contravariant hat geschrieben:Wenn es keine logischen Fehler gibt, dann sind deine Paradoxien allenfalls kontraintuitive Effekte. Das ist aber kein Problem, weil es kein Naturgesetz gibt, dass alles auf dieser Welt intuitiv sein muss.
Aha, Du akzeptierst nicht, dass falsche Grundannahmen zu falschen Ergebnissen führen können, auch wenn
mathematisch- logisch gerechnet wird. Die SRT steht und fällt mit der Richtigkeit ihrer Postulate, und nicht mit allenfalls fehlenden oder vorhandenen Logikfehlern im
mathematischen Formalismus. Darüber sollte man eigentlich nicht diskutieren müssen. Welche Naturgesetze es gibt oder nicht gibt, ist schon deshalb irrelevant, weil es diese Gesetze nicht in der Natur, sondern nur in unseren Köpfen gibt, und ebenso wenig wie geschrieben steht, es müsse alles in dieser Welt intuitiv sein, steht geschrieben, es müsse eine Raumzeitsymmetrie oder irgendwelche Prinzipien geben. Auch die stammen aus unseren Köpfen.
contravariant hat geschrieben:Wie ich in einem Parallelthread bereits schrieb, man kann die SRT (und auch die LT) auf den zwei Postulaten: Äquivalenzprinzip und Symmetrie der Raumzeit aufbauen. Daraus ergeben sich dann sowohl die LT also auch die Existenz einer Grenzgeschwindigkeit, die man dann mit der LG identifiziert.
Nee, man kann die LT in die Aufgrund der Aussagen der SRT definierten Eigenschaften der ( flachen Raumzeit der SRT,
Minkowski-Metrik) hineinstecken und wieder herausholen! Schau Dir die Arbeit von Yakovenko mal genau an und beachte die
Forderungen, die er den Beziehungen seiner beiden zueinander bewegten Koordinatensysteme vorausstellt, ehe er seine Gleichungen formuliert. Er geht von homogener und isotroper (und flacher) Raumzeit aus - aber das beweist ja nicht, dass eine Raumzeit mit diesen Eigenschaften existiert (aus dem Gesichtspunkt der ART sieht die Raumzeit ja schon wieder anders aus!).
Die Raumzeit der SRT definiert man schließlich aus der
Forderung, dass der vierdimensionale Abstand (bzw. die Minkowski-Metrik) konstant (invariant) unter einer linearen Koordinatentransformation bleibt,
damit aber definiert man bereits gleichzeitig die Lorentz-Transformation. Es überrascht daher nicht, wenn man aufgrund dieser
Forderung die LT aus der Raumzeitsymmetrie (plus Äquivalenprinzip) herleiten kann. Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit c ergibt sich hier aus ds=0 für alle Zeiten und Bezugssysteme; diese Konstanz (Invarianz) wird wiederum zum Ausgangsprinzip der SRT - und damit schließt sich der Kreis ; die Herleitung der LT aus Raumzeit und Äquivalenzprinzip ist daher ein Zirkelschluss, welcher offenbar über die Minkowski-Metrik verläuft. Diese Herleitung ist somit ein Kunstgriff, der uns nicht in die Lage versetzt, damit die LT bzw. SRT zu verifizieren.
contravariant hat geschrieben:Im übrigen sollte klar sein, dass man eine Theorie nicht dadurch widerlegt indem man sich hinstellt und sagt: Aber die Postulate sind falsch. Theorien werden durch Experimente widerlegt, und in dem Punkt ist die Kritik der letzten 100 Jahre sehr schwach aufgestellt.
Mir musst Du das nicht erzählen. Ich bin einer jener wenigen Kritiker, die selbst Experimente durchführen - wohl wissend, dass das notwendig ist. Dass in diesem Punkt die Kritik schwach aufgestellt ist, hat den Grund, dass es Kritiker sehr schwer haben, ihre Ergebnisse zu publizieren.
contravariant hat geschrieben:Eine letzte Anmerkung, ist h (Planck-Konstante) vom Bewegungszustand des Beobachters abhängig?
Die Planck-Konstante ist nur ein Proportionalitätsfaktor. Wieso sollte der vom Bewegungszustand eines Beobachters abhängig sein? h ist auch in der SRT eine Konstante.
Grüße
Harald Maurer