Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Harald Maurer » Do 23. Apr 2009, 17:10

Einstein schreibt:
Aber auch die Definition der räumlichen Koordinaten macht hier zunächst unüberwindliche Schwierigkeiten. Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1,


Trigemina hat uns zu Recht darauf hingewiesen, dass wir den Satz falsch lesen. Der mitbewegte Beobachter legt zwar den Maßstab an, beurteilt wird dieser aber vom Galileischen System, also vom Laborsystem aus!

Die Merkwürdigkeit, weshalb der Maßstab kontrahiert und die Scheibe nicht, wird dadurch aber nicht beseitigt.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Trigemina » Do 23. Apr 2009, 17:36

Harald hat geschrieben:
Einstein hat geschrieben:Aber auch die Definition der räumlichen Koordinaten macht hier zunächst unüberwindliche Schwierigkeiten. Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1,

Trigemina hat uns zu Recht darauf hingewiesen, dass wir den Satz falsch lesen. Der mitbewegte Beobachter legt zwar den Maßstab an, beurteilt wird dieser aber vom Galileischen System, also vom Laborsystem aus!


Danke Harald. Somit wäre der erste Punkt im Einstein-Zitat geklärt. Es gibt noch einen zweiten zu klärenden Punkt weiter unten:

Faber hat geschrieben:Laut diesem Zitat misst der bewegte Beobachter für den Umfang einen größeren Wert als im Fall einer nicht-rotierenden Scheibe. Das ist höchst eigenartig und merkwürdig und deswegen wurde ja bereits in Frage gestellt, ob Einstein das tatsächlich so gesagt hat.


Ich gebe zu dass dieser Text von Einstein in einer etwas scherfälligen und leicht zu missverstehenden Form geschrieben worden ist.

Einstein hat geschrieben:Misst der Beobachter also zuerst den Scheibenumfang, dann den Scheibendurchmesser mit seinem Maßstab und dividiert er hierauf diese beiden Messergebnisse...


Hier gibt Einstein dem Beobachter auf der rotierenden Scheibe die Massstäbe des Laborbeobachters die Hände. Er misst somit das Verhältnis von Umfang zum Durchmesser mit seinen, sprich den Masstäben des Laborbeobachters. Damit ergibt sich natürlich ein grösseres Verhältnis als Pi. Im Laborsystem wird selbstverständlich mit den Labormassstäben ein geringeres Verhältnis als Pi gemessen.

Faber hat geschrieben:Als Ereignis wird also ein jeder 4-dimensionale Punkt in der 4-dimensionalen Minkowski-Raumzeit bezeichnet. Ob da nun eine Bombe explodiert, eine Tür sich öffnet, oder aber einfach nur ein Punkt eines Rades die raumzeitliche Position okkupiert (oder auch nicht einmal solches).


Nun gut, betrachten wir einen Raumzeitpunkt im Ruhesystem der rotierenden Scheibe und nennen ihn ’Ereignis’ zu einer bestimmten Eigenzeit und einem bestimmten Radialabstand. Eine Transformation ins Laborsystem bringt einen gleichbleibenden Radialabstand und eine kleinere Umfangslinie in einer geringeren Zeit hervor. Es ist schlicht nichts anderes als das was ich gerechnet habe. Es wäre gut sich von der Vorstellung zu lösen, dass veränderliche Metriken zwingend in eine einheitliche Metrik überführt werden müssen, um mit der SRT Einsteins konform zu gehen.

Gruss
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 23. Apr 2009, 18:04

Kondensat74 hat geschrieben:
die frage die sich aus chiefs behauptung ergab war, ob eine festplatte durch relativistische effekte unbrauchbar wird. antwort:
die relativistischen effekte sind zu klein, als das es der lesekopf einer HD bemerken würde. punkt, aus....


