Sehr geehrter Herr Maurer,
leider muss ich Sie ein weiteres (letztes) Mal als ‚Redakteur‘ in Anspruch
nehmen – aber jener letzte Häuptling der (‚Physik‘)mohikaner will es
offenbar nicht anders.
Unser Häuptling schreibt:
„Nach Galilei gilt:
x* = x – vt
Daraus folgt x*/t = x/t-v = V – v “ [„Chief“, 15.03.2012]
Bis hierher stimmt es. Danach fängt er wieder an zu spinnen. Denn da er
nach x*/t aufgelöst hat, hat er damit natürlich nicht die nach GALILEI
transformierte Lichtgeschwindigkeit erhalten, sondern die nach STREIBIG
bzw. CHYRON, also nicht PSI, sondern PHI. Denn PHI = x*/t-v = V – v gibt
ja an, in welchen Wert die Lichtgeschwindigkeit bezüglich des
Koordinatensystems K verändert (transformiert) werden muss, damit dann in
K* wieder (beobachterkonstant bzw. identisch) V (also c) gemessen wird.
Wenn er dagegen den Wert der nach GALILEI (NICHTidentisch) transformierten
Lichtgeschwindigkeit, also den Wert PSI, erhalten will, muss er natürlich
nach x/t auflösen. Denn durch die GALILEI-Transformation wird die
Lichtgeschwindigkeit ja nicht verändert. Sie bleibt in K* so, wie sie auch
in K war. Dadurch ist aber der gemessene Wert PSI für V in K* ein anderer.
Es gilt also, was ich bereits in meinem Brief vom 09.03.2012 unter (2)
vorgerechnet habe und was unser ‚Indianerhäuptling“ einfach nicht begreift
(oder nicht begreifen will). Es sei hier noch einmal wiederholt:
Die Galilei-Transformation kann die Negation des Michelsonschen Versuchs
NICHT(!) beschreiben; durch sie gehen also die beiden
Koordinatengleichungen NICHT(!) identisch ineinander über:
x^2 – V^2 t^2 = 0 ; xi^2 – PSI^2 t^2 = 0
xi = x – vt
Um festzustellen, welcher Wert für PSI im „rechten“ Koordinatensystem
gemessen wird, muss ich setzen:
(x – vt)^2 = V^2 t^2
(x – vt) = Vt
Damit ergibt sich also für PSI folgender Wert:
x/t = V + v = PSI
Für das „rechte“ Koordinatensystem bedeutet das:
xi^2 = PSI^2 t^2 = (V + v)^2 t^2
Während also in der STREIBIG-Transformation vom „linken“ System aus
‚gesehen‘ die Lichtausbreitungsgeschwindigkeit den Wert (V – v) = PHI
hat, damit dann im „rechten“ System IDENTISCH V gemessen werden kann, wird
in der NICHTidentischen GALILEI-Transformation im „rechten“ System für die
Lichtausbreitungsgeschwindigkeit der Wert (V + v) = PSI gemessen. Es
wird hier also, gemäß der Geschwindigkeit, mit der sich das „rechte“
Koordinatensystem in Gegenrichtung zum Licht bewegt, ein entsprechend
größerer Wert als V gemessen – was der Negation des
Michelsonschen-Experiments NICHT entspricht.
Da ich nicht die Zeit und auch nicht die Lust habe, mich mit Amateuren
(auch wenn diese als „Häuptlinge“ auftreten) ewig – also vergeblich –
auseinanderzusetzen bzw. deren Denkarbeit zu übernehmen, gibt es nur noch
die Möglichkeit, dass er sich entweder mit anderen Häuptlingen aus seinem
„Physiker“-Bekanntenkreis zusammentut und berät, oder aber, wie bereits
von mir vorgeschlagen, bei kompetenten Physikern Rat und Hilfe sucht. Z.B.
wäre Herr Peter Rösch ein geeigneter Ansprechpartner. Wie unser Häuptling
aus dem Thread eines anderen, ebenfalls auf dem SRT-Kriegspfad
befindlichen Physik-Indianers ersehen kann („Die Lorentz-Transformation
erzwingt die gleiche Lichtgeschwindigkeit für alle Beobachter“), und zwar
aus den Nummern 3 – 12, war dieser Physiker ohne größere Anstrengungen in
der Lage, den Unterschied zwischen meiner Transformation und der Galileis
zu erkennen und auf dieser Grundlage dann gegen meine Transformation
Stellung zu nehmen.
Zwei Dinge möchte ich aber unserem Chingachgook doch aber noch als
Denkanregung mit auf dem Weg geben, - die ihm vielleicht doch noch ein
wenig (vorstellungsmäßig) auf die Sprünge helfen könnten: Zuerst möge er
sich überlegen bzw. innerlich vorstellen, ob er denn tatsächlich und allen
Ernstes der ‚Meinung‘ ist, dass sich gemäß Galilei(!) zwei
Geschwindigkeiten in Gegenrichtung nicht (klassisch) ‚addieren‘, sondern
‚subtrahieren‘, dagegen in gleicher Richtung gemäß Galilei(!) nicht
(klassisch) ‚subtrahieren, sondern ‚addieren‘? Glaubt er das wirklich? Und
wenn unserer „Chief“ das tatsächlich glaubt, die Galilei-Transformation
dies seiner ‚Meinung‘ nach tatsächlich bewerkstelligt, also dafür sorgt,
das V auf diese Weise beobachterkonstant (c) ist - - - warum waren dann
die Physiker über die Negation des Michelsonschen Versuchs so sehr
überrascht? Galilei bzw. seine Transformation hätte dies ja quasi
vorausgesagt….
Ich kann nur hoffen, dass allmählich der Groschen fällt. Wenn er das Ganze
schon nicht physikalisch-geometrisch zu formulieren in der Lage ist, so
müsste er doch wenigstens fähig sein, es sich bildlich vorzustellen. Aber
wie gesagt: Ich habe weder die Zeit noch die Lust, mich über Wochen hinweg
mit geistigen ‚Amateuren‘ abzugeben – insbesondere dann, wenn solch ein
Typ nicht einmal seinen Zivilnamen nennt. Denn es darf doch nicht – wie
bei seinen Kollegen auf „RelativKritisch“ – OHNE JEDES RISIKO sein, dumme
und üble Behauptungen über einen anderen zu verbreiten. Das muss er
verstehen.
Mit freundlichen Grüßen,
G.E.Streibig alias Chyron
