Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Harald Maurer » So 22. Jan 2012, 20:40

scharo hat geschrieben:Wir wissen es jetzt, sie heißt Ballkraft, oder ist Dir lieber Wischiwaschikraft?

Na, sooo ganz ernst war das nicht gemeint ;) Stoßkraft ist schon der passendere Ausdruck. Aber wenn's ein Ball ist, steht ja nichts dagegen, den Ausdruck Ballkraft zu kreieren. Andere Kräfte heißen ja auch "Schnurkraft", "Zugkraft", "Schubkraft", "Scherkraft", "Hubkraft", "Reibungskraft", "Gewichtskraft", "Schwerkraft" oder "Haftkraft" etc.etc. Es steht nichts dagegen, eine Kraft so zu benennen, dass ihre Ursache oder ihre Wirkung zu erkennen ist. Man darf nur die Stoßkraft einer Billiardkugel an der Bande auf keinen Fall Trägheitskraft oder gar Zentrifugalkraft oder Massenkraft oder Massenträgheitskraft nennen, denn das könnte zu Verwechslungen führen
Wischiwaschikraft wäre ein guter Name für die "Waschkraft" eines Waschpulvers, oder nicht? :D

Grüße
Harald Maurer
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 20:44

scharo hat geschrieben: [ Das nennst Du Kräfteparallelogramm? Weißt Du überhaupt was eine resultierende Kraft ist, aus welchen Kräften sie besteht, wie sie zerlegt wird? Null Ahnung, aber große Kl...e.

Das ist ja jämmerlich. Das Bild zeigt kein Kräfteparallelogramm :?: :?: :?: Kein Kräfteparallelogramm :?: :?: :?: Ich faß es nicht. Das ist ja schauderhaft mit deiner Auffassungsgabe. Ich schick Dir noch eins, eventuell dämmert's Dir ja, was man unter einem Kräfteparallelogramm versteht:

Karussell Kräfte W. Fendt.png
Karussell Kräfte W. Fendt.png (7.69 KiB) 2636-mal betrachtet


Das ist ja nun wieder ein Husarenstück Deiner "Vorstellung". :o

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 20:53

Highway hat geschrieben: Da wird nichts nach innen gezogen. Das Rad des Motorrades schon mal gar nicht.

Die Radsohle des Motorrades läuft auf einer Kreisbahn. Daher wird es infolge einer Zentripetalkraft nach innen beschleunigt. Das hattest du doch auch mal so schön hergeleitet. Diese beschleunigende Kraft greift unterhalb des Schwerpunktes an und das daraus wirkende Moment haut das Ding um.
Ist so, als wenn Du auf dem Teppich stehst und ein Bösewicht zieht ihn unter Dir weg. Da kippst Du nach hinten, nicht? Du würdest nicht kippen, wenn du dich in Beschleunigungsrichtung neigst. Ok?

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 21:29

Highway hat geschrieben: Jeder mathematischer Ansatz wo sich in solchen Fällen etwas um den Schwerpunkt dreht sind ausgesuchter Kappes, wenn du mich fragst.

Da frag ich dich dann lieber nicht. ;)
Eine Kraft, deren Wirkungslinie nicht durch den Schwerpunktes der beschleunigten Masse geht, bewirkt bezüglich des Schwerpunktes ein Moment, welches die Masse drehend beschleunigt.
Wirst Du auf dem Teppich beschleunigt, fällst du infolge dieses Momentes um. Je größer Du bist, d.h. je höher Dein Schwerpunkt, desto eher kippst Du.
Wird die Straße unter dem Motorrad plötzlich quer weggezogen, kippt das Motorrad aus dem gleichen Grunde.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 21:47

Highway hat geschrieben:Hast du das Experiment mit dem Fahrrad gemacht?

