Highway hat geschrieben:Chief hat geschrieben:Das ist Newton III. Einige haben es nicht verstanden andere lehnen es aus "psychologischen" Gründen ab.
Genau.
Was die meisten auch nicht begreifen ist die Zuordnung der Kräfte. Da quatschen, insbesondere die AC-Fuzzies, immer munter vor sich hin, dass die Zentripetalkraft an dem auf der Kreisbahn zu führenden Körper angreift, es aber keine an den Körper angreifende Zentrifugalkraft gibt.
Stimmt! Die gibt es in der Tat nicht. Die Zentrifugalkraft greift nicht am Körper an, die greift am Karussell an wie die Zentripetalkraft ja auch nicht am Karussell angreift, sondern an den Gondeln.
und
Highway hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben: Na, wenn die Zentrifugalkraft am Karussell angreift, wie bringt sie die radial nach außen gerichtete Wirkung zustande???
So wie die Zentripetalkraft die radial nach innen gerichtete Wirkung zustande bringt, nur entgegengesetzt. Sie wirkt nach außen. Du scheinst es auch noch nicht geschnallt zu haben?

1.) Die Zentrifugalkraft wirkt auf das Karussell und wird verursacht durch die Gondeln.
2.) Die Zentripetalkraft wirkt auf die Gondeln und wird verursacht durch das Karussell.
3.) Zentrifugal- und Zentripetalkraft sind vom gleichen Betrage und wirken entgegengesetzt. (NEWTON III !!!)
Sehr gut, Highway. Alles völlig richtig erkannt. Bestnote.
Das Karussell muß schließlich der Fliehkraft der Gondel mit der Zentripetalkraft entgegenhalten, so daß also die Fliehkraft der Gondel über die Kette am Karussell angreift.
Mit dieser Deiner Klarstellung der hier vorliegenden actio-reactio-Kraftwirkungen hast Du auch einen Hütchenspielertrick der Scheinphysiker aufgedeckt, die keinen Trick scheuen, um die Fliehkraft als nicht existent behaupten zu können, und die deshalb die Fliehkraft an der Gondel angreifen lassen wollen, um das ganze actio-reactio System beim Umlauf regelrecht „außerkraft“ setzen zu können.
Deshalb darf ich Deine Klarstellung hier noch etwas ausführlicher erläutern:
Der auf einer gekrümmten Bahn umlaufende Körper erzeugt oder verursacht mit seiner Masse aufgrund deren Trägheit die Zentrifugalkraft.
Es ist also der umlaufende Körper selbst, der mit dieser Zentrifugalkraft radial nach außen zieht (Gondel) oder drückt (Motorrad im Käfig).
Die Zentrifugalkraft ist also jene nach außen gerichtete Kraft des umlaufenden Körpers, mit welcher der umlaufende Körper auf einen anderen Körper wirkt bzw. an einem anderen Körper angreift.
Insofern greift die Zentrifugalkraft dieser umlaufenden Masse also tatsächlich nicht an diesem umlaufenden Körper an, sondern an demjenigen Körper, der dieser Zentrifugalkraft (mit der Zentripetalkraft) entgegenwirkt.
Das ist bei der Gondel die Karussellachse, beim Motorrad im Käfig die Wand oder die Kugelschale. Damit wird stets actio und reactio zwischen Zentrifugalkraft und Zentripetalkraft erfüllt.
Und jetzt wird auch klar, warum die Hütchenspieler immer das (falsche) Argument von der am umlaufenden Körper angreifenden Zentrifugalkraft bringen: Sie wollen damit das ganze actio-reactio-System beim Umlauf regelrecht „außerkraft“ setzen, um die Fliehkraft als nicht kompatibel mit actio-reactio beseitigen zu können.
Dank Highway dürfte dieser Trick nun nicht mehr funktionieren.
Mit freundlichen Grüßen
L. Pernes