Kurt hat geschrieben:Lege einen Laserkreisel mittig auf den Nordpol, er wird keine Frequenz anzeigen.*
Genau so wenig als wie er links/rechts um den Äquator liegend keine zeigt.
Das ist richtig. Wenn man mit einem Laserkreisel die Erdrotation messen will, muss man ihn so aufstellen, dass eine Rotation um seine Längsachse zustande kommt. Eine Faserspule sollte also am Nordpol senkrecht stehen, am Äquator muss man sie in Nord-Süd-Ausrichtung auf den Boden legen. Erdachse und Drehachse der Spule sollten also parallel liegen. Richtet man die Faserspule senkrecht zur Erdachse aus (am Nordpol liegend und am Äquator stehend oder Ost-West-orientiert ), wird die Erdrotation nicht angezeigt ("Nullwert"). Würde dein "Lichtleitbezug" auf der Erde "angenagelt" sein (bzw. der Äther mit der Erde mitrotieren), könnte man die Erdrotation mit dem Sagnac-Effekt nicht messen.
Der Sagnac-Effekt legt nahe, dass sich die Erde entweder in einem Äther, der sich mit der Sonne mitdreht oder in einem Absolut-Äther bewegt. Mit einer ballistischen Auffassung der Lichtausbreitung kann man den Effekt nicht erklären, weil die Lichtlaufstrecke in Rotationsrichtung um den Faktor 1+(v/c) zunimmt, aber sich auch die LG um denselben Faktor erhöht, in entgegen gesetzter Richtung verkürzt sich die Strecke mit 1-(v/c) und die LG wird um denselbe Faktor langsamer. Dadurch bleibt die LG im Bezugssystem des Messgerätes konstant und die Rotation kann nichts bewirken. Auch ein auftretender Corioliseffekt könnte nichts ergeben, weil sich die Lichtgeschwindigkeiten stets zu den Streckenveränderungen proportional verhalten. Mit einer Rotation im Äther kommt es zwar auch zu den Veränderungen der Lichtlaufstrecken, die LG bezieht sich hier aber auf den Äther, d.h. es findet eine Rotation relativ zur Lichtausbreitung statt - und das erklärt den Effekt auf plausible Weise.
Ballistisch betrachtet kann man die Vektorrechnung der Strecken und Richtungen nicht von jener der Geschwindigkeiten trennen, weil das zusammenhängt. Bei Spiegeleinsatz gilt natürlich der Faktor v*cos(Phi), der Reflexionsvorgang selbst kann nichts bewirken, da sich jeder Spiegel im Moment der Reflexion in seiner Ebene bewegt. Es gilt also sowohl ballistisch als auch mit Äther stets das Reflexionsgesetz.
Der globale Sagnac-Effekt (Licht bewegt sich Ost-West mit c+/-v!) zeigt zweifelsfrei, dass sich die Lichtausbreitung nicht auf das Bezugssystem Erdoberfläche bezieht. Das widerlegt die SRT von vornherein, oder (wenn man einwendet, die Bewegung der Erdoberfläche repräsentiere kein Inertialsystem) es macht aus demselben Argument sämtliche Experimente, die zur Bestätigung der SRT auf der Erdoberfläche durchgeführt werden, wertlos.
Das Nullresultat des MM-Versuches erklärt sich ganz einfach aus dem zeitgleichen Verhalten der Wellenzüge (konstante Frequenz und somit konstante Periodendauer). D.h. gleichzeitig und phasengleich getrennte Wellenzüge haben zu gleichen Zeiten stets denselben Zustand (also eine übereinstimmende Phasenlage). Das haben sie aufgrund dieser zeitlichen Periodenkonstanz auch, wenn man sie an einem Punkt wieder zusammenführt. Stimmen hier nun die Phasen nicht zeitlich überein, dann hat ein Wellenzug seine Periodendauer unterwegs geändert - und genau dies findet innerhalb des MM-Apparates eben nicht statt. Im MMI kompensieren sich Geschwindigkeiten und Wellenlängen stets so, dass die Periodendauer unverändert bleibt. Im Detektor verhalten sich die zusammen geführten Wellenzüge daher nach wie vor zeitgleich, und das bedeutet eben, dass sie in ihren Zuständen übereinstimmen werden und keine Phasenverschiebung entstehen kann. Ich erinnere an das Beispiel mit den mit gleicher Zeigerstellung gleichzeitig gestarteten Uhren, die völlig unabhängig von ihren Bewegungen und durchlaufenen Strecken stets die übereinstimmende Zeigerstellung haben werden, wenn man sie wieder zusammenführt (synchroner Uhrenlauf vorausgesetzt). Einen derartigen synchronen Lauf haben die Perioden der Wellenzüge im MMI - und daher ist das MMI nicht dazu geeignet, eine allfällige Ätherdrift interferometrisch aufzuzeigen!
Grüße
Harald Maurer