Die Effekte sind "zu klein", weil die Geschwindigkeit der Platte auch zu klein ist, das hängt zusammen. Deshalb bemerkt man rein gar nichts in der Physik von den ominösen relativistischen Effekten, weder experimentell noch in der Technologie, sie sind auf der ganzen Linie völlig irrelevant, ganz abgesehen davon, natürlich, dass sie überhaupt nicht existieren (siehe Dr. Markus Pössel: Die materielle Länge von bewegten Objekten verändert sich nicht). Punkt, aus. :P

Man kann also die SRT ad acta legen. Punkt, aus. Das wollte sowieso Einstein selbst tun, als er merkte, dass die Chose weder Hand und Fuß hatte (siehe weiter oben die Beiträge von Faber und Harald im Zusammenhang mit dem Ehrenfest-Paradoxon), verstanden hat er sie sowieso auch nicht mehr, sie hingt ihm nach eigenen Worten zum Halse heraus, und mit der Mathematik war es wohl auch nicht so gut mit ihm bestellt: "Seit die Mathematiker über die Relativitätstheorie hergefallen sind, verstehe ich sie selbst nicht mehr". Wir sind also hier in sehr guter Gesellschaft, eine bessere gibt's nicht, wenn wir die SRT nicht verstehen und wenn sie uns zum Halse heraushingt, oder? :P

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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Sebastian Hauk » Do 23. Apr 2009, 18:10

Hallo,

wobei es die Mathematik der SRT schon vollständig vor der SRT gab. Auch die RdG gab es bereits 1902 von Poincare.

Gruß

Sebastian
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon contravariant » Do 23. Apr 2009, 18:12

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo,

wobei es die Mathematik der SRT schon vollständig vor der SRT gab. Auch die RdG gab es bereits 1902 von Poincare.

Was auch nicht verwunderlich ist, er keine "spezielle Mathematik" der Relativitätstheorie gibt. Die SRT bedient sich der gleichen Mathematik wie die klassische Mechanik.
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Sebastian Hauk » Do 23. Apr 2009, 18:20

Hallo,

ich meinte damit natürlich alle Formeln und alle Berechnungen der SRT. Das gab es alles schon vor Einstein.

Etwas neues kam dann durch Minkowski:

Um 1907 erkannte Minkowski, dass die Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz (1904) und Albert Einstein (1905) zur Relativitätstheorie in einem nicht-euklidischen Raum verstanden werden können. Er vermutete, dass Raum und Zeit in einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum miteinander verbunden sind und verfasste Abhandlungen über eine vierdimensionale Elektrodynamik. Minkowski hielt darüber 1908 den Aufsehen erregenden Vortrag Raum und Zeit auf der Versammlung der Deutschen Gesellschaft der Naturforscher und Ärzte. Seine Ideen zum Raum-Zeit-Kontinuum verwendete Einstein (der zu Beginn dem vierdimensionalen Ansatz von Minkowksi ablehnend gegenüberstand) später in seiner allgemeinen Relativitätstheorie


http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Minkowski

Gruß

Sebastian
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 23. Apr 2009, 18:24

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo,

wobei es die Mathematik der SRT schon vollständig vor der SRT gab. Auch die RdG gab es bereits 1902 von Poincare.



Na ja, ich wüsste nicht, dass in der Mathematik die Addition von verschiedenen Größen eine konstante Größe liefern kann, wie es der Fall ist bei der "relativistischen Geschwindigkeitsaddition"... :?

Und auch wenn Prof. Harald Lesch uns im Fernseh versichert, dass 1 + 1 = 1, tut mir Leid, solche Mathematik gibt's für mich definitiv nicht: Prof. Harald Lesch lehrt uns Mathematik: 1 + 1 = 1. Vielleicht hat sich Einstein auch doch daran gestört, wer weiß?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon contravariant » Do 23. Apr 2009, 18:46

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo,

ich meinte damit natürlich alle Formeln und alle Berechnungen der SRT. Das gab es alles schon vor Einstein.

