Ernst hat geschrieben:Naja, die Resultierende muß man je erstmal aus den Bestandteilen errechnen.
Das schon, wenn es denn Bestandteile gibt.
Man kann das Ganze auch für geradlinige Beschleunigungen betrachten.
Wenn ich in einem Zug der beschleunigt wird, dem Zug entgegenlaufe, mit der gleichen "relativen Beschleunigung", dann muß ich zwar etwas Beinarbeit leisten, aber sonst ist es für meinen Körper völlig gleich ob der Zug unter mir hinwegbeschleunigt wird oder auch nicht. Noch anschaulicher ist es wenn ich auf einem Fahrad sitze. Es ist für mich auch völlig gleichgültig ob jetzt der Zug unter mir hinwegrollt oder ob ich neben dem Zug stehe.
Natürlich kann man jetzt sagen der Zug beschleunigt in die eine Richtung und ich "beschleunige relativ zum Zug" in die Gegenrichtung und das ist dann, sagen wir, "eine Corioliskraft geradliniger Bewegung". Nur wäre, wie gesagt interessant auf wen diese CKgB wirkt. Muß ich mich da über den Zug befinden, wie weit über Zug gilt das, darf ich auch neben Zug stehen und gilt diese CKgB dann nicht gleich für das ganze Universum "neben dem Zug".
Als nächstes betrachte ich eine Bewegung quer zum Zug. Nun hier habe ich nun eine Beschleunigung und auch eine Kraft. Denn wenn ich im beschleunigten Zug quer zur Bewegungrichtung einen Ball werfe, dann bleibt er natürlich auch, entsprechend einer Parabel, zurück, ganz analog dazu, wie wenn man einen Ball auf einer Scheibe zum Zentrum wirft. Will man das der Ball sich mit dem beschleunigten Zug mitbewegt so braucht man auch hier ganz analog zur Drehbewegung eine Kraft.
Also beim Zug kann man sagen eine Bewegung quer zum beschleunigten Zug bewirkt auf diesen Gegenstand Beschleunigung und daher auch eine Kraft, wenn er mit dem Zug in Bewegungsrichtung des Zuges mitbewegt wereden soll. (Ist ja auch offensichtlich) Eine Bewegung längs des Zuges (Zug nur als Beispiel) ergibt für den Gegenstand eine Vergrößerung oder Verkleinerung seiner Beschleunigung und dementsprechend eine Vegrößerung oder Verkleinerung der auf ihn wirkenden Beschleunigungskraft.
Daran ist nichts inkonsistent, wenn man unbedingt wollte, und es nicht ohnehin offensichtlich wäre, könnte man das durchaus als sauberen physikalischen Satz formulieren.
Jede beliebige Bewegung gegenüber dem beschleunigten Zug läßt sich in die beiden Komponenten aufteilen und dementsprechend behandeln
Analoges gilt natürlich auch für die Drehbewegung, man braucht nur Bewegung in Richtung des beschleunigten Zuges durch Bewegung in Umfangsrichtung der Scheibe zu ersetzen, und Bewegung quer zum Zug durch radiale Bewegung.