Trigemina hat geschrieben:Faber hat geschrieben:Die Leser mögen bemerken, dass die Rechnung von Trigemina keinesfalls A. Lorentz oder A. Einstein zuzurechnen ist.
Nach deinem Auftritt hier finde ich diese Aussage ein wenig gewagt. Oder willst du deine Version als Einstein-konform verkaufen?
Dieses Post gilt es zu knacken. Alles andere mit Mäusen und abgeschalteten Detektoren diente der Ablenkung und war Hilflosigkeit pur. Und auf eine Schlacht mit Worten lasse ich mich nicht ein.
Ihr Post ist bereits in meiner direkt anschließenden Antwort "geknackt". Sie führen zwar eine formal korrekte mathematische Rechnung durch. Sie berechnen aber nicht das, was verlangt war, nämlich die Abstände L'0 und L'1 der Tore zum Detektor.
Das habe ich bereits alles ausführlich dargelegt. Aber wiederhole das gerne noch einmal:
Trigemina hat geschrieben:K1: [ 0, 0 ] (hinteres Garagentor)
K2: [ l, l/c ] (Detektor in der Mitte der Garage)
K3: [ 2*l, 0 ] (vorderes Garagentor)
Dieser Ansatz ist falsch, wenn es darum geht, die Abstände L'0 und L'1 der Tore zum Detektor zu bestimmen. Denn er enthält zum einen verschiedene Zeitpunkte und zum anderen die Zeit l/c, die der Lichtblitz aus G-Sicht vom jeweiligen Tor zum Detektor benötigt. (Begründung s.u.)
Faber hat geschrieben:K1: [ 0, t ] (hinteres Garagentor)
K2: [ l, t ] (Detektor in der Mitte der Garage)
K3: [ 2*l, t ] (vorderes Garagentor)
Dieser Ansatz ist richtig, um die beiden gesuchten Abstände L'0 und L'1 zu ein und demselben (beliebigen) Zeitpunkt t zu bestimmen. (Begründung s.u.)
Wir streiten hier also nicht um die Rechnung, nicht um die rechte Anwendung der Lorentztransformation. Sie haben Raumzeitkoordinaten korrekt transformiert. Die resultierenden Zeitkomponenten schieben Sie dann nach der Rechnung beiseite, weil nicht benötigt. Ich habe ebenfalls die Lorentztransformation in gleicher Weise wie Sie und auch korrekt angewandt. Die Zeitkoordinate t bleibt bei mir allerdings formaler Parameter. Es zeigt sich dann, dass Differenzen von x'-Koordinaten unabhängig von t sind.
Ich wiederhole nun Ihre Rechnung und nenne dabei die Zeit l/c, die der Lichtblitz aus G-Sicht vom jeweiligen Tor zum Detektor benötigt T = l/c. Ich ersetze also in K2 die Zeitkomponente l/c durch T (warum ich das mache, wird weiter unten ersichtlich):
Trigemina mit (T = l/c) hat geschrieben:Wir haben im Garagensystem 3 Koordinatenpaare [x,t]:
K1: [ 0, 0 ] (hinteres Garagentor)
K2: [ l, T ] (Detektor in der Mitte der Garage)
K3: [ 2*l, 0 ] (vorderes Garagentor)
Das sind die Koordinaten dreier Punkte, die ich jetzt einzeln über die Lorentz-Transformation ins Autosystem überführe:
K1: [ 0, 0 ] ---> K’1: [ 0, 0 ]
K2: [ l, T ] ---> K’2: [ γ*(l-v*T), γ*(T-v*l/c²)]
K3: [ 2*l, 0 ] ---> K’3: [ γ*(2*l-0), γ*(0-2*v*l/c²)]
Jetzt bilde ich die beiden Längen- und Zeitintervalle aus den Differenzen der Koordinaten
K’2 – K’1 und K’3 – K’2
K’2 – K’1 = [ γ*(l-v*T), γ*(l/c-v*l/c²) ]
K’3 – K’2 = [ γ*(l+v*T), γ*(-T-v*l/c²) ]
mit den Streckenabschnitten
dx’1 = γ*(l-v*T)
dx’2 = γ*(l+v*T)
Diese Rechnung ist identisch mit der Ihren, abgesehen davon dass ich die Zeit l/c, die der Lichtblitz aus G-Sicht vom jeweiligen Tor zum Detektor benötigt, T genannt habe und in der Koordinate K2 entsprechend eingesetzt habe.