Etwas neues kam dann durch Minkowski:

Um 1907 erkannte Minkowski, dass die Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz (1904) und Albert Einstein (1905) zur Relativitätstheorie in einem nicht-euklidischen Raum verstanden werden können. Er vermutete, dass Raum und Zeit in einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum miteinander verbunden sind und verfasste Abhandlungen über eine vierdimensionale Elektrodynamik. Minkowski hielt darüber 1908 den Aufsehen erregenden Vortrag Raum und Zeit auf der Versammlung der Deutschen Gesellschaft der Naturforscher und Ärzte. Seine Ideen zum Raum-Zeit-Kontinuum verwendete Einstein (der zu Beginn dem vierdimensionalen Ansatz von Minkowksi ablehnend gegenüberstand) später in seiner allgemeinen Relativitätstheorie


http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Minkowski

Gruß

Sebastian

Die Anwendung von nicht-euklidischer Geometrie in der Physik war neu, nicht die Geometrie selber...
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Faber » Do 23. Apr 2009, 19:40

Trigemina hat geschrieben:Hier gibt Einstein dem Beobachter auf der rotierenden Scheibe die Massstäbe des Laborbeobachters [in] die Hände. Er misst somit das Verhältnis von Umfang zum Durchmesser mit seinen, sprich den Masstäben des Laborbeobachters.

Jetzt wird es aber obskur. Ein Tausch der Einheitsmaßstäbe soll die Messung beeinflussen?

Ich schlage vor: Vergessen wir das ominöse Einsteinzitat.


Trigemina hat geschrieben:Es wäre gut sich von der Vorstellung zu lösen, dass veränderliche Metriken zwingend in eine einheitliche Metrik überführt werden müssen, um mit der SRT Einsteins konform zu gehen.

Mag sein, dass das für Ihre Phantastereien gut wäre.

Voraussetzung der Debatte ist aber die Spezielle Relativitätstheorie Einsteins. Diese handelt von Vorgängen in der flachen Raumzeit. Die Antwort auf die Frage, was mit dem Rad in dieser flachen Raumzeit passiert, ist eine Kurvenschar im Minkowskiraum (ct,x,y,z), wobei jede Kurve die Weltlinie eines Punktes des Rades ist.

Sie geben zu, eine solche Antwort nicht liefern zu können. D.h. sie liefern keine Antwort.

Anstatt nun die Untauglichkeit der SRT zuzugeben, vertrösten sie mit der Empfehlung, es wäre gut, sich von Vorstellungen zu lösen, die SRT-gemäß Voraussetzung sind.

Da können Sie auch gleich empfehlen, sich von der SRT überhaupt zu lösen. Da würde ich zustimmen!

Gruß
Faber
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Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 23. Apr 2009, 19:51

Tante Emma hat geschrieben:
Vielleicht kann ich aber mit dem folgenden Aprilgedicht ein bisschen Freude in dein bitteres Herz bringen:

Apritltag

So ein schönes, warmes Wetter
und die Apfelbäume blühen,
die Birken haben auch schon Blätter
und das Gras ist nicht nur grün:
Gänseblümchen, Löwenzahn -
malen es mit Farben an!

Heute gehe ich zum Fluss,
lasse Kieselsteine springen,
heute üb' ich mit Genuss,
alte Lieder neu zu singen.
Ich erfinden einen neuen Gruß:
"Bis zum nächsten Regenguss!"

Jocelyne, nimm es nicht so schwer! Diese Physik ist nicht wichtig um zu Leben. Deine Freunde, die sind wichtig. Mein 8-jähriger Sohn ist krank, das ist schwer! Aber das ist hier ist nicht wichtig. Wichtig ist Freude und sind Freunde und der Kopf im Nacken in einer kalten klaren Winternacht, wenn die Sterne funkeln wie nie zuvor und niemals wieder und das Herz so weit ist, wie der Himmel über dir.

Emma


Danke für das Gedicht! :)

Mein Herz ist nicht bitter, ich bin ein freudiger Mensch und bejaht das Leben. Ich habe auch viele Menschen um mich, die mir wichtig sind und für die ich auch wichtig bin. Das ist schön.

Ich wünsche alles Gute für Dein Kind, es wird das packen und sein Leben geniessen, es steckt so viel Lebenskraft bei Kindern.

Liebe Grüße
Jocelyne
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