche zwischen SRT und ART, die den Fachleuten nicht unbekannt sind, aber einfach negiert werden, weil zumindest die Formeln das richtige Ausmaß der Effekte wiedergeben. Allerdings ergibt sich durch die Tatsache, dass die GPS-Satellitenuhren tatsächlich schneller laufen, ein neuerlicher Widerspruch, weil sie das im Sinne der ART gar nicht tun dürften, denn sie befinden sich praktisch im freien Fall!
In der Lorentzschen Interpretation der RT gibt es da keine Probleme. Für die Uhren nach Lorentz gilt, dass sie in Gravitationsfeldern konkret langsamer laufen. Lichtwellen werden demnach von Anfang an mit geringerer Frequenz erzeugt und behalten diese beim Aufsteigen im Gravitationsfeld bei (die Lichtwellen erzeugenden Atome sind praktisch Uhren und schwingen langsamer). Da Gravitationsfelder wie optisch dichte Medien wirken, bleibt die Frequenz konstant mit dementsprechender Änderung von Wellenlänge und Geschwindigkeit. Das entspricht den Beobachtungen beim GPS.
Die Einsteinschen Relativitätstheorien stehen einander bei der Erklärung der Gravitationsrotverschiebung im Weg und es gibt eine Menge von Widersprüchen. Die Lorentzsche Variante ist deshalb hier vorzuziehen. Ronald R. Hatch (einer der Entwickler des GPS) hat mir dies bei einem Schriftwechsel zu dieser Frage auch bestätigt. Diese Lorentzsche Interpretation wurde überdies experimentell an der D1-Linie von Natrium mit der Genauigkeit von 5% nachgewiesen.
Die Relativitätstheorien sind jedenfalls keinesfalls so problemlos und widerspruchsfrei, wie sie uns von manchen Relativisten angepriesen werden. Für die vielen Paradoxien der RT gibt es unzählige unterschiedliche Lösungen (typischer Fall: Zwilllingsparadoxon) - wobei in der Wissenschaft der Grundsatz gilt, dass viele Lösungen keine Lösung sind!
Grüße
Harald Maurer