Lieber Ernst,
zu Deinem 1 x 1
„Wir nehmen Bezug auf das rechte Bild. Aber da ist jetzt kein Motorradfahrer, sondern eine Kugel, welche mit einem Seil zum Mittelpunkt verbunden ist. Das äußere nichtrotierende Bezugssystem nennen wir einfach Außensystem Und das Bezugssystem der rotierenden Scheibe nenne wir Innensystem. Und nun Schritt für Schritt:
1.Eingeprägte Kräfte (auch als freie oder äußere Kräfte bezeichnet) sind unabhängig vom Bezugssystem. Sie müssen deshalb innen und außen gleich sein.
2. Im Außenssystem wirken ausschließlich eingeprägte Kräfte.
3. Im Außensystem rotiert die Kugel mit der Winkelgeschwindigkeit der Scheibe ωs und zusätzlich mit der Winkelgeschwindigkeit der Kugel ωm relativ zur Scheibe. ω_ges = ωs + ωm
4. Die Zentripetalkraft im Außensystem ist daher Fzp = m*ω_ges²*R = m*(ωs + ωm²)*R = m*ωs²*R + m*ωm²*R + 2*m*ωs*ωm*R
5. Im Innensystem rotiert die Kugel nur mit ωm
6. Im Innensystem muß daher wirken eine Zenrtripetalkraft Fzp'=m*ωm²*R
7. Tatsächlich wirkt aber die aus dem Außensystem größer errechnete unveränderliche Zentripetalkraft Fzp = m*ωs²*R + m*ωm²*R + 2*m*ωs*ωm*R. Denn die ist ja bezugssytemunabhängig.
8. Es muß im Innensystem folglich eine Gegenkraft vorhanden sein, welche die Kraft Fz auf die Kraft F'z reduziert, indem sie Fz entgegenwirken.
9. Die Gegenkraft muß sein Fz-Fz' = (m*ωs²*R + m*ωm²*R + 2*m*ωs*ωm*R) - m*ωm²*R = m*ωs²*R + 2*m*ωs*ωm*R“
Richtig, und das was „fehlt“ ist genau der Rest der Gleichung für Fzp bei zwei sich überlagerten W oder Vbahn. In dem Moment, als der innere Beobachter Ws in seine Berechnung einführt („Max weiß ganz genau“), sind die Gleichungen für beide Beobachter identisch, eine Fc einzuführen ist reinste Mogelei, oder von mir aus unerlaubte mathematische Spielchen ohne physikalischen Hintergrund.
„10. Wir führen noch ein v=ωm*R bzw. ωm=v/R , die Beziehung zwischen der Umfangsgeschwindigkeit der Kugel auf der Scheibe v und der Winkelgeschwindigkeit der Kugel auf der Scheibe ωm“
Wieso? Wieso nicht eine v = Ws*R oder beide W mit v/R ersetzen?
„11. Die Gegenkraft auf der Scheibe muß damit sein Fz-Fz' = m*ωs²*R + 2*m*ωs*ωm*R = m*ωs²*R + 2*m*ωs*(v/R)*R = m*ωs²*R + 2*m*ωs*v“
Nach wie vor der unveränderte Rest der unzutrennenden Fzp-Gleichung.
„12. Die Gegenkraft besteht aus zwei Komponenten
13. Erste Komponente m*ωs²*R ist ausschließlich abhängig vom Radius der Kugel auf der Scheibe. Diese Kraft nennt man Trägheitskraft.
14. Zweite Komponente 2*m*ωs*v unterscheidet sich dadurch, daß sie ausschließlich von der Geschwindigkeit der Kugel auf der Scheibe abhängig ist. Diese andere Kraft nennt man Corioliskraft.“
Unsinn! Was würdest Du verzählen, wenn Ws mit v/R ersetzt wäre? - Wer hat mir in die Hose gescheißt?
Es sind keine zwei Kraftkomponente, sondern zwei mathematische Terme, die zu einer einzigen Gleichung der Wges., zu einer einzigen Kraft aus Wges gehören und nicht getrennt werden dürfen, sonst kommt nur ein Schuh heraus.
Und alle Deine Autoren, die sowieso zu 99% voneinander abschreiben, versuchen einfache, grundsätzliche und 100 Jahre vor Coriolis bekannte Sachverhalte so umzudrehen, um eine Mystifizierung der Physik, wie Chief sagte, zu erreichen - eine Wichtigtuerei und sonst nichts dahinter.
Die Situation ist eindeutig und vollständig nur mit Fz beschrieben. Die Messergebnisse bestätigen das eindeutig, dagegen ist die grundlose Einführung einer Fc nicht zu erklären und widerspricht der Messergebnissen.
Frag jetzt nicht, wie man messen kann, bzw. muss!
Extra an Harald:
Deine ursprüngliche Stellungnahme war absolut richtig. Deine Berichtigung dagegen sehr mangelhaft.
Erstens: Äquator - wir reden über den horizontalen C-Effekt und der ist sogar per Definition am Äquator = 0. Genauso wie der vertikale am Pol = 0.
Zweitens: Dass eine Eisenbahn auf dem Äquator in West- oder Ostrichtung weniger oder mehr auf die Schienen drücken würde, hat mit Coriolis nicht das Geringste zu tun – das ist ganz einfach die Fzf. Bestimmt hast Du einen Globus zu hause. So ein Globus hat einen Rahmen, in dem die Achse des Globus befestigt ist. Nun drehe den Globus und erkläre uns, ob auf den Rahmen bestimmte Kräfte wirken, ob Du da eine Corioliskraft siehst! Nun stelle den ganzen Globus auf eine sich drehende Scheibe und drehe den Globus zusätzlich. Siehst Du jetzt irgendeine mystische Corioliskraft auf dem Globusrahmen? Kannst Du aus Zimmer- und aber auch aus Globusoberfläche alle Kräfte einwandfrei berechnen, ohne irgendwelche Corioliskräfte anzuwenden? Kannst Du alle diesen Fz messen und die Berechnung bestätigen? No Problem, wirst Du sagen.
Kannst Du eine Corioliskraft messen? – Wohl kaum.
Liebe Grüße
Ljudmil