Ihr originales Resultat war:
Trigemina (original) hat geschrieben:dx’1 = γ*(l-v*l/c)
dx’2 = γ*(l+v*l/c)
Das mit T = l/c gerechnete Resultat ist:
Trigemina (mit T = l/c) hat geschrieben:dx’1 = γ*(l-v*T)
dx’2 = γ*(l+v*T)
Wir sehen auf den ersten Blick, dass die Resultate übereinstimmen.
Frage: Wozu nun diese Variante?
Antwort: Wir können nun dem Resultat direkt ablesen, dass die von Ihnen errechneten Koordinatendifferenzen von der Zeit abhängen, die die beiden Lichtblitze von den beiden Toren zum Detektor benötigen. Das ist soweit ok, wenn man -wie Sie es taten- die räumlichen Komponenten der beiden Raumzeitdifferenzvektoren berechnet, die jeweils die beiden Raumzeitereignisse "Tor-zu" und "Bombe explodiert" im A-System verbinden.
Diese beiden räumlichen Komponenten der beiden genannten Raumzeitdifferenzvektoren dürfen aber nicht mit den beiden Abständen L'0 und L'1 vom jeweiligen Tor zum Detektor verwechselt werden.
Frage: Woran erkennt man leicht, dass Faber den korrekten Ansatz wählt, Trigemina hingegen nicht.
Antwort: Bei Trigemina hängen die Maße der Detektor-Installation in der Garage davon ab, wie lange ein Lichtblitz im G-System benötigt, die halbe Garage zu durchqueren. Würde man die Lichtblitze durch ein Medium schicken, wäre Ihre Geschwindigkeit geringer als c. Dementsprechend wäre dann T größer. Laut Trigemina würde das die beiden Längen L'0 und L'1 ändern.
Installieren wir also in der Garage noch mit Wasser gefüllte Rohre, so dass die Lichtblitze sich nun durch das Wasser bewegen. Dann benötigen sie eine längere Zeit als T = l/c, um vom Tor aus den Detektor zu erreichen. Aus Sicht des Garagiers werden L0 und L1 nicht verändert, aus Sicht des Autofahrers erscheint aber -laut Trigemina- der Detektor von einem Tor wegverschoben und zu dem anderen Tor hinverschoben, L'0 und L'1 werden verändert.
Nun ist es absurd anzunehmen, dass sich aus Sicht des Autofahrers die relative Position von Toren und Detektor verändert, nur weil in der Garage Rohre mit Wasser installiert wurden. Die SRT sagt solcherlei nicht aus.
Daher ist der Ansatz von Trigemina falsch.
Der Ansatz von Faber ist richtig, weil er allgemein zeigt, dass die Lorentztransformation gleichlange Abstände relativ unbewegter Objekte in gleichlange Abstände relativ unbewegter Objekte überführt. Dies stimmt mit folgender Aussage überein:
Wikipedia: Minkowski-Diagramm hat geschrieben:Die Längenkontraktion besagt, dass ein Längenmaßstab, der sich relativ zu einem Beobachter bewegt, aus dessen Sicht verkürzt erscheint
Wikipedia: Minkowski-DiagrammEin Längenmaßstab wird verkürzt, nicht aber seine Skala verzerrt. Die Installation in der Garage ist aber ein Längenmaßstab mit drei Skalenstrichen: Tor - Detektor - Tor. Von Lichtblitzen, die durch die Gegend oder durch Wasserrohre fliegen, bleibt er völlig unbeeindruckt. Und er ist nicht etwa Teil des G-Systems aber nicht Teil des A-Systems. Er ist gleichermaßen sowohl Teil des G-Systems als auch Teil des A-Systems.
Gruß
Faber