Muß ich nicht. Wenn Du es schön senkrecht in den Sand gestellt hast, bleibt's stehen. Hast Du es schräg gestellt, kippt's um. Ist es also schräg gestellt (Räder berühren Boden im Anstand xs vom Schwerpunkt) , dann kannst Du die Ursache des Kippens auf zweierlei Art beschreiben.
1. Die Schwerkraft Fg greift im Schwerpunkt an. Es entsteht ein Moment Fg*xs. Das Ding kippt um.
2. Die Schwerkraft wirkt im Radkontaktpunkt auf den Boden. Deren Reaktionskraft Fn' wirkt gleichstark vom Boden nach oben auf das Fahrrad. Das Moment Fn'*xs bewirkt wieder das Kippen.

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M = F.a

Beitragvon rmw » So 22. Jan 2012, 22:01

Ernst hat geschrieben:
Das Moment ist F*r. Eine Kraft, eine Strecke. In der Statik existiert dazu ein entgegengesetzt gleichgroßes Moment aus der Reaktionskraft von F.
Was das alles mit dem konkreten fall zu tun hat, solltest Du schon konkret benennen? Die Skizze steht ja.

Ein Moment ist F.a wobei a der Abstand zwischen den beiden entgegengesetzt wirkden Kräften ist. Das ist dir offensichtlich nicht bekannt, denn so wie du es gezeichnet hast gibt es in deinem Bild kein Moment.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 22:11

Highway hat geschrieben: Dein Drehpunkt ist aber eine Luftnummer! Da gibt es nichts auf zwei Arten zu beschreiben. Wenn du einen anderen Drehpunkt beschreibst als den zwischen Rad und Fahrbahn, dann ist deine Beschreibung falsch!

Lieber Highway, sei nicht gekränkt, aber deine Vorstellung ist nicht richtig. Das ist aber nicht verwunderlich. Die Technische Mechanik kann man nicht so aus dem Stehgreif erlernen. Dazu braucht's schon ein wenig systematisches Studium. Bisher haben wir über Punktmassen geredet. Das ist noch etwas vermittelbar. Hier aber geht es nur um reale Massen, wo zusätzlich zur Masse auch das Massenträgheitsmoment reinspielt. Mir ist bewußt, daß diese Dinge Laien kaum zu vermitteln sind.

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Re: M = F.a

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 22:23

rmw hat geschrieben:Ein Moment ist F.a wobei a der Abstand zwischen den beiden entgegengesetzt wirkden Kräften ist. Das ist dir offensichtlich nicht bekannt, denn so wie du es gezeichnet hast gibt es in deinem Bild kein Moment.

Ich hab dir geschrieben Moment=Kraft*Hebelarm=Reaktionskraft*Hebelarm. Also was soll's?
So, wie ich es gezeichnet habe, ist das richtig.

Die eine Kraft ist Fg (die ich nur im ersten Bild gezeichnet habe) und die "entgegengesetzte" Kraft ist Fn'. Der Abstand beider ist xs. Das Moment ist M=Fg*xs=Fn'*xs. Damit nun keiner auf die Idee kommt, das Moment sei M=Fg*xs+Fn'*xs, habe ich Fg danach nicht mehr eingezeichnet. Mechanisch ist es gleichgültig, ob Fg*xs oder Fn'*xs zur Beschreibung des Vorganges verwendet wird. Aber eben nur eins von beiden.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 22:28

Chief hat geschrieben:Wieder mal Quatsch und Trollerei

Dabei hast Du doch so ungeheuer umwerfende Erkenntnisse:

Chief hat geschrieben:So z.B. bei Karussell - ein mitbewegter Beobachter sieht lediglich ein Standbild während ein außenstehender den kompletten Film betrachtet. Dass beide das Gleiche sehen, kann mit einer schnellen Kamera bewiesen werden (beide Fotos - einmal aufgenommen vom ruhenden einmal vom mitbewegten Beobachter - müssen völlig identisch sein wenn beide von der gleichen Position aus fotografieren).


Genial :!:

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » So 22. Jan 2012, 22:33

Highway hat geschrieben: Man kann aber nicht sagen, das irgendweine Welt so in Echtfarben ausschaut.

Die "Echtfarbe" der Technischen Mechanik ist die echte Beschreibung von Kräften und Bewegungen. "Echt" bedeutet hier Übereinstimmung Rechnung/Messung.

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