Highway hat geschrieben:
Ernst, das ist doch nicht der Punkt. Ich habe doch immer wieder betont, dass ich gegen die Berechnung überhaupt nichts habe. Ich sage auch nicht, dass diese falsch sei oder ähnliches.
Ich bin mit der Erklärung ohne Zentrifugalkraft nicht zufrieden und halte diese für falsch - und das wird man doch wohl diskutieren dürfen ohne sich an die Gurgel gehen zu müssen.
Irgendwie verstehe ich Dein Problem nicht. Du meinst, die Berechnung ohne Zentrifugalkraft sei richtig aber mit der Erklärung ohne Zentrifugalkraft bist Du nicht zufrieden? ich versteh nicht, wie das zusammen paßt.
Ich finde den Ansatz mit Newton III in der Weise wie ich diesen letztlich interpretiert habe, a) schön symmetrisch zur Erklärung der Zentripetalkraft und b) verletzt es Newton III nicht und c) wirken die Kräfte auch an den geforderten verschiedenen Massen.
Also der Reihe nach. Es ist doch wohl einzusehen, daß die Beschleunigung einer Masse ausschließlich von der angreifenden Kraft abhängig ist, wobei diese Kraft aus mehrereren Kraftkomponenten resultieren kann. Um also die Beschleunigung einer Masse zu bestimmen, müssen wir nur die an die Masse angreifenden Kräfte kennen. Andere Kräfte sind in diesem Zusammenhang irrelevant. (Newton3 spielt daher hierbei keine Rolle) Die Beschleunigung einer Masse m infolge einer angreifenden Kraft
F ergibt sich zu
a=F/m. (Newton2) Daraus folgt: greift keine Kraft an oder ist die vektorielle Summe der angreifenden Kräfte Null, dann erfolgt keine Beschleunigung. Das wiederum beduetet; die Masse ruht oder bewegt sich geradlinig gleichförmig.(Newton1).
So, wie ist das nun mit der Gondel? Die wird stetig beschleunigt, indem der Geschwindigkeitsvektor stetig gedreht wird. Der Vektor wird stetig zum Zentrum hin gedreht. Da muß doch dann an die Gondel eine unausgeglichene Kraft angreifen, welche diese Beschleunigung verursacht und diese Kraft muß in Richtung Zentrum auf die Gondel wirken. Nun kann da keine Einzelkraft wirken, denn es besteht ja keine radiale Verbindung zwischen Gondel und Mast. Die beschleunigende Kraft muß sich daher aus anderen Kräften zusammensetzen; aus der Seilkraft und der Schwerkraft . Deren Resultierende zeigt radial von der Gondel zum Mast und sie bildet in diesem Fall die Zentripetalkraft.
Damit ist der Vorgang beschrieben. Die Annahme einer auf die Masse zusätzlich wirkenden gleichgroßen Gegenkraft ist abwegig, weil in diesem Fall die auf die Masse wirkende resultierende Kraft Null ist, die Gondel daher nicht beschleunigt wäre und sich tangential verabschieden würde.
Ernst