Bruno hat geschrieben:...
Wenn Trägheitskräfte real wären, dann wären äußere Kräfte und die Trägheitskräfte im Gleichgewicht Fres = FT.
Die Kräfte würden sich gegenseitig aufheben, die Gesamtkraft wäre Null. Dann könnte es noch dem dynamischen Grundgesetz F = m*a = 0 überhaupt keine Bewegung geben.
Hochachtungsvoll
Bruno
Und genauso ist es ja auch, oder: Trägheitskräfte messe ich nur im nicht-inertialen Ruhesystem eines beschleunigten Objektes. In diesem System bewegt sich das Objekt ja nun auch gar nicht.
Der Thread hier leidet ein wenig darunter, dass es in der Literatur keinen wirklichen Konsens gibt, was als Scheinkraft und was als Trägheitskraft zu bezeichnen ist. Manche Autoren machen einen Unterschied zwischen beiden, manche nicht.
Meine Sicht:
1) Trägheitskräfte sind sicherlich "real"; sie können in Fliehkraftmessern Federn auslenken oder einen Jet-Piloten im Sitz zerquetschen, also "Arbeit verrichten". Allerdings treten sie nur in beschleunigten Systemen auf und setzen also im inertialen System die Existenz einer beschelunigenden Antriebskraft voraus.
2) Scheinkräfte "erfährt" ein Objekt, das sich geradlinig und gleichförmig bewegt, aus der Sicht eines nicht-inertialen Beobachters, der in seinen Koordinaten zu naiv F = m * a ansetzt und aufgrund dessen eine vermeintliche Kraft ableitet.
3) Schein- und entsprechende Trägheitskraft hängen eng miteinander zusammen und sind genau gleich groß: ein beschleunigter Beobachter ordnet in seinem System aufgrund seiner beschleunigten Bewegung der gleichförmigen Bewegung eines Objektes eine Scheinkraft zu; Objekte (gleicher Masse), die sich in seinem nicht-inertilalen System gleichförmig bewegen, erfahren eine Trägheitskraft, die numerisch genau mit dieser Scheinkraft übereinstimmt. Von daher kann man vielleicht argumentieren, dass die Unterscheidung zwischen Schein- und Trägheitskraft ein wneig spitzfindig ist.
Ich hoffe, das war halbwegs verständlich ?
Gruß,
Uli